Stabil Elite – von den Fans in Asien gefeiert

15 Sekunden lang Popstar sein. 15 Sekunden lang blickt man aus der Perspektive einer gefeierten Band in jubelnde Gesichter, hört das hysterische Kreischen weiblicher Teenager und sieht dazu überforderte Sicherheitsleute in grünen T-Shirts. Gefilmt hat das Kurzvideo die Band Stabil Elite nach einem Auftritt in der philippinischen Hauptstadt Manila. Zahlreichen Menschen auf der Facebook-Seite der Düsseldorfer Elektro-Band gefällt das. Stabil Elite, das sind bei Live-Auftritten Lucas Croon, Nikolai Szymanski, Martin Sonnensberger, Timo Hein und Lukas Heerich. Drei Wochen lang tourten sie gemeinsam durch Südostasien. Neben Konzerten gaben sie auch Workshops für Jugendliche.

Anlass für die ausgedehnte Asientour der Band war eine Einladung des Goethe-Instituts in Manila. „Wir wurden angefragt, ob wir nicht zwei Konzerte dort spielen und nebenher Sprach-Workshops für Jugendliche geben könnten“, sagt der 27-jährige Sänger und Produzent der Band, Lucas Croon.

Doch die Band wollte mehr. So verordnete sich die Düsseldorfer Elektro-Gruppe selbst ein straffes Programm: 19 Tage Asien, sieben Konzerte, sechs Workshops, drei Länder. „Es war anstrengend, aber absolut großartig“, sagt Croon. Vor allem Vietnam hat es dem Wahl-Düsseldorfer angetan: „Das Wetter war toll, das Essen fantastisch und die Begeisterung der Menschen unglaublich.“

Bei den Konzerten in Hanoi, Danang, Saigon (alle Vietnam), Phnom Penh (Kambodscha) und Manila (Philippinen) spielte die Band vor jeweils bis zu 2000 Zuschauern. „Wir wurden empfangen wie Popstars und hatten schon ein bisschen das Beatlemania-Gefühl“, sagt er. Das beste Beispiel dafür sei ein Ausflug in die „Mall of Asia“ auf den Philippinen gewesen, bei dem seine Band von 40 Bodyguards begleitet wurde. „Ein absurdes Gefühl“, sagt Croon.

Die Aufregung vor dem ersten Konzert sei entsprechend groß gewesen. „Wir wollten uns natürlich von unserer besten Seite präsentieren und haben lange Soundchecks gemacht. Aber als es dann losging, wir den ersten Ton gespielt hatten, ist das Publikum gleich total durchgedreht. Das war der Wahnsinn, wir waren wie weggeblasen.“ Ob er und seine Bandkollegen mit einer derartigen Euphorie gerechnet haben? Lucas Croon verneint vehement: „Nein, wirklich nicht. Aber es war toll. Anders noch als in China, wo wir im letzten Jahr aufgetreten sind, sind die Fans hier richtig aus sich herausgegangen, waren völlig losgelöst.“

Die asiatische Fan-Liebe zu den Düsseldorfern ging sogar so weit, dass zu den Autogrammstunden nach den Konzerten jede Menge Präsente mitgebracht wurden. „Wir haben Seidenschals, Glücksbringer und Holzfiguren geschenkt bekommen. Auch Briefe mit Zeichnungen von uns und Liebesbekundungen haben wir erhalten“, sagt Croon.

Doch Stabil Elite nahm die lange Reise nicht nur auf sich, um ihre Musik zu präsentieren, sondern auch, um asiatischen Jugendlichen, die dort die deutsche Sprache erlernen, etwas beizubringen.

Croon: „Das war eine tolle Erfahrung. Insgesamt haben wir sechs Workshops veranstaltet, in denen wir die jungen Menschen zwischen 15 und 20 Jahren deutsche Texte schreiben ließen. Anschließend haben wir auch noch mit ihnen Musik gemacht.“ Lediglich in Kambodscha fand kein Workshop statt, sondern ein Treffen mit den Jugendlichen. Dabei durften die jungen Asiaten den deutschen Musikern Fragen stellen. Die erste Frage sei immer die gleiche gewesen, sagt Croon: Hast du eine Freundin? „Da musste ich immer etwas ausweichen“, sagt er. Schließlich hieß es danach oftmals: Kann ich deine Handynummer haben?

Auf ihren Flügen wurde die fünfköpfige Musiker-Gruppe von Kristin Kropidlowski vom Goethe-Institut und dem Vietnamesen Huy Nguyen begleitet. „Alles war top organisiert“, lobt Croon die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut. Noch sei es zwar zu früh, über eine Wiederholung der Asientour zu sprechen, aber „das Interesse ist riesengroß“, sagt Croon.