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Ridley Scott bringt "Alien"-Prequel "Prometheus" ins Kino

05.08.2012 | 16:30 Uhr
Android David (Michael Fassbender) ist in "Prometheus - Dunkle Zeichen" schlecht zu durchschauen.Foto: Twentieth Century Fox/dapd

Essen.   Ridley Scott ist 74. Aber dem Regisseur hat einer seiner größten Erfolge wohl keine Ruhe gelassen. Mit „Prometheus“ startet diese Woche eine Art Prequel zu den berühmten „Alien“-Filmen. Mit dem Film liefert Scott nicht zuletzt eine neue These über die Entstehung der Menschheit.

Der Brite Ridley Scott (74) hat im Laufe seiner Karriere wahrlich genug unterschiedliche Filme inszeniert. Trotzdem wird er immer wieder auf „Alien“ und „Bladerunner“ reduziert, mit denen er das Science-Fiction-Genre ungemein bereichert hat. Andere First-Class-Regisseure wie James Cameron haben den „Alien“-Mythos weitergesponnen, doch jetzt meldet sich der Gründervater zurück. „Prometheus – Dunkle Zeichen“ heißt Scotts neuer Film, der mal als Vorläufergeschichte von „Alien“ angedacht war, nun jedoch mit einer gänzlich neuen These über das Entstehen der Menschheit aufwartet.

Menschenleere Welt

Der Film beginnt als großes Rätsel. Wir sehen ein bleiches, humanoides Wesen, ausgesetzt von einem Raumschiff auf einer menschenleeren Welt. Es isst etwas wurmig Aussehendes, verändert sich danach dramatisch, zerfällt gleichsam und sondert dabei lebende Zellstrukturen ab, die sich im Flusswasser verflüchtigen. Fragen über Fragen werfen diese ersten Bilder auf. Der Film allerdings wendet sich erst einmal dem Archäologenpärchen Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway (Logan Marshall-Green) zu, die im Jahre 2089 an mehreren Stellen der Erde auf Höhlenmalereien gestoßen sind, die alle das gleiche Sternenbild darstellen. Eine Einladung?

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Eine Weltraumexpedition macht sich auf die Suche nach den Ursprüngen menschlichen Lebens. Doch was sie auf einem weit entfernten Planeten entdeckt, könnte unser Ende bedeuten … SciFi-Horror von Ridley Scott. USA '12, FSK: ab 16. Start: 09.08.12

Als das billionenteure Raumschiff „Prometheus“ schließlich abhebt und Kurs auf einen erd-ähnlichen Planeten in eben jenem Sternbild nimmt, erwartet man endlich Antworten. Stattdessen aber dringen die mitgereisten Wissenschaftler in eine gigantische Pyramiden-Höhle ein, wo sie erstmals auf eine Spezies treffen, die Erinnerungen an das „Alien“ weckt – sie kann in Wirtskörper eindringen und ihre Brut dort ablegen. Andererseits aber entdeckt man auch mumifizierte Teile jener bleichen Rasse vom Anfang, deren DNA exakt mit dem Homo sapiens der Erde übereinstimmt. Kann das noch Zufall sein?

Je weiter der Film fortschreitet, umso mehr wird deutlich, wie hier am Script herumgedoktert wurde, damit beide großen Ideenstränge – die Herkunft des Menschen und die des gefräßigen Alien – hier gleich prominent vertreten sind. Doch der blutige Horror in den düsteren Höhlengängen will so gar nicht passen zu der mythologischen Absicht, die Gottesfrage neu zu stellen.

Geschöpf und Schöpfer

Dabei haben wir noch gar nicht vom dritten Handlungsfaden gesprochen, der sich im Raumschiff abspielt. Dort fragt man sich nach den eigentlichen Absichten des Unternehmers Weyland (Guy Pearce), den Flug zu organisieren. Als Beobachterin hat er jedenfalls seine Erfüllungsgehilfin Meredith Vickers (Charlize Theron) mitgeschickt. Der Android David (Michael Fassbender) dagegen, der so gern aussehen möchte wie Lawrence von Arabien in Gestalt von Peter O’Toole, ist schon von Natur aus schwer zu durchschauen.

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Eine Weltraumexpedition macht sich auf die Suche nach den Ursprüngen menschlichen Lebens. Doch was sie auf einem weit entfernten Planeten entdeckt, könnte unser Ende bedeuten … SciFi-Horror von Ridley Scott. USA '12, FSK: ab 16. Start: 09.08.12

Man merkt, wie gerne Ridley Scott hier der Frage nach Geschöpf und Schöpfer nachgegangen wäre. Doch er weiß auch, dass man bei einem teuren Sommer-Blockbuster keinen Gedankenfilm abliefern darf. Eher schon eine raue Schönheit wie Noomi Rapace, die aus ihrer einfachen Archäologin plötzlich ein taffes Superweib schält, das sehr an die zupackende Sigourney Weaver aus den frühen „Alien“-Filmen erinnert. Als sie erkennt, dass sie schwanger ist und ein ungebetenes Lebewesen in ihr reift, bedient sie sich kurzerhand einer vollautomatischen Chirurgie-Einheit und lässt sich den Embryo aus dem Bauch schneiden. Ausruhen geht nicht, der Feind kennt keine Pause.

Fabelhafte Kamera

Man kann an „Prometheus“ vieles bewundern, vor allem die Arbeit von Kameramann Dariusz Wolski, dessen düstere Bildtableaus das Undenkbare denkbar machen. Aber auch das täuscht nicht darüber hinweg, dass es sich hier um eine seltsame Melange handelt, deren Handlungsstränge einander zeitweise behindern. Am Ende ist zumindest klar: Eine Fortsetzung ist unabdingbar bei dem Stapel an offenen Fragen.

Arnold Hohmann



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