Semino Rossi: Der Rosenkavalier
30.09.2009 | 19:45 Uhr 2009-09-30T19:45:00+0200
Der argentinische Barde suchte dereinst sein Glück als Straßenmusiker in Europa – und wurde fündig: Sein aktuelles Album „Die Liebe bleibt” stieg auf Platz zwei der Charts ein. Wir sprachen mit dem Schlagerstar (47) über die Gnade des späten Erfolges und die Kunst, den Kopf über Wasser zu halten.
Señor Rossi, wissen Ihre Landsleute in Argentinien eigentlich, dass Sie in Europa ein so großer Star sind?
Rossi: Nein, in Argentina ist bislang kein Album von mir erschienen. Ein paar argentinische Politiker wissen aber schon, dass es da jemanden gibt, der in Europa Werbung für die Heimat macht.
Haben Sie trotzdem manchmal Heimweh und denken darüber nach, zurückzugehen?
Rossi: Nein, ich fühle mich sehr heimisch hier. Ich habe schließlich 20 Jahre auf meinen Erfolg in Europa warten müssen – da geht man nicht einfach wieder.
Sie haben Ihre Karriere als Straßenmusiker begonnen. Was haben Sie in der Zeit lernen können?
Rossi: Diese Zeit war eine harte, aber auch gute Schule. Vor mehreren Menschen auf der Straße zu singen, hat mir Sicherheit gegeben. Egal ob ich nun vor einer Person oder 9000 singe – ich bin vorbereitet.
Hat es Vorteile, dass Sie erst mit 20 Jahren Verspätung ein Star geworden sind?
21.2. Oberhausen (KöPi-Arena)
14.3. Köln (Lanxess-Arena)
22.4. Dortmund (Westfalenhalle)
30.10. Siegen (Siegerlandhalle)
Karten von ca. 37-69 € gibt's in unseren TICKET-SHOPs unter 01805/280123 und www.DerWesten.de/tickets
Rossi: Ja, man sieht den Erfolg dann mit anderen Augen. Wenn so etwas mit 20 Jahren passiert, ist das auch wunderschön. Aber es könnte dann auch sein, dass dieser Erfolg sehr schnell wieder vorbei ist. Ich hingegen konnte erst reifen und kann jetzt – mit Mitte 40 – jeden Moment genießen, den mir das Leben schenkt.
Sie sind ein gelernter Rettungsschwimmer und wissen demnach, wie man den Kopf über Wasser hält – auch was die Karriere angeht?
Rossi: (lacht) Ja, das haben Sie schön gesagt. Ich liebe einfach das Wasser und deshalb hatte ich in Argentinien auch diesen Kurs belegt.
Wievielen Menschen konnten Sie so das Leben retten?
Rossi: Ich schätze ungefähr zehn Menschen. Auch Kindern. Rettungsschwimmer zu sein, ist ein schöner Beruf. Man kann das aber nicht ein Leben lang machen.
Als Musiker sind Sie aber mindestens so wertvoll. Im nächsten Jahr wollen Sie wieder große Hallen füllen: Was glauben Sie, macht Ihre Faszination für so viele Menschen aus?
Rossi: Die Mischung: meine Lieder, mein Akzent und diese Stimme, die mir der liebe Gott geschenkt hat. Meine Musik spricht einfach zu sehr vielen Menschen...
...vornehmlich zu weiblichen Fans. Kommem auch Männer zu Ihren Konzerten?
Rossi: Ja, immer mehr. Männer sind auch Romantiker – allerdings eher versteckte.
Sie hingegen sind ein bekennender Romantiker, meist sieht man Sie auf offiziellen Fotos mit einer Rose in der Hand.
Rossi: Ja, die Rose steht für Liebe – „por el amor una rosa”!
Jede Rose hat Dornen – haben Sie auch welche?
Rossi: Natürlich, Dornen gehören dazu! Man muss nur eben sehr vorsichtig sein und aufpassen, wo man eine Rose anfasst, no? Vielleicht braucht man ja auch Handschuhe.
Götz Alsmann hat über Sie gesagt, Sie seien so sympathisch, dass man fast misstrauisch werden könnte. Sind Sie wirklich so nett, oder machen Sie uns nur etwas vor?
Rossi: (lacht) No, ich bin schon nett. Meine Familie hat mir beigebracht, immer freundlich zu den Leuten zu sein.
Zum Schluss müssen wir noch über Ihre Frisur sprechen: Verlangen Ihre Locken nach einer besonderen Pflege?
Rossi: Nein, das ist wie bei einem Hund: duschen, den Kopf schütteln und fertig! (lacht) Ich brauche nicht eine Stunde wie vielleicht manche Frau. Nur 30 Sekunden!
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