Neue Betten für Kultur-Touris
30.01.2009 | 06:49 Uhr 2009-01-30T06:49:00+0100Essen. Mit Blick auf das Kulturhauptstadtjahr 2010 entsteht im Revier eine Reihe neuer Hotels. Das Übernachtungs-Aufgebot soll um bis zu 20 Prozent gesteigert werden.
Nachhaltigkeit. Dieses eher pragmatische Wort ist fest mit der Kulturhauptstadt 2010 im Ruhrgebiet verknüpft. Es ist sogar eine Forderung, die die EU an die Organisatoren stellt: „Wir haben einen Auflagenkatalog der EU, in dem auch eine nachhaltige Förderung und Stärkung der Kulturwirtschaft und des Kulturtourismus in der Region gefordert wird”, sagte Fritz Pleitgen, vorsitzender Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH, Anfang Januar.
Das Ruhrgebiet als Reiseziel vermarkten
Im März präsentiert sich die Metropole Ruhr als Partnerregion auf der Internationalen Touristikmesse (ITB) in Berlin. Auch dort geht es vor allem darum, das Revier touristisch zu vermarkten – und so viele Leute auf die Möglichkeiten aufmerksam zu machen, die im drittgrößten Ballungsraum Europas auf die Gäste warten.
Wer von außerhalb kommt, muss natürlich auch übernachten. Man wolle das Übernachtungsaufgebot im Kulturhauptstadt-Jahr um bis zu 20 Prozent steigern, sagt Oliver Scheytt, Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH. Und auch nach 2010 soll es mehr Übernachtungen geben als bisher. Da trifft es sich gut, dass sich im Ruhrgebiet in Punkto neue Unterkünfte so einiges tut.
In der Stadt Essen, die den Titel Kulturhauptstadt repräsentativ für alle 53 Städte und Gemeinden des Reviers trägt, wurde im August das neue vier Sterne Intercity Hotel am Hauptbahnhof eröffnet. Zwar war die Kulturhauptstadt nicht der Grund für den Bau, aber man erhoffe sich viel von 2010, sagt Hoteldirektorin Margarete Gänzler. Das Intercity Hotel wolle sich aktiv an der Kulturhauptstadt beteiligen, „es wird auf jeden Fall spezielle Angebote und Pakete für Gäste geben”. Die sollen gemeinsam mit den drei anderen Intercity Hotels in Gelsenkirchen, Dortmund und Duisburg entwickelt werden.
Hoffnung, dass Kultur-Gäste wiederkommen
Auch das Messehotel in Essen, das sich derzeit noch in der Bauphase befindet, soll bis Dezember 2009, also rechtzeitig zum Start der Kulturhauptstadt, fertig werden. „Die Vorfreude auf 2010 treibt die Geschwindigkeit mitunter noch weiter nach oben”, sagt André Castens, Sprecher der Zech Group GmbH, die Projektentwickler, Bauherr und Hotelbetreiber ist. Auch das Messehotel plant spezielle Angebote für die Kulturhauptstadt und rechnet zudem mit ihrer Nachhaltigkeit. „Viele werden wiederkommen und noch mehr entdecken wollen.”
Weitere Hotelprojekte in Essen befinden sich noch in der Planungsphase, konkrete Angaben konnten die Verantwortlichen gegenüber der WAZ noch nicht machen.
Auch Dortmund wird bis 2010 zumindest ein neues Hotel bekommen. An der Messe wird ein „B&B Hotel” eröffnet. „Wir sind schon in der Bauphase, die Eröffnung ist für Ende 2009, Anfang 2010 geplant”, sagt Agnieszka Schulze, Sprecherin der B&B Hotels GmbH. Auch in Oberhausen entsteht ein B&B Hotel, das ebenfalls bis 2010 fertig gestellt werden soll. Die Kulturhauptstadt direkt spiele keine Rolle für die Standortentscheidung, wohl aber die generell positive touristische Entwicklung des Ruhrgebiets.
Schon jetzt Anfragen für 2010
Die KPE-Projektentwicklungsgesellschaft baut das ehemalige Bauamt der Stadt Dortmund, das Dortberghaus in der Katharinenstraße am Hauptbahnhof, ebenfalls zu einem Hotel um. Ob die Bauarbeiten pünktlich bis 2010 abgeschlossen sein werden, konnte ein KPE-Sprecher nicht beantworten.
