Neil Young erhebt Stimme gegen Macht der Konzerne

..  Neil Young hat ein Protest­album aufgenommen. Er hat das schon oft getan. Insofern gäbe es keinen größeren Anlass für Schlagzeilen. Aber Young ist richtig wütend. So wütend, dass der ökologisch engagierte Rockstar seine Feinde beim Namen nennt – und damit die Feinde von Mutter Erde.

„The Monsanto Years“ hat er sein jetzt veröffentlichtes Album getauft, nach einem der weltgrößten und einflussreichsten Produzenten von Unkrautvernichtungsmitteln und gentechnisch verändertem Saatgut. Der übt nämlich gewaltigen Druck auf die amerikanischen Farmer aus, sich in Abhängigkeit des Konzerns zu begeben.

Nun geißelt Young gemeinsam mit zwei Söhnen von Willie Nelson, ein sehr bekannten US-Countrystar und Songwriter, die Machenschaften des Biotechnik-Riesen, mit brillantem Gitarrenspiel und Songs, die durch den oft unbeschwerten Grundton meist im Kontrast zu den zornigen Texten stehen.

Musikalisch erinnert das an Crazy Horse, eine von Young 1968 gegründete Rockband. Nach dem Hören des Albums wünscht man sich, er hätte sich die eine oder andere Gesangsvariation des Namens „Monsanto“ gespart. Dennoch: Es ist wichtig, dass Musiker Missstände benennen. Und wenn eine Größe wie Young das tut, kommt die Botschaft hoffentlich an.