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Kultur

Nur ein "perfides Machwerk"

15.02.2008 | 21:05 Uhr

STREITFÄLLE. Antireligiöses Kinderbuch enthält keine strafbaren Inhalte.

ASCHAFFENBURG. Das umstrittene Kinderbuch "Wo bitte geht''s zu Gott, fragte das kleine Ferkel" enthält nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg keine strafbaren Inhalte. Allerdings sei das Buch ein "perfides Machwerk in der Maske des religiösen Kinderbuchs", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Ernst Wich-Knoten am Freitag.

Die Staatsanwaltschaft hatte das Buch auf Antrag der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart strafrechtlich geprüft. Kritiker halten das Buch für blasphemisch. Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft sei zu respektieren, sagte ein Diözesan-Sprecher. Man habe mit der Bitte um Prüfung ein deutliches Zeichen setzen wollen, "dass die Inhalte des Buches nicht hinzunehmen sind."

Der 36-Seiten-Band von Michael Schmidt-Salomon und dem Zeichner Helge Nynke ist im Alibri Verlag (Aschaffenburg) erschienen. Derzeit untersucht die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, ob das Buch indiziert wird. Am 6. März soll ein Gremium, dem auch Vertreter der Kirche, der Jugendhilfe und Autoren angehören, darüber entscheiden, ob das Buch auf den Index kommt. Auch die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen will die Überprüfung des Buches. Es verletze religiöse Orientierungen und Gefühle, so Zentralstellen-Leiter Reinhard Hempelmann. (epd)

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Kommentare
07.12.2008
15:19
Nur ein perfides Machwerk
von Suchender46 | #23

Ach, Ihr gläubigen Christen, Moslems, Hinduisten, Juden, Buddhisten und ihr noch gläubigeren sogenannten Atheisten, Humanisten, Realisten!
Schon Sokrates wusste es: Dass er nichts wusste! Aber unsere neuen Heilsverkünder des alles-wissenden, alles-könnenden Humanisten vergessen dabei, dass es uns und eo ipso auch sie ohne jenes höhere Wesen , das unsere Vor-vor-fahren als höchste Autorität erkannten und weiterdachten, überhaupt nicht gäbe. Realisten der frühen Menschheitsgeschichte hätten den Schwierigkeiten nur mit kollektivem Suizid begegnen können - allein ein Glaube und die Anerkennung (Erkenntnis) einer höheren Macht konnte ihren Lebenswillen erhalten und eines Tages uns hervorbringen. Wenn Atheisten, sich gefälliger als Humanisten tarnend, als die vollkommeneren Menschen darstellen, soll das nur von den Tatsachen ablenken. Psychologen müssten es eigentlich wissen: Suizid und Neurosen sind unter Humanisten/ Atheisten nicht weniger häufig als unter Gläubigen von Religionen. Was mich aber am meisten stört, ist die Vereinnahmung der indifferenten Masse Menschen, die sich lediglich von den Kirchen oder Religionsgemeinschaften entfernt haben. Als ungefragte Fürsprecher nehmen sie die Übriggeblibenen der Wissenschaftlichen Weltanschauung auf und werfen sie der Gesellschaft vor die Füße. So nicht! Jeder Kaufmann lobt seine Ware. Das sei ihm auch gestattet. Humanisten, besinnt euch auf Werte und Tugenden, überlasst es den Wissenschaftlern, das Wie in der Welt zu erklären und vermeidet es, euch aus der Kritik der Religionsgeschichte heraus zu erklären und zu rechtfertigen und zu definieren. Für das Warum in der Welt habt ihr noch keine Erklärung geliefert; wir Christen haben da 2000 Jahre Erfahrungen gesammelt und leben aus diesen heraus in die Zukunft, die mit Sicherheit nicht a-theistisch sein wird.

24.08.2008
16:35
Nur ein perfides Machwerk
von Erika Backhaus | #22

Als Familie mit 3 jugendlichen Kindern haben wir das Buch unabhängig und ohne Vorbelastung gelesen und diskutiert. Die Gedanken des Autors konnten wir sehr gut nachempfinden - aber auch ansatzweise die Gedanken der Kritiker des Buches.- Bitte nicht gleich das ganze Buch verbrennen - lausche auf die Gedanken, die es hergibt (...)!Es ist so anschaulich gestaltet, dass es meiner Meinung nach als Religionsbuchlektüre im Schulunterricht (ab ca.7./ 8.Klasse) diskutiert werden könnte. Der Autor bringt etwas in Bewegung und das ist gut so.

28.03.2008
12:17
Nur ein perfides Machwerk
von Sigrid Grönert, Bremen | #21

FRAGE: Warum gipfelt die Religionskrtik des Buches in der Aussage: Wer Gott kennt, dem fehlt etwas! Nämlich hier oben... Das Ferkel tippte sich lachend an die Stirn. Der kleine Igel nickte:Die Leute vom Tempelberg sind wirklich verrückt! .......
VERSUCHTE ANTWORT: Nach meinem Eindruck haben die Autoren nicht daran gedacht, dass ein Verhalten, das andere Menschen in ihrer Würde verletzt (welches Christen oft unterstellt wird) nicht dadurch aus der Welt geschaffen wird, dass man selbst verletzend wird. Religionskritik gestehe ich jedem zu, doch der gegenseitige Respekt sollte gewahrt bleiben, besonders wenn Kindern etwas vermittelt wird. Den Spieß einfach nur umzudrehen ist relativ einfach, doch wo bleibt da das Anliegen unsere Welt positiv zu verändern. Oder ist das nicht das Anliegen der Atheisten?

