Polarisierungen in der Musikindustrie

Die Rückschau gehört zum Jahreswechsel, diesmal gar im doppelten Sinne. Die britische Zeitung Guardian hat das Jahr 2014 in musikalischer Hinsicht zum „Year of the booty“ erklärt, was man mit „Jahr des unteren Rückens“ umschreiben könnte – ein populäres Themenjahr, das durchaus polarisierend wirkt.

Grammy-Nominierungen für „All about that Bass“ von Meghan Trainor und „Shake it off“ von Taylor Swift. Elf Millionen YouTube-Klicks für den Jennifer-Lopez-Hit „Booty“. Eindeutige Song-Zeilen allüberall: So singt etwa Nicki Minajs „Anaconda“ (angeblich: 20 Millionen YouTube-Klicks in 24 Stunden) das Hohelied des eher üppigen weiblichen Hinterteils in nicht zitablen Worten, inklusive diverser Seitenhiebe auf barbiedürre Damen. Die amerikanische Vogue dichtete sogleich den Modetrend dazu: die „Ära des dicken Hinterns“.

Das alles ist natürlich schlimm. Die Zurschaustellung nackter Haut im Musikbusiness, der Ausverkauf textiler Werte usw. Andererseits: Immerhin bestimmen die Sängerinnen selbst, welchem Schönheitsideal sie huldigen wollen – und welchem eben nicht.

Warten wir es ab: Irgendwann wird der erste weibliche Superstar ein Loblied auf das Doppelkinn singen. Dochdoch, ganz sicher . . .

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE