"Paradise Lost" von John Milton
09.01.2009 | 19:25 Uhr 2009-01-09T19:25:00+0100Essen. Es gibt Werke, die gehören zur Weltliteratur, ohne dass dies großartig zur Kenntnis genommen würde. Weil sie kaum den Dunstkreis literaturwissenschaftlicher und philologischer Seminare verlassen, so wie John Miltons episches Gedicht "Paradise Lost".
Ich hätte jedenfalls John Miltons episches Gedicht "Paradise Lost" ("Das verlorene Paradies") nie so früh entdeckt ohne "The Herd". Vor vielen Jahren sang diese Rockband mit einigem Charts-Erfolg "From the Underworld", was irgendwie nach Dante klang, und vor allem "Paradise Lost", was sich, hieß es, auf John Milton beziehe.
Wegen eines Songs suchte ich den englischen Dichter und Staatsphilosophen (1608-1674), und dessen 1667 veröffentlichtes protestantisches Epos in Blankversen zog mich - obwohl keinesfalls leicht zu lesen - noch dann in Bann, als längst klar war, dass die Geschichte mit "The Herd" absolut nichts zu tun hatte.
Das mit Fragen zur Religion und mythologischen Verweisen gespickte Gedicht erzählt die Geschichte des Sündenfalls, der Versuchung Adams und Evas und deren Vertreibung aus Eden. Mit einer Besonderheit: Miltons Protagonist ist der gefallene Engel Satan, ein stolzes Wesen, das seinem als tyrannisch gezeichneten Schöpfer statt mit Waffen nur noch mit List und Geschick entgegentritt - und dabei fast sympathisch wirkt. Ein Vorläufer der Helden Byrons.
"Das verlorene Paradies" ist jetzt erstaunlicherweise gleich in drei Verlagen neu erschienen: Bei Anaconda (7,95 €), Marix ( mit dem Bilderzyklus von Gustave Doré, 10 €) und als deutsch-englische Parallel-Ausgabe (7,99 €) bei Zweitausendeins.
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