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Missbrauch

Wolfgang Niedecken wurde als Kind von Pater missbraucht

14.04.2010 | 14:12 Uhr
Wolfgang Niedecken wurde als Kind von Pater missbraucht

Köln.Wolfgang Niedecken wurde als 13-Jähriger in einem Internat von einem Pater geschlagen und erniedrigt sowie sexuell missbraucht. Laut Medienberichten sagte der Sänger: „Dieser Prügel-Pater, der uns damals gequält hat, war ein sadistischer Päderast, ein Schwein.“

Der Musiker Wolfgang Niedecken gehört nach eigenen Angaben zu den Missbrauchsopfern der katholischen Kirche. Demnach wurde er als 13-jähriger Junge im Internat des Konvikts St. Albert in Rheinbach von einem Pater des Pallottiner-Ordens geschlagen und erniedrigt sowie sexuell missbraucht. Der Tageszeitung „Express“ sagte der 59-Jährige: „Dieser Prügel-Pater, der uns damals gequält hat, war ein sadistischer Päderast, ein Schwein. Wenn ich mir vorstelle, meine Kinder müssten diesen Scheiß erleiden, ich würde ausrasten.“

Das Blatt zitiert aus Niedeckens bereits 1990 erschienenen Autobiografie „Auskunft“, der Pater habe ihn nachts in sein Zimmer beordert, habe ihm „was vom Erwachsenwerden“ erzählt. „Und dabei tätschelte er einem an den Schenkeln herum und machte sich an der Hose zu schaffen. Und schon war seine Hand in der Hose. Und er ging zur Sache.“

„Jeder Schlag saß“

Über die Prügel während des Unterrichts schreibt Niedecken: „Jeder Schlag saß. Die ersten brannten am meisten, da spürte man das Blut pulsieren, die Fingernägel krallten sich ins Holz, die Tränen schossen einem in die Augen. Manchmal gab es auch Schläge auf die Handinnenflächen. Das hinterließ keine Spuren, aber ein grausames Ziehen.“

Niedecken und seine Mitschüler nannten den Mann „Spezialpater“. Der Musiker betonte laut „Express“ jedoch, dass es ein einzelner Sadist gewesen sei. „Es gab so viele Patres, die tolle Arbeit geleistet haben, sich echt um uns kümmerten - aber auch halt dieses Dreckschwein.“

Zu Hause habe er seinem Vater von den Misshandlungen erzählt, als dieser seine roten Striemen auf dem Rücken gesehen habe. Joseph Niedecken fuhr am nächsten Tag mit ihm zum Internat und sprach mit dem Konvikt-Leiter. Das Ergebnis war: „Der Prügel-Pater musste weg. Allerdings geschah das alles unter der Hand. Die Figur verschwand einfach. Schwamm drüber. Keine Aufklärung. Kein Skandal. Keine Entschuldigung“, heißt es dem Bericht zufolge in dem Buch Niedeckens. (apn)

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