Oldtimer-Muffelsteuern häufiger einen Opel

Je älter der Wagen, desto größer ist die Liebe zu ihm: Menschen, die sich für Youngtimer (mindestens 20 Jahre) oder Oldtimer (über 30 Jahre) interessieren, fühlen sich mit ihrem Auto – auch mit ihrem Alltagswagen – generell emotionaler verbunden als es Menschen tun, die sich für die alten Schätzchen kaum erwärmen können. Um mehr über diese Fahrer zu erfahren, hat sich das Team um den Auto-Psychologen Hossiep zwei Extremgruppen der FAHR-Studie angeschaut. Die Bochumer Forscher nennen sie: Oldtimer-Enthusiasten und Oldtimer-Muffel. Der Oldtimer-Enthusiast ist in der Regel männlich und im Schnitt 47 Jahre alt. Ihm sind bei einem Wagen – nicht nur bei Oldtimern – die Aspekte „Sicherheit“ und „Funktionalität“ vergleichsweise wenig wichtig. Ihm geht es um den Fahrspaß, die Faszination, die von einem Auto ausgeht. Im Vergleich zum Muffel ist er zwar deutlich nostalgischer, aber nicht weniger an Neuentwicklungen interessiert. Er tauscht sich generell gerne über Autos aus. Im Gegensatz zu einem Muffel langweilen den Enthusiasten eher die „meisten aktuell erhältlichen Automodelle“.

Auch welchen Wagen ein Oldtimer-Fan im Alltag nutzt, haben die Forscher untersucht: „Der klassische Oldtimer-Enthusiast fährt Alfa Romeo, der klassische Oldtimer-Muffel steuert Opel“, sagt Hossiep. An zweiter Stelle steht bei den Muffeln der VW, gefolgt von: Ford, Renault, Toyota. Oldtimer-Fans fahren im Alltag vermehrt neben Alfa Romeo: Mercedes, Saab, BMW, Jaguar.

Die Statistik zeigt zudem: Menschen mit leitenden Funktionen oder auch Selbstständige haben eher ein größeres Interesse an Oldtimern als etwa Sachbearbeiter. Unterstützt dieses Ergebnis das Vorurteil, dass Oldtimer ein Hobby der Reichen sind? „Nein“, meint Hossiep. „Wir fragen schließlich nach Interesse an Oldtimern und nicht, wie viele einen fahren. Die Menschen in höheren Positionen sind allerdings Leute, die allgemein die Richtung vorgeben, denen nachgeeifert wird. Damit wird klar, dass sich in Zukunft wahrscheinlich noch mehr Leute für Young- und Oldtimer interessieren.“