Sprudelnd ehrlich

Unverblümt schreibt Pamela Moore 1956 über (Homo)-Sexualität, Drogen und für damalige Verhältnisse revolutionäre Geschlechterrollen. Das Debüt der 18-Jährigen löst einen Aufschrei aus, avanciert aber zum internationalen Bestseller. Bei der Wiederauflage 60 Jahre später hat der messerscharfe Ton nicht an Aktualität verloren. Er entzückt und zieht den Leser in einen Sog aus Schmerz und Sehnsucht auf der einen und Glamour auf der anderen Seite. Die 16-jährige Courtney lebt mit ihrer Mutter in Hollywood. Von ihrer plötzlich erwachenden Sexualität überrumpelt, sucht sie Halt. Doch den kann ihre stumpfsinnige Mutter nicht spenden. Ausschweifende Partys, Alkohol und Zigaretten verdrängen die Einsamkeit. Kurzzeitig. Die Bindung zu teils depressiven und suizid-gefährdeten Charakteren verstärkt sich vor dem Hintergrund, dass Moore mit 26 Jahren den Freitod wählte.






Pamela Moore: Cocktails. Piper, 304 Seiten, 20 €

Erfrischend berauschend