Revue feiert das Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet feiert sich in Wanne-Eickel mit einer neuen musikalischen Komödie. „Wat’ ne herrliche Welt“ begleitet den vor 60 Jahren verschütteten und plötzlich wieder aufgetauchten Bergmann Fritz bei seiner staunenden Entdeckung der Neuzeit. Und wen sollte es überraschen: Das Publikum riss es bei der Premiere wieder von den Stühlen.

Fans des „Mondpalastes“ wissen, dass die Geschichte keine neue ist. Doch das Stück war beliebt, und so wählte es Ekki Eumann, der neue Regisseur, für seinen Einstieg aus. Bietet die von Hausautor Sigi Domke geschriebene Komödie doch alles, was den heimatverbundenen Zuschauer des Volkstheaters freut: eine verrückte Story und Songs, die jeder kennt, umgetextet „auf Ruhrpott“.

Drei Männer und drei Frauen in einer Schrebergartenkulisse mit Förderturm. Es sind die Grabowskys und die Spackmanns, verwandt, aber verkracht, seit der Besitzer des Gartens, Onkel Fritz, 1954 unter Tage blieb.

Sie verkörpern das alte und das neue Ruhrgebiet: Während die Spackmanns (Dirk Emmerich und Susanne Fernkorn) wunderbar prollig daherkommen – in Ballonseide, Tochter Chantal (Pia Pannenbäcker) bauchfrei – hat der andere Zweig der Familie die Zeichen der Zeit erkannt: Vater Peter (Martin Zaik) und Sohn Raimund (Andreas Wunnenberg) tragen weiße Hemden, die strukturgewandelte Gattin und Mutter Lydia (Silke Volkner) Kostümchen. Abgehängt die einen, aufstrebend die anderen.

Am Ende beschwört ein höchst präsentes Ensemble nach der Melodie von Grönemeyers „Bochum“ in „Ruhrpott, wir komm’ aus dir“ noch einmal das Wir-Gefühl. Dafür liebt das Publikum den „Mondpalast“.