Russisches Raumschiff-Design im Architekturmuseum Frankfurt

Wie wohnen Kosmonauten? Das Modell  einer russischen Sojus-Kapsel gibt Einsicht. Zu sehen im Architekturmuseum in Frankfurt vom 27. Juni bis 15. November 2015.
Wie wohnen Kosmonauten? Das Modell einer russischen Sojus-Kapsel gibt Einsicht. Zu sehen im Architekturmuseum in Frankfurt vom 27. Juni bis 15. November 2015.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Inneneinrichtung der Raumkapsel Sojus entwarf Architektin Galina Balaschowa 1963 an einem Wochenende. Dieses Wochenende startet ihre Ausstellung.

Frankfurt/Main.. Mit Design fürs All beschäftigt sich eine neue Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt. Gezeigt werden Entwürfe, Modelle, Fotos, Dokumente und andere Exponate der russischen Architektin Galina Balaschowa (83), die rund drei Jahrzehnte lang maßgeblich am Design der sowjetischen Raumfahrt beteiligt war. Die Ausstellung öffnet an diesem Samstag (27.6.).

Einbaumöbel fürs All

Anfang der 1960er Jahre plante die Sowjetunion, erstmals Kosmonauten für einen längeren Zeitraum ins All zu schicken. Dafür bedurfte es eines separaten Wohn- und Schlafraumes, mit dessen Gestaltung die junge Architektin Galina Balaschowa beauftragt wurde. Sie hatte zuvor Unterkünfte für Angestellte des Projektinstituts in Moskau geplant, in dem die Raumkapsel Sojus entwickelt wurde.

Raumfahrt Schnell musste es gehen. Also entwarf sie an einem Wochenende im Jahr 1963 eine Schrankwand und eine Toilette, ein Bücherregal und ein Sofa für die Raumkapsel Sojus, um der Besatzung den Aufenthalt in der Schwerelosigkeit so angenehm wie möglich zu machen. Sie habe die Inneneinrichtung des Wohnmoduls ganz allein designt, erzählte die 83-Jährige am Donnerstag bei einem Rundgang durch die Ausstellung. Später übernahm Balaschowa unter anderem auch Planungen und Konstruktionszeichnungen für die Weltraumstationen Saljut und Mir. (dpa)