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Sirenen mit Spaßfaktor

20.01.2015 | 00:12 Uhr

Essen. Jools Holland und seine Bigband sind seit Jahren eine Konstante im englischen Musikfernsehen. Wenn der fast 57-Jährige in seine Late-Night-Show bittet, kommen die Stars alle – wie die Motten zum Licht. Das liegt zum einen an der entspannten Atmosphäre seiner Show, zum anderen an der Qualität seiner Truppe, die, egal in welche stilistische Richtung es geht, den perfekten Teppich für die singenden Gaststars ausbreitet. Einen guten Eindruck von der hohen Qualität der Holländer liefert das Album „Sirens Of Song“ (Eastwest Records, erscheint am 30.1.). 14 Songs sind drauf, allesamt mit Frontfrauen, immer mit einer Riesenportion Spaß versehen.

Und es gibt jede Menge zu entdecken: Zum Beispiel große Namen, die auf anderen Pfaden unterwegs sind als sonst. Dass Kylie Minogue mal den Strummer-Klassiker „Should I Stay Or Should I Go“ singen würde, hätte sie wohl selber nicht geglaubt. Und dann noch so, mit sumpfigem New Orleans-Feeling im Stile eines Prof. Longhair! Oder Amy Winehouse mit Dschungelsound („Monkey Man“). Oder Melanie C mit ihrer wuchtigen Interpretation von Steve Wonders „I Wish“ (da dreht Hollands Rhytm & Blues Orchestra richtig auf!). Oder Eartha Kitt mit ihrer kecken Version von „Ain’t Misbehavin’“. Oder Joss Stone, die mit „Letting Me Down“ einen eigenen Song vorstellt – und deren Wucht beeindruckt.

Zudem lädt sich Holland Sängerinnen ans Mikro, die man nicht auf dem Radar hatte: die betörende Emelie Sandé etwa („Love Me Or Leave Me“, schönes barockes Klaviersolo) oder Mabel Ray, deren Gesang auf „Sweet Bitter Love“ eine Anmut hat, die an den Albumtitel erinnert: verführerisch wie die Sirenen der griechischen Mythologie.

Michael Minholz

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2015-01-20 00:12
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