Schriftsteller Ingo Schulze sieht Sozialstrukturen bedroht
28.09.2009 | 17:06 Uhr 2009-09-28T17:06:00+0200Essen. Autor Ingo Schulze ("Simple Storys") zeigt sich angesichts des Wahlergebnisses "fassungslos". Er hätte sich eine andere politische Landschaft gewünscht - gerade wegen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.
Herr Schulze, haben Sie sich gefreut am Sonntag – oder geärgert?
Ingo Schulze: Ich habe mich geärgert! Aber aus meiner Sicht galt es ja sowieso nur, zwischen zwei Übeln zu wählen: Große Koalition oder Schwarz-Gelb. Meine Hoffnung für die Zukunft wäre eine Koalition aus Grünen, Linken und SPD. Nach den Erfahrungen dessen, was wir Finanz- und Wirtschaftkrise nennen, hätte man doch eigentlich mal aufwachen müssen!
Und das Gegenteil ist eingetreten.
Ingo Schulze: Auch wenn es nicht mehr überraschend kommt, bin ich doch fassungslos, besonders über den Erfolg der FDP. Es gibt offenbar viele, die da ihre Interessen am Besten vertreten sehen, ich denke aber, dass Schwarz-Gelb für die gesamte Gesellschaft verheerend sein wird. Die Polarisierung der Gesellschaft wird weitergehen, ja beschleunigt werden. Man wird sehr viel von Freiheit und Eigenverantwortung zu hören bekommen, das heißt: Kümmere dich selbst, deine Steuern brauchen wir für andere Dinge. Ich sehe unsere Sozialstrukturen bedroht. Dieser Privatisierungsschub, der ja nicht nur im Gesundheitswesen, sondern auch in der Bildung, im Verkehr, eigentlich in allen Bereichen zu sehen ist, der wird Auftrieb bekommen, zum Schaden des Gemeinwesens.
Nicht nur die FDP, auch die Linke ist stärker geworden.
Ingo Schulze: Dass auf Bundesebene diese Koalition prinzipiell ausgeschlossen wurde, fand ich merkwürdig. Mich störte das prinzipielle Nein. Ich nehme an, dass die SPD auch dafür die Quittung bekommen hat. Das Ergebnis hat natürlich mit der Agenda 2010 zu tun, mit Hartz IV. Und: Unter Rot-Grün sind ja auch die Hedgefonds in Deutschland zugelassen worden, die Kürzung des Spitzensteuersatzes.
Wie haben Sie die letzte Schwarz-Gelbe Regierung in Erinnerung?
Ingo Schulze: 1990 hat Kohl die Wahl mit großen Versprechen gewonnen – und die Ostdeutschen wollten an den Weihnachtsmann glauben. Damals hätte man eine ganze Menge besser machen können, statt einer Vereinigung wurde es nur ein Beitritt. Das hätte auch für den Westen eine Chance bedeutet, sich zu wandeln. Ich will jetzt keine alten Schlachten schlagen, aber 1989/90 begann eine Phase, die heute im Schlechten die FDP verkörpert: Man betet den Markt als Gott an und opfert ihm viele sinnvolle Regeln. Man darf nicht alle Arten des Geldverdienens erlauben. Das wusste man bis 1989 im Westen besser.
Wie groß sind die Unterschiede zwischen Ost und West?
Ingo Schulze: Ach, eigentlich interessieren die mich gar nicht so – aber die Frage ist natürlich berechtigt. Heute geht es doch um Oben und Unten, um Teilhabe und Nichtteilhabe, um Abhängigkeit und Unabhängigkeit. Manches Problem prägt sich im Osten schärfer aus als im Westen, aber es sind nicht verschiedene Probleme.
10:13
Im Gegensatz zu Thomas Brussig, hat Ingo Schulz das Wesentliche der kommenden Politik erkannt.
07:07
Die Furcht vor der sozialen Kälte der Union war 1982 berechtigt zumal Kohl eine Geistig moralische Wende androhte.
Nach den verheerenden Jahren des Medien-Kanzlers, seiner Geistig moralischen Wende gewissermaßen, fällt die Vorstellung schwer, dieser Unanstand sei noch zu toppen.
Das Gegenteil könnte der Fall sein, so Merkel/Westerwelle halbwegs bei Verstand sind. Rücknahme diverser und abtgefeimter Schikanen seitens der ARGEN, die nichts bringen aber sehr kostenintensiv sind. Rücknahme auch der ganzen zweifelhaften Maßnahmen, die ebenso wenig bringen und nur die Statistik weiter verfälschen. Da könnte sich nicht nur Rüttgers dann als Arbeiterführer aufspielen, die ganze CDU könnte es.
00:48
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22:48
Wer ist Ingo Schulze??
22:03
Dieses Gesülze von *********** wie Herrn Schulze geht mir einfach auf die Nerven.
Diese ständigen Weltverbesserer, die meinen, dass jetzt die Welt untergeht, kommen wahrscheinlich mit dem eigenen Leben nicht zturecht und meinen, dass auf den Rest der Gesellschaft projizieren zu müssen.
20:50
Wenn man den Schule so reden hört überkommt einem das Gefühl das er in seinem Leben nur Vorwärts, Neues Deutschland und Prawda gelesen hat. Soll er doch zum Chavez auswandern der macht gerade das was er sich doch so sehnlich wünscht. Wetten das Schulze nach kurzer Zeit wiederkommt?
20:06
Ich kann dieses Gesülze der linken Weltverbesserer nicht mehr hören. Alles wird vorgeschrieben: Von der Klimarettung bis zur Glühbirne. Deutschland braucht FREIHEIT! Kennen Sie dieses Wort Herr Schulze?
20:01
Herr Schulze wandern Sie doch aus. Am besten nach Berlin oder Nordkorea. Oder wohnen Sie mit Rainer Langhans zusammen, so sehen Sie eh schon aus. Natürlich hätten die Linken die Wiedervereinigung besser hingekriget, was denn sonst. Zur Erinnerung. Die SPD wollte gern die DDR behalten.
18:09
Gut, ich sehe es auch so, obwohl die Schrecken meistens nicht so stark kommen, wie befürchtet. Nur, haben wir denn wirklich so viele Millionäre und Zahnärzte, wie das Ergebnis andeutet? Steht die Gier wirklich an erster Stelle und ist die Zukunft unserer Enkel so wurscht?