Schokoladenwerbung aus 130 Jahren - Ausstellung in Köln

Ein Klassiker: Der Goldhase von Lindt & Sprüngli mit dem klingenden Glöckchen.
Ein Klassiker: Der Goldhase von Lindt & Sprüngli mit dem klingenden Glöckchen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Katze, Kolibri & Co: Das Kölner Schokoladenmuseum zeigt Werbung vom Goldhasen bis zur Kuh "Mitzi Blu", die nicht nur Kindheitserinnerungen wecken.

Köln.. Schon bevor sie das Gebäude betreten, wissen Besucher, was abgeht. Oben auf der Mauer des Schokoladenmuseums hockt ein 2,80 Meter großer „Goldhase“. Der Riesenmümmler mit der roten Schleife ist Botschafter der großen Sonderschau „tierisch süß – Im Schokoladenzoo“, die dort bis zum 18. Oktober zu sehen ist. Im Foyer und im Restaurant, in der Afrika- und in der Amerika-Abteilung, in der Produktion und bei den Schokoladenautomaten, auf allen drei Ebenen des Hauses, tummeln sich Katze, Kolibri & Co. Knallgrüne Schilder weisen auf die jeweiligen Stationen hin.

275 Exponate von 89 Firmen

„Die Ausstellung erläutert auf erlebnisreiche, spannende Weise die Geschichte der Schokoladenwerbung mit Tieren über 130 Jahre hinweg“, sagt Maria Mrachacz, Direktorin des Museums. Die meisten der 275 Exponate von 89 Firmen stammen aus eigenen Beständen, aber auch Sven Stabroth aus Kiew, der in 25 Jahren über 15. 000 Tafelverpackungen mit Tiermotiven gesammelt hat, trägt zur Farbigkeit der Schau bei. Die Menagerie zum Anbeißen beleuchtet nicht nur den Werbeaspekt, sondern auch zoologische Fakten und kulturhistorische Entwicklungen. Hierzu tragen der Kölner Zoo und das Museum König in Bonn bei. Gemeinsam mit Kuratorin Andrea Durry wurde vor zweieinhalb Jahren mit der Konzeption begonnen.

Die lange Vorlaufzeit hat sich gelohnt. Niedliche Haustiere, ihre exotischen Artgenossen und lustige Comicfiguren tummeln sich auf Verpackungen von Schokolade, Pralinenschachteln und Tüten, die Schokoriegel enthalten. „Mitzi Blu“, die braunweiße Kuh strullt aus dem Euter Milch in einen Eimer, von den „ChocStars“-Täfelchen feixen Hunde, die wie Karl Lagerfeld, Michael Jackson oder der Rapper Snoop Dogg gestylt sind. Die Firma Hachez setzt mit den Bremer Stadtmusikanten, dem gestiefelten Kater und dem Froschkönig auf märchenhafte Tiermotive. Langbeinige Giraffen werben ebenso für den deutschen Hersteller Droste wie für die slowakische Marke Figaro, Cote d´or wählte den Elefanten als mächtigen Werbeträger, und beim Knusperriegel „Lion“ gibt der Name das Raubkatzenkonterfei vor.

Leckereien spiegeln wechselnde Moden und Trends

Über die Schachtel mit den After Eight-Täfelchen jagen stilvoll Reiter auf Polopferden, auch „Schmerling´s Noblesse“ aus der Schweiz setzt aufs springende Roß. Während die VEB Thüringen Schokowerke 1990 nicht nur für, sondern auch mit „Naschkatzen“ produzierten, setzte Lindt Ende des 19. Jahrhunderts lieber aufs „Bärli“ – und wer anderer als ein massiger Eisbär hätte in den 1960ern für „Eis-Schokolade“ werben dürfen? Schokolade mit Biomilch von Schafen oder Ziegen schmücken dieselben, von Lohmanns Pralinenbox blinzelt in den 1930er/40er Jahren ein treuherziges Rehkitz, Katzenzungen von Waldbaur bewerben Kater und Kätzchen in drolligen Biedermeierkostümen.

Auch Fische, Frösche und sogar ein Faultier kommen hier zum Einsatz, und natürlich dürfen weder die lila Milka-Kuh, noch die kleineren Geschwister des Goldhasen von Lindt fehlen. Papageien und Panther, Krokodile und Kamele, Berry, der Kaba-Bär und der Bugs Bunny auf der Nesqick-Dose sind nicht nur schön anzusehen und wecken Kindheitserinnerungen, sondern spiegeln auch auf faszinierende Weise wechselnde Moden und Trends über die Jahrzehnte hinweg. Unbedingt sehenswert!