Mutters Söhnchen

Düsseldorf..  Unser Kulturtipp für den kommenden Samstagabend: Auf zum Jungen Schauspielhaus. Dort feiert das Stück „Söhne wie wir - mach dir keine Sorgen, Mama“ Premiere. Die NRZ durfte exklusiv an einer Probe teilnehmen. Was wir dazu sagen? Danke für den spannenden Moment! Regisseurin Ines Habich, die in der vorhergehenden Spielzeit mit ihren Inszenierungen „Almost Lovers“ und „95 Olé - Heimspiel“ Leuchttürme gesetzt hat, scheint mit diesem „Theatermobil-Projekt“ erneut ein berührendes Stück für Menschen ab 14 Jahren auf die Bühne zu bringen.

Eingespieltes Team

Auf der Probenbühne im Jungen Schauspielhaus an der Münsterstraße herrscht greifbare Konzentration. Kein Gequatsche, wenn andere Mitwirkende Szenen spielen. Genaues Zuhören, wenn die Regisseurin ihre Intentionen erklärt.

Im Hintergrund sind hochbetagte Küchengräte zu einer eine begehbare Landschaft aufgetürmt. Im Vordergrund steht ein langer Tisch. An ihm sitzen mehrere Jungen. Sie befinden sich im Modus schlagsig und teilpubertär. Ihre Mütter bringen ihnen Apfelschnitze, garniert mit einem Spruch aus der allgemeinen Mutti-Kiste: „Du sollst es mal besser haben“ oder „Mach keinen Scheiß“. Der jüngste Mitspieler, der 12-jährige Marvin Brechter, hat die Rolle des Erzählers. Auch er wird emsig mit Apfelstückchen gefüttert.

Allerdings macht ihn die mütterliche Fürsorge nahezu mundtot. Also Stopp. Neu überlegen, wie die Szene stimmiger läuft. „Wirf ihm am Ende einen Apfel zu“, schlägt Ines Habich vor. Das Vertrauen zwischen der Regisseurin und den Laiendarstellern ist spürbar, das Team ist offensichtlich aufeinander eingespielt. Ein kurzes Hinterfragen, die Sequenz läuft. Die Zusammenspiel funktioniert auch so gut, weil Habich mit einem Teil der jungen Männer in anderen Produktionen zusammen gearbeitet hat. So läuft die Kommunikation zwischen den 13 Darstellern und den Profis reibungslos.

Proben während der Ferien

Die Teenager und die Mütter haben vor allem während ihrer Weihnachtsferien geprobt. In der Zeit haben sie sich mit Sätzen wie „Ich will, dass meine Mutter nach mir stirbt. Oder vielleicht niemals stirbt. Und bleibt, bis die Welt untergeht“ auseinander gesetzt. Sie haben über die Rollenverteilung im wahren Leben reflektiert. Ist es tatsächlich die Mutter, die für Liebe, Zärtlichkeit und Geborgenheit zuständig ist? Es bleibt spannend zu erleben, welche Schlußfolgerungen die Protagonist en zeigen werden.