„Nero war kein wirklicher Feind der Christen“

Trier..  Drei Trierer Museen wollen den berüchtigten römischen Kaiser Nero in neuem Licht zeigen. Den Herrscher als den ersten systematischen Christenverfolger der Geschichte zu dämonisieren, sei aus heutiger Sicht nicht mehr gerechtfertigt, sagte der Direktor des Trierer Museums am Dom, Markus Groß-Morgen.

Laut Groß-Morgen ist die Überlieferung, dass Kaiser Nero im Juli 64 nach Christus Rom habe abbrennen lassen, nach dem Stand der Forschung nicht mehr haltbar. Der Brand sei vielmehr aus Zufall entstanden. Da anschließend Gerüchte aufgekommen seien, der Kaiser sei für den verheerenden Brand verantwortlich, habe dieser die junge Gemeinschaft der Christen als Brandstifter deklariert. Daraufhin seien zwischen 6000 und 8000 Christen hingerichtet worden.

Nero sei aber kein wirklicher Feind des Christentums gewesen, so der Direktor weiter. „Es war normale kaiserliche Politik, dass man von sich ablenkt und versucht, Sündenböcke zu finden.“

Die Sonderausstellung „Nero – Kaiser, Künstler und Tyrann“ wird vom 14. Mai bis 16. Oktober 2016 in den drei größten Museen der Römerstadt zu sehen sein.