Nena-Auftritt in Hagen Höhepunkt des Jahres

Hagen..  Was ist ein Club und wo fängt eine Halle an? Wenn es einen Ort auf der Tournee gibt, der diese Bezeichnung mit Leben erfüllt, dann ist es das Kulturzentrum Pelmke in Hagen. In unmittelbarer Nachbarschaft an der Buscheystraße hat sie einst gewohnt, Jahrzehnte später steht Nena im Ortsteil Wehringhausen auf der Bühne. Am Samstag, 7. März – vor rund 200 Fans, ganz nah, auf Tuchfühlung. Heute um 9 Uhr startet im Internet unter der Adresse www.eventim.de der Vorverkauf.

Einziger Spielort in NRW

Berlin, Hamburg, München sind einige Stationen der ungewöhnlichen Club-Tour. Und eben Hagen – als einziger Spielort in Nordrhein-Westfalen. „Weil es Nenas Wunsch war, hier aufzutreten“, sagt Rolf Möller, der mit seiner Agentur „58 Event“ den Auftritt in Hagen plant, über die Frau, der so oft ein zwiespältiges Verhältnis zu ihrer Heimatstadt nachgesagt wurde. „Aber bei jemandem, der so sehr im Fokus steht, wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. Ich kenne viel zu viele Hagener, die nicht gut über ihre Heimat reden.“

Der Auftritt, vielleicht der Höhepunkt des Hagener Konzertjahres, sei gut für die Stadt – davon ist Möller überzeugt. „Es ist manchmal schwer genug, Künstler hierher zu holen“, sagt der Schlagzeuger der Gruppe Extrabreit, der Nena noch aus der gemeinsamen Zeit in Hagen kennt. In diesem Fall aber sei das ganz anders gewesen. Ein Anruf des Managements und aus der Idee wurde Wirklichkeit. „Wir haben alle möglichen Spielorte, darunter auch die Stadthalle, vorgeschlagen. Aber Nena selbst wollte ganz bewusst eine kleine Bühne, eine besondere Atmos­phäre.“

Die wird in der Pelmke ohne Zweifel geboten. „Wir sind keine Westfalenhalle“, so Jürgen Breuer, Geschäftsführer des Kulturzentrums, „bei uns kommen gut 200 Besucher unter. Dann ist der Laden dicht. Und zwar richtig.“ Dabei läuft in der Pelmke gerade eine Reihe, in der Künstler, die aus Hagen stammen, dann aber fortgezogen sind, auf der Bühne stehen. „Déjà-vu“ heißt sie. „Und dann kam die Anfrage von Nena“, so Breuer, „passt doch irgendwie. Wir freuen uns auf jeden Fall auf etliche Besucher, die sonst eher nicht den Weg zu uns finden.“

76 Euro pro Karte

76 Euro kostet eine Karte für das in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche Konzert. Eine Summe, die den übliche Pelmke-Rahmen bei weitem sprengt. Doch nicht nur das sorgt im Internet unmittelbar nach Bekanntwerden des Konzerts für Kritik. Möller sieht’s gelassen: „Niemand ist doch gezwungen, zum Konzert zu gehen. Aber es gibt mit Sicherheit 200 Menschen, denen dieses Erlebnis das Geld Wert ist. Und eines ist dabei auch klar: Die Kosten einer Clubtour einer Künstlerin dieser Dimension sind erheblich. Und wenn es wirklich ums große Geld ginge – das könnte man viel leichter in großen Hallen reinholen.“

Von Star-Allüren, die der Künstlerin immer wieder nachgesagt werden, kann Möller nichts berichten. „Es gibt ein paar Wünsche, aber dabei dreht es sich vor allem um die Verpflegung für die Band und die Crew. Alles im grünen Bereich.“