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„Partenope“ in der Philharmonie Essen begeistert das Publikum

22.01.2016 | 16:55 Uhr
„Partenope“ in der Philharmonie Essen begeistert das Publikum
Die Philharmonie in Essen.Foto: Michael Gohl

Essen.   Georg Friedrich Händels selten aufgeführte Oper „Partenope“ hat in der Essener Philharmonie das Publikum begeistert. Voraussetzung dafür war nicht nur die erstklassige Leistung der Sänger.

Partenope ist in einer beneidenswerten Lage. Von vier Männern wird die legendäre Gründerin von Neapel umworben: Da ist der schüchterne Armindo, der seine ­Liebe kaum zu gestehen wagt. Der selbstgefällige Arsace, der sich schon am Ziel aller Wünsche wähnt. Der Fürst des Nachbarvolks, Emilio, der mit seiner ganzen Armee Eindruck schindet. Und Eurimene, der als Schiffbrüchiger kommt, in Wirklichkeit aber die verlassene Ex von Arsace ist, auf der Suche nach ihrem ungetreuen Liebhaber.

Georg Friedrich Händel nutzt diese ein wenig romantische, ein wenig komische Handlung für feinsinnige Musik. Ermöglicht mit Traversflöte, Oboen, Hörnern und einer Trom­pete vielfältige musikalische Farben. Und schreibt schwermütige Melodien und virtuos überdrehte Kolo­ratur-Ketten, die nicht nur damals in London gut angekommen sind.

Voraussetzung dafür sind erstklassige Sänger. Händel hatte 1730 nicht das erhoffte Glück. Essen zog 2016 für eine konzertante Aufführung in der Philharmonie das große Los: Der Altus Lawrence Zazzo, für ­Philippe Jaroussky eingesprungen, bietet als Arsace männlich mar­kantes Auftreten und zärtliche Zwischentöne. Karina Gauvin krönt als Partenope den Glanz ihrer Erscheinung in Blond und Rosa mit flüssiggoldenem Timbre. Der Tenor John Mark Ainsley lässt sich als Emilio von den Kaskaden von Tönen, die ihm Händel zumutet, nicht beeindrucken. Emöke Barath ist als Ar­mindo ein Wunder an Empfindsamkeit und Schönheit des Tons. Kate Aldrich entzückt mit der Wärme und Geläufigkeit ihrer Stimme. Und ­Victor Sicard macht aus der zweitrangigen Basspartie des Ormonte ein erstrangiges Gesangserlebnis.

Flexibles Agieren, feine Balance

Das Orchester Il Pomo d’Oro überzeugt durch flexibles Agieren, feine Balance. Maxim Emelyanychev, Dirigierhoffnung aus Russland, befeuert das Ensemble mit entschiedener Geste. Am Ende baden die Figuren in Liebe und Freundschaft, das Publikum in Wohlge­fallen, die Musiker im Beifall.

Werner Häußner

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2016-01-22 16:55
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