Pat Garrett jagt Billy the Kid
07.03.2008 | 20:45 Uhr 2008-03-07T20:45:08+0100CRASHKURS Film Das abenteuerliche Leben von Revolverhelden wie Jesse James und Billy the Kid bietet sich ja geradezu für Verfilmungen an. ...
... Und nicht erst Brad Pitt (siehe DVD-Tipp links) hat erkannt, dass solche Geschichten mehr zeigen können als Schießereien. Sie sind auch als Psychogramme oder als Gesellschaftskritik auszudeuten. Ein Klassiker in dieser Hinsicht ist Sam Peckinpahs melancholischer Western "Pat Garrett jagt Billy the Kid" aus dem Jahr 1973.
Letztlich zeigt Peckinpah zwei Verlierer eines sich ändernden Systems: Billy the Kid passt nicht mehr in den Westen, der seine Wildheit an die ökonomischen Regeln der Viehbarone verloren hat. Auch Sheriff Pat Garrett, der Billy jagen muss, verachtet im Grunde dieses System. James Coburn verleiht Garrett die nötige Bitternis, Kris Kristofferson dem Billy die markige Unerschrockenheit, mit der er sich gegen sein Schicksal stemmt.
Legendär ist der Film auch wegen der Querelen zwischen dem unberechenbaren, trinkfreudigen Peckinpah und seinen Geldgebern der MGM-Studios. Die Streitigkeiten um die Zahl der Drehtage und den gültigen Schnitt des Films sind fast so abenteuerlich wie das Werk selbst und beschäftigten die Gerichte.
Legendär ist aber auch Bob Dylans Musik zu diesem Film, ganz besonders natürlich die Nummer "Knockin' on Heaven's Door", die zu einem oft gecoverten Klassiker wurde. Dylan wird ja in seiner gerade laufenden Filmbiografie "I'm not there" von sechs verschiedenen Darstellern gespielt. Vielleicht hätte er das auch selbst gekonnt: Schließlich spielte er in "Pat Garrett . . ." den kleinen Ganoven Alias.
Michael Vaupel
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