Nazi-Kunst und „entartete“ in einer Ausstellung

München..  Nazi-Kunst – und ihr Gegenteil: Die Pinakothek der Moderne in München erinnert mit einer neuen Ausstellung an die Gleichschaltung der Kunst im Nationalsozialismus. Das Museum zeigt Nazi-Kunst der NS-Künstler Adolf Ziegler und Josef Thorak und stellt ihnen Werke der unter Adolf Hitler als „entartet“ diffamierten Künstler Max Beckmann und Otto Freundlich gegenüber.

Zieglers Triptychon „Die vier Elemente“, das einst im „Führerbau“ am Münchner Königsplatz hing, und Thoraks Skulptur „Zwei Menschen“ aus dem Jahr 1941 stehen beide für das nationalsozialistische Kunstideal. Beckmanns Triptychon „Versuchung“ und Freundlichs Plastik „Der Aufstieg“ stehen für das genaue Gegenteil und sind in der kleinen Ausstellung entsprechend anachronistisch angeordnet.

In der Schau, die noch bis Ende Januar 2016 zu sehen ist, gehe es nicht darum, die beiden Münchner Propaganda-Ausstellungen von 1937 zu rekonstruieren, sagte Kurator Oliver Kase. Damals wurde im Haus der Kunst die erste der „Großen Deutschen Kunstausstellungen“ mit von den Nazis befürworteter Kunst gezeigt, während in den Münchner Hofgartenarkaden die diffamierende Ausstellung „Entartete Kunst“ präsentiert wurde. Beides spielte eine Schlüsselrolle in der NS-Kulturpolitik. Zwar waren die Werke von Beckmann und Freundlich, die jetzt in München gezeigt werden, nicht Teil der Ausstellung „Entartete Kunst“. Nach Angaben der Pinakothek sind sie aber „aufs Engste mit der Emigration und Verfolgung der Künstler im „Dritten Reich“ verknüpft“. Der jüdische Künstler Freundlich wurde 1943 von den Nazis im KZ Majdanek ermordet.

Eine offizielle Ausstellungseröffnung gab es nicht, wie Kurator Kase betonte. „Wir feiern keine Kunstwerke des Nationalsozialismus, wir zeigen Kunstwerke des Nationalsozialismus.“