„Wir haben jetzt schon Anfragen für 2010”, sagt Dominik Peters, Herbergsvater der Jugendherberge mitten im Bochumer Bermudadreick, die jüngst ihre Pforten öffnete. Als Spezialist für Gruppenreisen sei man vielfach schon ausgebucht. Auch in Bochum laufen Planungen für spezielle Kulturhauptstadt-Pakete. Man nehme seinen Bildungsauftrag im Bereich Kultur auf jeden Fall ernst – aber so, dass Jugendliche und junge Erwachsene Spaß bei der Sache haben. „Konkretes gibt es aber noch nicht.”
Luxuriöse Zimmer in Mülheim
Gleich zwei neue Hotels entstehen gerade in Mülheim an der Ruhr. „Wir eröffnen voraussichtlich Ende Mai”, sagt Kerstin Kiechle, Hotelleitung des Vier-Sterne-Hotels Kocks am Mühlenberg. Durch den Frost Anfang des Jahres habe sich der Zeitplan leider etwas nach hinten verschoben. Trotzdem sei man jetzt schon mit der Touristik Duisburg in der Planung für spezielle Angebote zur Kulturhauptstadt. „Wir werden für 2010 eine Pauschale anbieten”, so Kiechle. Zudem entsteht ein Fünf-Sterne-Hotel direkt am Ruhrufer. Die Villa am Ruhrufer der SRS Enterprise Group hat nur 13 luxuriöse Zimmer und Suiten. Die Eröffnung ist für Ende 2009 geplant.
In Rheinberg soll das Hotel Atlanta im Kräuterturm entstehen. „Wir sind bereits in der Bauphase, haben allerdings gerade einen Baustillstand”, so eine Sprecherin der Unternehmensgruppe Aaldering. In Xanten liegen zudem zwei eher vage Projekte auf dem Tisch – das Hotel Hafen Vynen und das Hotel Rheintor. „Bisher tut sich nichts, aber bei beiden Hotels könnte es schnell gehen”, sagt Niklas Franke, Sprecher der Stadt Xanten. Zuvor müssten noch einige Fragen geklärt werden. Der Grund für den Hotel-Bau sei aber nicht die Kulturhauptstadt. „Wir sind schon länger ein touristischer Ort.”
Die Aussichten, dass sich auch das Ruhrgebiet als touristische Region etabliert, sind hoch. Auch nachhaltig.
12:04
Ich bin gerade aus dem Urlaub aus Portugal gekommen. Kaum hier, finde ich wieder nur Negatives von lieben Mitbürgern. Genörgel und Unzufriedenheit ohne Ende. Es ist nicht alles toll und schön in Deutschland und im Ruhrgebiet. Aber Kommentare wie von Matzenberg finde ich einfach nur schlimm. Solche Leute wollen sowieso nicht, dass sich etwas ändert. Sie wollen nur nörgeln und ihre Destruktivität bestätigt wissen.
09:42
Hotels SORRY
09:41
Ach noch etwas! Was passiert eigentlich mit den überflüssigen Hotells wenn das jahr 2010 vorbei ist?
Werden dann dort Flüchtlinge aus Lampadusa wohnen?
Oder verfallen sie weil zu wenig nachfrage da ist?
21:44
Wenn mir jemand die Kulturhauptstädte aus den Jahren 2005, 2003 und vielleicht noch 2000 nennen kann, ohne zu googlen, halte ich den ganzen Aufwand für gerechtfertigt. Ansonsten finde ich den Titel Kulturhauptstadt zwar ganz nett, aber inzwischen für mehr als überbewertet.
20:51
Wer nur zum scheißen kommt kann ja wegbleiben
20:04
@Matzenberg
Beim Besuch der Kulturhauptstadt 2010 werde ich meine Notdurft garantiert nicht in der empfohlenen Bruchbude verrichten! Aber schön, Deine Assozi-
ationen zu erfahren!
19:21
Ich empfehle den auswärtigen Gästen einen Toilettenbesuch im RWE-Stadion. Dort werden sie unschwer feststellen, welche Kultur in Essen zu finden ist.