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Sommerfestspiele Xanten: Das Verona des Nordens

08.07.2009 | 18:09 Uhr
Sommerfestspiele Xanten: Das Verona des Nordens

"Queen Spectacular", "Nabucco", "Evita" - oder gleich "Eine Nacht in Venedig": Der Archäologische Park in Xanten lockt mit Highlights von Klassik bis Pop zur 28. Auflage der Open-Air-Sommerfestspiele.

Eine Tradition wie diese können wohl nur sehr wenige Veranstaltungsorte vorweisen: Bereits vor fast 2000 Jahren drängte sich das Publikum auf den Rängen des Xantener Amphitheaters und goutierte Entertainment unter freiem Himmel. Ein Freizeitvergnügen, das sich an exakt derselben Stelle heute noch mindestens ebenso großer Beliebtheit erfreut – wobei der Spielplan freilich behutsam dem Zeitgeschmack angepasst wurde: Statt blutiger Tierhetzen und tödlicher Gladiatorenkämpfe stehen in dem auf Originalfundamenten rekonstruierten Amphitheater heute Highlights aus Oper, Musical und Pop auf dem Programm.

Mit seinen alljährlichen Sommerfestspielen an historischer Stätte avancierte Xanten im vergangenen Vierteljahrhundert zum heimlichen „Verona des Nordens”. Ab dem 13. August hebt sich nun wieder der Vorhang im archäologischen Park.

Info
28. Sommerfestspiele Xanten

13.-16.8. „Nabucco”

21.-23.8. „The Queen Spectacular”

28.-30.8. „Evita”

21.-23.8. „Eine Nacht in Venedig” (im Waldtheater Xanten-Birten).

Karten gibt's ab ca. 40 € im TICKET-SHOP, 01805/280123 und www.DerWesten.de/tickets

Eröffnet wird die 27. Festival-Auflage dabei mit einem Opern-Klassiker, der auch jenseits der Alpen schon viele Male für Begeisterung unter den Klassik-Fans gesorgt hat: „Nabucco”, Giuseppe Verdis erster großer Bühnenerfolg aus dem Jahr 1842, ist dabei im italienischen Original zu erleben. Wenn unter dem niederrheinischen Abendhimmel also Melodien wie der berühmte Freiheitschor „Va pensiero” erklingen, darf man sich auch tief im alten Germanien ein bisschen wie in der Arena di Verona fühlen. Präsentiert wird die aufwändige „Nabucco”-Inszenierung von der renommierten Staatsoper Breslau – mit Ballett, Chor, Orchester und Statisten sorgen über 200 Mitwirkende für einen opulenten Augen- wie Ohrenschmaus.

Ein ganz anders geartetes, gleichwohl nicht minder mitreißendes Bühnenereignis erwartet die Besucher der Sommerfestspiele ab dem 21. August. Der Oper um den babylonischen König folgt eine Hommage an die Königin der Rock-Bands: In der Show „The Queen-Spectacular” erwecken Patrick Myers als Freddie Mercury und die Band Killer Queen zahlreiche Songklassiker der legendären Britrocker spektakulär wieder zum Leben. „We Are The Champions”, „Radio Gaga” oder „Bohemian Rhapsody” in der Arena – da hätten sicher auch die alten Römer mitgerockt.

Wer's etwas weniger heftig mag, ist zur selben Zeit am zweiten Festival-Spielort an der richtigen Adresse: Im lauschigen Ambiente des Waldtheaters Xanten-Birten, einst Spielstätte des römischen Heerlagers, steht die Johann-Strauß-Operette „Eine Nacht in Venedig” auf dem Spielplan.

Ein Klassiker der leichten Muse, der das Publikum ebenso begeistern dürfte wie der Musical-Hit zum Festspiel-Finale: Bei Andrew Lloyd Webbers Welterfolg „Evita” sind im großen Amphitheater noch einmal ebensolche Gefühle angesagt. Und wenn sich dann noch der niederrheinische Sommer von seiner mediterranen Seite zeigt, kann's in Verona eigentlich auch nicht viel schöner sein...

Stefan Moutty

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