So pflegen die Konzerne ihre Unternehmenskultur
21.04.2010 | 02:00 Uhr 2010-04-21T02:00:00+0200
Essen/Bochum.Deutsche Konzerne, Banken und Sparkassen pflegen im engeren Wortsinne Unternehmenskultur. Auch Eon, Ruhrgas und Evonik sammeln Tausende von Kunstwerken in Foyers, Chefbüros oder Konferenzräumen.
Als Elisabeth Kessler-Slotta die Vorstandsebenen diverser deutscher Unternehmen betrat, sah sie Gemälde in einer Vielfalt und Qualität, die auch eine erfahrene Kunsthistorikerin verblüffen konnten. Die Werke hängen in Foyers, Chefbüros oder Konferenzräumen. Sie sind im engeren Wortsinne Unternehmenskultur von Konzernen, Banken und Sparkassen.
Allein die Sammlung des Düsseldorfer Energiekonzerns Eon wäre geeignet, ein großes Publikum anzulocken. Dem Unternehmen gehören Werke so namhafter Künstler wie Jackson Pollock, Gerhard Richter, Andreas Gursky, Thomas Demand, Bill Viola und Günther Uecker. Die Sammlung umfasst Malerei, Fotografie, Videoarbeiten, Skulpturen und Arbeiten auf Papier. Das zum Eon-Bestand gehörende Pollock-Bild „Number 5 (Elegant Lady)“ ist eines der Hauptwerke der aktuellen Ausstellung im Düsseldorfer Museum Kunst Palast.
„Kreatives Arbeitsklima“
Auch die Eon-Konzerntochter Ruhrgas hat über viele Jahre Kunst angekauft und kann sich mit den Werken großer Künstler schmücken, darunter Lyonel Feiniger, Otto Piene, Felix Müller, Markus Lüpertz und Georg Baselitz. Kulturförderung und Kunst seien „ein Teil der Corporate Identity“, zu Deutsch: der Unternehmenspersönlichkeit von Eon.
Der Essener Evonik-Konzern verfügt ebenfalls über eine beachtliche Kunstsammlung: mehr als 2000 Werke im Wert von mehreren Millionen Euro. Am Konzernsitz Essen befinden sich Arbeiten von Josef Albers, Günther Uecker, Imi Knoebel und Per Kirkeby.
Kunsthistorikerin Elisabeth Kessler-Slotta spricht von „ganz unterschiedlichen Beweggründen“ der Unternehmen, Kunst zu sammeln. Gelegentlich deckten sich Strategien zur Geldanlage mit Interessen der Firmenchefs. Der Evonik-Konzern begründet die eigene Sammelleidenschaft unter anderem mit dem Anliegen, „eine inspirierende Atmosphäre für ein kreatives Arbeitsklima zu schaffen“.
Ein Teil der Sammlungen wird beim Ruhr.2010-Projekt „Unternehmensgalerie Ruhr“ gezeigt. Für die 100 Werke starke Ausstellung im Museum Bochum (31. Oktober bis Februar 2011) öffnen 35 Firmen ihre Schatzkammern.
19:18
Wenn die Unternehmenskultur mal gepflegt werden würde...Ich selbst bin Mitarbeiter eines der oben genannten Unternehmen. Durch die immer wiederkehrenden Umstrukturierungen ist eine wirklich gesunde Unternehmenskultur abhanden gekommen.
10:02
Wenn ich lese, daß da Kultur gepflegt wird, mache ich mir so meine Gedanken.
Wovon wird das besonders bei Banken und Versorgern bezahlt?
Richtig von den Kunden mit Gebühren etc. Und wenn die ständig erhöht werden, ist klar wo die Gelder bleiben.
Ich verstehe unter Unternehmenskultur eher das pflegen der Unternehmensgeschichte und bewahren alter Werte Erhalt geschichtsträchtiger Gebäude und/oder Produktiosnstätten. Aber mit der Unternehmensgeschichte haben es viele Unternehmen nicht so.
Übrigens keine Zukunft ohne Geschichte!