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Peter Parker ist tot, lang lebe Spider-Man

12.12.2011 | 19:34 Uhr
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Peter Parker ist tot, lang lebe Spider-Man
Hat den Faden verloren: Peter Parker stirbt in den Armen von Mary Jane. Der Grüne Kobold hat ihn besiegt. Foto: Marvel/Panini

Essen.   Das Ende des beliebten Netzschwingers schockiert die Comic-Fans nur auf den ersten Blick. Denn die Story wird weitergewoben. Und tatsächlich stirbt Peter Parker nur in der Nebenserie „Ultimate Spider-Man“. Ein nicht ganz so betrübter Nachruf.

Am Tag, als Gwen Stacy starb, hat der Verfasser dieser Zeilen bitterlich geweint. Was daran gelegen haben mag, dass er damals neun Jahre alt und ein wenig verliebt in Spider-Mans blonde Freundin war, die der Grüne Kobold eiskalt von einer Brücke warf. Natürlich wollte man damals wie Spider-Man sein. Das war im Sommer 1979.

Spider-Man alias Peter Parker hat damals überlebt. Bis jetzt. Nun aber hat ihn das skrupellose Duo Brian Michael Bendis (Autor) und Mark Bagley (Zeichner) doch noch gemeuchelt. Peter Parker ist tot. Man darf bezweifeln, dass dieser vermeintlich tiefe Einschnitt in die Geschichte des Comics heute noch einen Neunjährigen zu Tränen rührt.

Denn sterben musste Peter Parker nur in der US-Nebenserie „Ultimate Spider-Man“, einer Neuerzählung, die seit elf Jahren bewusst auf modern getrimmt Jugendliche ansprechen soll. Facebook, Handy, Goth und Emo werden hier bewusst als Identifikationsmerkmale eingesetzt. Und die herzensgute alte Tante May ist plötzlich eine flotte Jungoma, die ein Asyl für verwaiste Teen-Superhelden leitet.

Auch Superman schied schon dahin

Der Tod eines Superhelden hat sich stets als lukrativer Kunstgriff erwiesen: Als Mitte der ‘90er Superman starb, gab es gleich eine ganze Reihe alternativer Ersatzhelden – was dem DC-Verlag erlaubte, zu experimentieren und Marktforschung auf Kosten der Leser zu treiben. Im Falle von Spider-Man hat der Marvel-Verlag die „Ultimate“-Serie ebenfalls neu gestartet. Aber der Neue im Spider-Dress ist ein gewisser Miles Morales, halb Afro-Amerikaner, halb Hispano. Hier hat die Marktforschung also schon vorher gearbeitet und eine neue Zielgruppe entdeckt. Die alte Zielgruppe darf weiter die Serie „Amazing Spider-Man“ verfolgen. Dort schwingt Peter Parker unbeirrt auf Heft 700 zu.

  • Brian Michael Bendis, Mark Bagley: Der Tod von Spider-Man, Teil 1-3. Panini, 124 Seiten, 14,95 €

Georg Howahl

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