Papst spendiert Obdachenlosen neue Toiletten

Rom-.  Unter den Kolonnaden des Petersplatzes hat Papst Franziskus jetzt Duschen für Obdachlose einrichten lassen, auch ein Friseur ist dort nun beschäftigt.

Die Anlagen sind neu und sauber - also eine Welt von dem entfernt, was in Rom sonst so an öffentlichen WCs oder Duschen geboten wird. In den Papst-Duschen bekommen die Obdachlosen einen Hygienebeutel mit Handtuch, Seife und Deo.

Für den Friseur wurden Shampoo, Bürsten und alle anderen Utensilien gespendet. Immer montags, wenn die anderen Friseure in Rom geschlossen haben, arbeiten hier ausgebildete Coiffeure auf Freiwilligenbasis.

Am Petersplatz haben seit langem Obdachlose ihr Quartier aufgeschlagen. Um ihnen ihre Würde zurückzugeben, hat der Almosenpfleger des Papstes, der polnische Erzbischof Konrad Krajewski, die Duschen und den Friseur einrichten lassen.

Franziskus hat sich seit seinem Amtsantritt vor knapp zwei Jahren vorgenommen, dass sich die Kirche wieder den Bedürftigen nähert. So lässt er gerne Regenschirme oder Schlafsäcke an Obdachlose verteilen oder besucht schon mal überraschend ein römisches Armenviertel.

Doch das Projekt mitten auf dem Petersplatz hat nicht nur Freunde. Kunsthistoriker hatten sich daran gestoßen, dass die Einrichtung unter den Kolonnaden das Werk des Barock-Architekten Gian Lorenzo Bernini störe.

Andere machen sich Sorgen, dass das Projekt weitere Obdachlose anzieht. Der Vatikan kann dies nicht nachvollziehen. „Wir Christen sollten das akzeptieren“, sagt Vize-Vatikansprecher Ciro Benedettini.

Die Touristen am Petersplatz stören sich jedenfalls nicht an der neuen Doppel-Einrichtung. „Ich finde das Projekt gut, und das entspricht doch ganz Franziskus’ Linie“, heißt es vielfach. Und auch: „Auf den Dienst-Mercedes, den das Projekt kostet, kann der Vatikan sicher gut verzichten.“