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Musikindustrie erwartet nach Minusjahren "schwarze Null" für 2012

21.12.2012 | 10:42 Uhr
Musikindustrie erwartet nach Minusjahren "schwarze Null" für 2012
Der Musikbranche geht es besser. 2011 hatte der Musikmarkt erstmals seit 15 Jahren keine Umsatzverluste verzeichnet. Foto: dapd

Berlin.  Für die deutsche Musikindustrie geht es nach harten Krisenjahren kontinuierlich leicht aufwärts. "Wir steuern 2012 auf eine schwarze Null zu", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), Florian Drücke. "Wir gehen davon aus, dass das Digitalgeschäft die physischen Rückgänge kompensieren kann."

Die deutsche Musikbranche hat die Umbrüche durch die Digitalisierung gemeistert und ist aus den tiefroten Zahlen raus. "Wir steuern 2012 auf eine schwarze Null zu", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), Florian Drücke. "Wir gehen davon aus, dass das Digitalgeschäft die physischen Rückgänge kompensieren kann." Der Branchenexperte Tim Renner sieht derweil noch reichlich Aufholbedarf beim Digitalgeschäft und forderte für mehr Wachstum eine umfassende Reform der Verwertungsgesellschaft Gema. Die unabhängigen Labels plädieren für den Ausbau von Online-Radioformaten, um mehr Präsentationsmöglichkeiten für ihre Bands und Künstler zu bekommen.

Wachstum in der Musikbranche wieder denkbar

2011 hatte der Musikmarkt erstmals seit 15 Jahren keine Umsatzverluste verzeichnet. Beim Gesamtumsatz aus allen Musikverkäufen und Einnahmen gab es ein leichtes Plus von 0,1 Prozent, vor allem dank des stark wachsenden Digitalmarktes. 2010 hatte die Branche noch ein Minus von 4,6 Prozent verbucht. Drücke betonte: "Wir befinden uns in einer Phase, in der sogar wieder Wachstum denkbar ist, sofern es keinen Einbruch beim physischen Produkt gibt." Physische Produkte haben aktuell einen Marktanteil von 78 Prozent, Streaming macht bisher erst drei Prozent des Gesamtumsatzes aus: "Da ist deutliches Wachstumspotenzial."

Urheberrecht
Gema verschiebt umstrittene Tarifreform auf 2014

Die wegen deutlicher Preissteigerungen umstrittene Tarifreform der Gema wird auf das Jahr 2014 verschoben. Das gab die Musikrechteverwertungsgesellschaft am Donnerstag bekannt. Gema-Gebühren werden aber 2013 trotzdem angehoben. Betroffen sind unter anderem Diskos und Stadtfeste.

Der Berliner Musikunternehmer Renner formulierte es deutlich kritischer: "Deutschland ist ein digitales Schwellenland, wenn nicht sogar Entwicklungsland", sagte er im dapd-Interview. Weltweit liege der Digitalanteil im Markt bei 39 Prozent, in Deutschland seien es im ersten Halbjahr 2012 dagegen erst 22 Prozent gewesen. "Wir sind auf dem richtigen Weg, aber wir haben noch viel aufzuholen."

Gema-Reform Schlüsselrolle für weitere Entwicklungen

Streamingdienste seien in Deutschland viel später in den Markt eingetreten als in anderen Ländern. Zudem werde ihr Wachstum dadurch behindert, dass es keine Einigung mit der Verwertungsgesellschaft Gema über die Vergütung für werbefinanzierte Streams gebe, die 85 Prozent der Nutzung ausmachten. In einer Reform der Gema sieht der frühere Deutschland-Chef von Universal Music eine Schlüsselrolle für die weiteren Entwicklungen im digitalen Musikmarkt.

Renner kritisierte die Organisation der Verwertungsgesellschaft: "Was macht die Gema unter der Kontrolle des Patentamtes und des Kartellamtes, und wieso steht sie nicht unter der Kontrolle einer kulturellen oder wirtschaftlichen Institution?" Zudem sei die Gema mit 68.000 Mitgliedern und starrem Vereinsrecht zu unflexibel: Es können nur Vollmitglieder abstimmen und mitentscheiden. Dazu müssen sie ferner persönlich anwesend sein. Diese strukturellen Probleme könne die Gema indes nicht allein lösen.

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    Seite 2: Politische Unterstützung für Reform gefordert

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Kommentare
23.12.2012
12:54
...und niemals würde ich für den Mist bezahlen.
von Hufschmied | #2

Der "Mist" liegt wohl im trüben Auge des Betrachters! - "Mist": Charlie Haden, Henrik Freischlader, Richard Bargel, Wolfgang Bernreuther, Them Crooked Vultures, Dead Weather, Stoppok, Herman van Veen???

22.12.2012
11:41
Musikindustrie erwartet nach Minusjahren
von RennYuppieRenn | #1

Von der Musikinsdustrie vertriebene Musik nehme ich nur am Rand wahr - und niemals würde ich für den Mist bezahlen. Heutzutage ersetzt der Rechner aufwendige und teure Studiotechnik. Musik kann als Hobby produziert werden. Richtige Musiker verdienen ihr Geld mit Auftritten bzw. vermarkten ihre Platten selbst.

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