Papst: Sorge um Arme kein Kommunismus

Rom..  Papst Franziskus hat seine Kritik am Kapitalismus verteidigt. Die Warnungen vor einem Wirtschaftssystem, das die weltweite Armut verfestige, basierten nicht auf einer linken Ideologie, sondern auf dem Evangelium. Das sagte der Papst in einem Interview, über das die italienische Zeitung „La Stampa“ am Sonntag vorab berichtete. Das Interview findet sich in dem Buch „Papst Franziskus. Diese Wirtschaft tötet“ der Vatikan-Journalisten Andrea Tornielli und Giacomo Galeazzi, das am Dienstag in Italien erscheint.

Zu marxistisch

„Würde ich einige Stellen aus den Predigten der frühen Kirchenväter aus dem zweiten und dritten Jahrhundert über den Umgang mit den Armen wiederholen, würde mancher mir vorwerfen, meine Predigt sei marxistisch. Heute zählen Märkte mehr als der Mensch: Es ist eine kranke Wirtschaft“, zitiert die Zeitung aus dem Gespräch. Darin unterstreicht Franziskus, es gehe ihm nicht darum, die Reichen anzuklagen. Er kritisiere vielmehr die Anbetung des Reichtums, „jenen Götzendienst, der gefühllos macht für den Schrei der Armen“. Es gebe kein unbeschränktes Recht darauf, mehr zu besitzen als für den eigenen Bedarf notwendig, solange Anderen das Nötigste zum Leben fehle.

Die Rufe nach gerechterer Güterverteilung, betont der Papst, seien keine Erfindung des Kommunismus.