Nuhr muss sich „Hassprediger“ nennen lassen

Stuttgart..  Dieter Nuhr muss es sich gefallen lassen, wegen seiner Islam-Kritik als „Hassprediger“ bezeichnet zu werden. Vor dem Stuttgarter Landgericht scheiterte der Komiker der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ zufolge mit dem Versuch, dem Muslim Erhat Toka diese öffentliche Einschätzung verbieten zu lassen.

In Anspielung auf die Freiheit der Kunst, die Nuhr für seine Religionskritik in Anspruch nimmt, hatte sich Toka mit dem Argument gewehrt, der Begriff „Hassprediger“ sei als Satire zu verstehen. Den Begriff „Hassprediger“ beanstandete die Kammer indes nicht und wies Nuhrs Klage in diesem Punkt ab

Der türkischstämmige Unternehmer Toka hatte im Herbst 2014 Aufsehen erregt, weil er Nuhr Hetze gegen Religionsgemeinschaften vorgeworfen und ihn angezeigt hatte. Toka darf dem Urteil des Gerichts zufolge aber nicht mehr ein Porträtfoto von Nuhr verwenden, das er in ein Verbotsschild montiert hatte. Beide Parteien müssen sich die Kosten des Verfahrens teilen (Nuhr: 47 Prozent, Toka: 53 Prozent).