Neue Sterne für Berliner "Boulevard der Stars"

Der "Boulevard der Stars" am Potsdamer Platz erhält 20 weitere Sterne. Die namentlich gekennzeichneten Markierungen sollen am Montag (3. September, 17.00 Uhr) offiziell übergeben werden, sagte die Publizistin Georgia Tornow als Geschäftsführerin der Boulevards der Stars - Gemeinnützige GmbH am Mittwoch in Berlin. Für die Zeremonie soll ein Teil der Potsdamer Straße gesperrt werden.

Berlin (dapd). Der "Boulevard der Stars" am Potsdamer Platz erhält 20 weitere Sterne. Die namentlich gekennzeichneten Markierungen sollen am Montag (3. September, 17.00 Uhr) offiziell übergeben werden, sagte die Publizistin Georgia Tornow als Geschäftsführerin der Boulevards der Stars - Gemeinnützige GmbH am Mittwoch in Berlin. Für die Zeremonie soll ein Teil der Potsdamer Straße gesperrt werden.

Bisher umfasste der im September 2010 eröffnete "Boulevard" 61 Sterne aus Messing. Die Auswahl aller Namen wurde jeweils einstimmig von einer fünfköpfigen Jury getroffen. Vorschläge kamen laut Tornow unter anderem von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und der Defa-Stiftung. Der Boulevard verstehe sich als "wachsendes Denkmal", der die "sehr gebrochene Filmgeschichte" Deutschlands zeige.

Straßenbahnpläne noch nicht vom Tisch

Ursprünglich war der schmale Streifen an der Potsdamer Straße beim Wiederaufbau des Potsdamer-Platz-Areals für Straßenbahngleise angelegt worden, was aus stadtplanerischen Gründen, aber auch aus Kostengründen letztlich wegfiel. Ersatzweise erfolgte die Anlage eines Grünstreifens. Später war eine Gestaltung nach Entwürfen von Stararchitektin Zaha Hadid geplant - das Vorhaben scheiterte ebenso.

Nach Angaben von Claudia Reich-Schilcher, Mitarbeiterin der Stadtentwicklungsverwaltung, erfolgt zurzeit eine weitere Variantenuntersuchung für Tram-Schienen an dieser Stelle. Das Planfestellungsverfahren sei angeschoben. Mit dem Verkehr von Straßenbahnen rechne sie aber nicht vor 2018. Das führe dann zur Verlagerung des "Boulevards der Sterne". "Darüber machen wir uns noch keine Sorgen", sagte Tornow. Sie richte ihren Blick aktuell auf die Erweiterung.

Finanziert wurde die Anlage des Boulevards laut Tornow aus Spenden, aus EU-Mitteln sowie vom Berliner Senat. Reich-Schleicher zufolge flossen allein für die Erweiterung rund 200.000 Euro Landesmittel.

Neue Sterne gibt es unter anderen für den Filmarchitekten Sir Kenneth Adam ("James Bond"-Filme), den Entertainer Thomas Gottschalk und den Regisseur Heinrich Breloer ("Die Manns"). Sie und andere Geehrte werden anwesend sein, darunter ein Nachfahre von Schauspieler Hans Albers, der auch mit einem Stern geehrt wird. Ebenfalls wird der jüdische Filmkomponist Werner Richard Heymann mit einem Stern bedacht. Heymann schuf zu Zeiten der Weimarer Republik für die Babelsberger Filmstudios Evergreens wie "Ein Freund, ein guter Freund" ("Die Drei von der Tankstelle") und "Das gibt's nur einmal, das kommt nie wieder" ("Der Kongress tanzt"). Heymanns Tochter hat ihr Kommen angekündigt.

Ehrungen für Babelsberger Filmpioniere

Weitere Sterne erinnern an die Babelsberger Filmpioniere Friedrich Wilhelm Murnau ("Der letzte Mann"), an den Kameramann Karl Freund ("Metropolis") und an Regisseur Gerhard Lamprecht ("Emil und die Detektive", 1931). Ein Stern trägt den Namen des Komikers Karl Valentin. Als noch lebende Künstler werden die Schauspieler Michael "Bully" Herbig, Hannelore Hoger, Katharina Thalbach, Ulrich Tukur und Nina Hoss geehrt. Sterne gibt es zudem für Brigitte Mira und die Produzentin Regina Ziegler.

Tornow informierte zudem über geplante Bustouren vom Boulevard in die Filmstadt nach Babelsberg. Darüber hinaus sei ein spezielles Signal für Smart-Phone-Besitzer geplant, die damit an den Sternen Hintergrund-Informationen erhielten. Tornow beklagte den anhaltenden Vandalismus am Boulevard. Immer wieder würde die Fläche beschmiert. Der neue Stern für "Bully" Herbig sei kürzlich kurz nach der Montage entwendet worden. Ein Stern koste zwischen 800 und 1000 Euro. Pro Jahr wende ihre Firma zwischen 30.000 und 35.000 Euro für die Reinigung des Boulevards auf.

dapd