06.03.2008
21:54
Nur ein perfides Machwerk
von Torsten E. | #20

Die blanke Aussage habe ich wohl verstanden. Ein Gläubiger ist nicht in der Lage richtig oder falsch zu unterscheiden. OK, nehmen wir mal an, dass diese Hypothese ist richtig. Eine solche Aussage kann aber nur derjenige machen, der in der Lage ist diese Unfähigkeit aufzudecken. Ergo, er muss selbst in der Lage sein richtig oder falsch zu unterscheiden. Wenn er dies selbst auch nicht kann, ist die blanke Aussage unredlich.
Ich bin ein durchaus aufgeklärter Mensch. Die Frage ob es einen Gott gibt oder nicht, entzieht sich jedoch meinem Wissen. Ich kann allenfalls Hypothesen darüber aufstellen und versuchen diese für mich zu verifizieren. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand die Hypothese Gott ablehnt. Aber ich habe etwas dagegen, wenn man seine Meinungen nur durch polemische Beschimpfungen untermauert.

06.03.2008
11:14
Nur ein perfides Machwerk
von Peters | #19

Vielen Dank Torsten,

das Sie meine Annahme ein weiteres mal
bestätigen. Ich habe mit keinem Wort erwähnt, Ich wisse, was richtig und falsch ist. Angelehnt an meine letzte Aussage: Ich denke nur Menschen, die nichteinmal in der Lage sind die blanke Aussage in meinem letzten Post zu erkennen, können so naiv sein um auf die unfundierten und in sich selbst widersprüchlichen Aussagen und Geschichten der Religionen hereinzufallen

MfG

PS: Ich will kein Atheist sein. Ich gehe noch ein ganzes stück weiter: Ich halte die Religion u.A. für das gefährlichste auf unserer Welt.

05.03.2008
22:52
Nur ein perfides Machwerk
von Torsten E. | #18

Hurra, jemand kennt richtig und falsch,
oh Erleuchteter - ach ja ihr wollt ja Atheisten sein.

05.03.2008
22:25
Nur ein perfides Machwerk
von Peters | #17

Ich kann Herrn Lürßen nur recht geben Liber.

Bei Gläubigen - Menschen die in Ihrer eigenen Welt die Wirklichkeit nicht erkennen können, obwohl wir in einer ziemlich aufgeklärten leben - kann ich nicht davon ausgehen, dass ebendiese fähig sind zwischen richtig und falsch zu unterscheiden.

MfG

05.03.2008
20:20
Nur ein perfides Machwerk
von sergej | #16

Allerdings sei das Buch ein perfides Machwerk in der Maske des religiösen Kinderbuchs, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Ernst Wich-Knoten am Freitag.


In Frankreich ein Oberstaatsanwalt nach so ein Spruch
wäre sofort seinen Job weg.

Auch in USA.

25.02.2008
09:37
Nur ein perfides Machwerk
von Burkard Schulte-Vogelheim | #15

Perverse Gedanken kranker Pfaffenhirne - so nannte Tucholsky in der Weltbühne einen Leitfaden der Christlichen Erziehung. Jener Leitfaden, der bis in die 70er Jahre im Umlauf war und der bis ins Detail ein Bestrafungsritual beschrieb, welches man heute wohl unter dem Begriff Folter zusammenfaßt.

Perverses Gedankengut auch in den guten Jugendbüchern der Christlichen Kirchen in denen oft ebenso detailiert die Bestrafungsrituale jenes Leitfadens vorkamen, vollzogen am mißratenen Sohn, der sich von Gott abwandte. Ein Horrorkabinett an seelischer Grausamkeit, Menschenzerstörung und Folter.

Und es wurde entsprechend agiert, unter dem Titel Die unbarmherzigen Schwestern berichtete der SPIEGEL über das Martyrium der Heimzöglinge in den konfessionellen Heimen bis in die 70er Jahre. Erst nach Jahrzehnten sind die Opfer in der Lage die erlittenen Qualen, die Demütigungen, die Menschenzerstörung beim Wort zu nennen.

Vereinzelt aber nicht mehrheitlich stellen sich Kirchenvertreter ihrer Vergangenheit und sind bemüht, den Opfern Genugtuung, soweit das überhaupt geht, zu geben. Mehrheitlich aber wird geleugnet. Die Opfer werden als Lügner denunziert.

Solange diese Infamie, diese Feigheit und Selbstgerechtigkeit in den Kirchen weiter besteht, solange mögen die Pfaffen einfach nur die Schnauze halten.

Ach ja, nie wurde von den Kirchen eine Indizierung ihrer eigenen Leitfäden, ihrer guten Jugendbücher, verlangt. Sie verschwanden mangels Nachfrage. Wer allerdings in den Speichern oder Kellern der Pfarrbüchereien stöbert, der kann fündig werden. Ein Horrorkabinet wird sich ihm auftuen.

Burkard Schulte-Vogelheim

24.02.2008
23:56
Nur ein perfides Machwerk
von M. Lüders | #14

Pfaffen können hetzen wie sie wollen, Autoren dürfen nicht schreiben, was sie meinen... wenn es so weitergeht leben wir bald im Mittelalter oder in einem Kirchenstaat. Gut, dass ich schon aus der Kirche ausgetreten bin - sie liefert ihren Mitgliedern immer wieder Gründe, es zu tun.

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