Sein Name ist Nase
27.02.2009 | 11:06 Uhr 2009-02-27T11:06:00+0100
Der richtige Riecher machte Mike Krüger schon in den späten Siebzigern vom Betonbauer zum Blödelbarden. Wir sprachen mit dem Klampfenkomiker über Niederschläge, Neuauflagen, Nippel-Karaoke und sein Liveprogramm „Zweiohrnase”.
Mike, was gibt's in der Show zu sehen? Pöbeln Sie da etwa gegen Til Schweigers Handicap-Hoppler „Keinohrhasen”?
Krüger: Nee, der ist der Einzige, der verschont bleibt. Ansonsten ziehe ich aber alles durch den Kakao, von Bankenkrise bis Rauchverbot. Und es gibt neue Persiflagen, etwa ein Xavier-Naidoo-Medley, aber auch Auftritte von Heinrich dem Schäfer und Supertalent Michael Hirte – eben alles, was Rang und Namen hat.
Ihre letzte große Tour liegt ja schon einige Jahre zurück – ein gutes Gefühl, wieder auf der Bühne zu stehen?
28.2. Mülheim (Stadthalle, 25-33 €, 01805/280123)
12.3. Waltrop (Stadthalle, 25 €, 02309/962662)
Krüger: Es ist das Größte, live vor Publikum zu spielen, ich komme ja von der Bühne. Anders als im TV muss ich weder auf Regisseure noch auf Kameras Rücksicht nehmen und habe direkten Kontakt zu den Zuschauern. Und wenn ich 20 Minuten länger spielen will, dann mach' ich das einfach.
Als Sie vor 31 Jahren anfingen, galten Sie als „Blödelbarde”, heute gibt's „Comedians”. Wie hat sich die Lachlandschaft seit damals verändert?
Krüger: Früher war es ganz normal, dass Leute wie Otto, Jürgen von der Lippe oder eben ich auf der Bühne auch gesungen haben, das macht die Stand-up-Generation ja gar nicht. Überhaupt hat sich viel verändert – ich aber bin meinem Stil treu geblieben.
Ihre zahlenmäßig größten Erfolge hatten sie ganz früh: 600 000 Platten von „Mein Gott, Walther” verkauft, dann eine Reihe von Kinofilmen. Ist es schwierig, wenn die Nachfrage dann wieder nachlässt?
Krüger: Bei mir war's ein ständiges Auf und Ab. Aber immer wenn etwas zu Ende ging, kam bald etwas völlig Neues dazu. So wie damals, als mich Rudi Carrell fragte, ob ich nicht bei „7 Tage, 7 Köpfe” mitmachen will. Damit waren wir zehn Jahre lang das erfolgreichste Comedyformat im deutschen Fernsehen.
Nicht ganz so erfolgreich war Ihre Show „Vier gegen Willi", bei der am Ende ein lebendiger Hamster über das Schicksal der Sieger entschied...
Krüger: Die Show hatte durchaus gute Quoten, wurde aber eingestellt, weil der Bayrische Rundfunk irgendwann die schlechten Kritiken und Proteste leid war.
Vielleicht waren Sie Ihrer Zeit voraus? Heute würde so ein Konzept doch gut passen...
Krüger: Bislang hat sich niemand für eine Neuauflage interessiert. Unsere Spiele waren aber auch so aufwändig, dass das heute wohl keiner mehr bezahlen könnte.
Apropos „können”: Können Sie eigentlich ihren Hit schlechthin, „Der Nippel”, noch ertragen? Oder lassen Sie den auf Tour lieber weg?
Krüger: Ich ärger' mich ja auch, wenn ich auf ein Konzert gehe und der Künstler seine großen Erfolge nicht spielt. Also gibt's den Nippel, meist als Zugabe. Überhaupt liebe ich den Song: Der Saal singt den Text, und ich muss nur Gitarre spielen.
03:51
Irgendwie sieht der schlecht aus und abgemagert. Kriegt der von seiner Ollen nicht mehr genug zu essen?
00:57
Wenn man ihn hört, muss man sich nebenbei selbst Witze erzählen, um lachen zu können.
Heinz Erhardt war ein Könner der alten Schule. Wie Loriot. Zeitlos und so schnell nicht zu vergessen.
22:14
Wer aktuelle Gags hören will, sieht sich Barth, Mittermaier und co. an.
Wer Krüger sehen will, eben den- ich mag alle.
Aber der beste von allen, ja der wäre am 20.02.09 100 Jahre alt geworden. Seine Gags sind absolut zeitlos: Heinz Erhardt ;-)))
20:25
Das Problem ist,dass die Gags auch wirklich noch auf dem Niveau von 1980 stecken geblieben sind...
19:56
Ich habe Mike Krüger 1980 für einen Eintritt von 2.- DM im Kölner Tanzbrunnen live gesehen und freue mich noch heute über seinen anhaltenden Humor.
Respekt !