Ultravox live in der Zeche Bochum

Bochum. Sie waren die Helden des Synthi-Pops. Am Montagabend fand das letzte Ultravox-Konzert in Deutschland statt. Mehr als 700 Fans rockten in der Zeche in Bochum unter dem Motto „Return to Eden.“

Im letzten Jahr gab es die erste Reunion-Tour. 25 Jahre nach dem legendären Live Aid Konzert in Wembley, haben sich die Bandmitglieder zum ersten Mal wieder zusammengefunden und vierzehn Konzerte quer durch England gegeben. Das einzige Deutschland-Konzert fand im August 2009 in Duisburg statt. 2010 fand "Return to Eden Reunion 2" in insgesamt sieben deutschen Städte statt, das letzte Konzert in der Zeche Bochum.

Frontman Midge Ure zeigte sich in Anzug und Designerbrille. Zusammen mit Keyboarder Billy Currie, Bassist Chriss Cross und Schlagzeuger Warren Cann traten sie ins lila Bühnenlicht und legten ohne Vorgeplänkel mit „New Europeans“ los. Die Fans stiegen begeistert mit ein.

Ohne Atempause ging es weiter, „Passing Strangers“, „We stand alone“ und „Mister X“ mit Warren Canns markanten Sprechgesang.

Atemlos waren auch die ebenfalls in die Jahre gekommenen Fans. Das hielt sie jedoch nicht davon ab, mitzuklatschen und zu tanzen, wie damals in den 80ern.

Vielleicht wollten Ultravox ihren Fans ein wenig Ruhe gönnen, denn anschließend gaben sie sich mit „Visions in Blue“ und „We stand alone“ eher ruhig. Die Stimme von Midge Ure ist immer noch so markant wie vor dreißig Jahren. Den Beweis trat er mit Songs wie „The Thin Wall“, „White China“ und „I remember (Death in the Afternoon“ an, die noch so klangen, wie auf den LPs aus den Jahren um 1980 herum.

"Genau wie früher"

„Die klingen genau wie früher“, rief ein Fan begeistert aus. Das stimmt, der Retro-Sound hat nichts von seinem Charme verloren, auch wenn die Band heute mit modernen Computer experimentiert. Chris Cross und Billy Currie beeindrucken nicht nur am Synthesizer. Besonders der vielfache Einsatz der Geige von Billy Currie wird von den Fans bejubelt. Eher zurückhaltend agiert Chris Cross am Bass und Drummer Warren Cann teilt das Schicksal vieler Schlagzeuger, er bleibt im Hintergrund, trommelt aber nach wie vor unglaublich präzise.

Multitalent Midge Ure brillierte nicht nur mit seiner Stimme, er zeigte dem Publikum auch, was für ein exellenter Gitarrist er ist und natürlich griff auch er zum Keyboard.

Return to Eden - Teil 3?

Die ganz großen Erfolge der Band gab es natürlich zum Schluss. Bei „Dancing with Tears in my Eyes“, gab es kein Halten mehr. Die Fans tobten, dass die Halle bebte. „Sleepwalk“ und „The Voice“, mit dem legendären Viermann-Schlagzeugsolo und krönten den Abschluss und man sah so manches Tränchen in den Augen gestandener Männer.

Das Publikum war zufrieden. „Heute haben sie noch viel besser gespielt als beim Konzert im letzten Jahr“, lobt Matthias aus Bochum die „fantastischen Vier“.

„Ich bin sehr zufrieden und glücklich,“ sagt auch Peter aus Essen, der bereits Stunden vor Konzertbeginn an der Zeche war. Beim Meet & Greet überreichte er der Band ein Dankesschreiben mit den Unterschriften vieler Fans. Stolz präsentiert er den frisch erworbenen Drumstick von Chriss Cross und freut sich auf Reunion Teil drei. Falls es eine geben wird.

Peter ist zuversichtlich, denn nach Return to Eden Teil 1 sollte bereits Schluss sein und doch standen Ultaravox ein halbes Jahr später wieder auf Europas Bühnen. Midge Ure sagt dazu „Frage jedes Bandmitglied und Du bekommst vier verschiedene Antworten.“ Die Ultravox-Fans dürfen also noch hoffen.

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