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Spandau Ballet ist zurück

10.12.2009 | 09:01 Uhr
Spandau Ballet ist zurück

Essen. Ende der 80er Jahre zerbrach mit Spandau Ballet eine der großen Bands dieses Jahrzehnts. Es folgte ein erbitterter Rechtsstreit. 20 Jahre später wagt man in der Originalbesetzung einen Neustart mit Unplugged-Version der alten Hits.

Vor drei Jahrzehnten schickte sich eine junge Band aus einem Londoner Vorort an, mit einem neuen romantischen Sound die Welt zu erobern: "To Cut A Long Story Short", "True", "Gold" und "Through The Barricades" wurden für Spandau Ballet in den 80ern Hits und sind inzwischen Evergreens.

Reinigendes Gewitter

Spandau Ballet ist 20 Jahre nach der Trennung wieder auf Tour. (c) Getty Images

Ende der 80er Jahre zerbrach das Quintett, es gab erbitterten Streit und man sah sich vor Gericht. 20 Jahre später ist die Band in Originalbesetzung zusammen, hat mit "Once More" eine vor allem in Großbritannien bis in die Top Ten vorgedrungene Single und mit dem gleichnamigen Album (Mercury/Universal) ein "Unplugged"-Album ihrer bekanntesten Lieder eingespielt. Stufe zwei der Reunion ist die Tournee, die im kommenden Frühjahr auch Kontinentaleuropa und Deutschland erreicht.

"Ende der 80er waren Spandau nicht mehr wirklich die Darlings, die wir die ganze Dekade waren", sagt Saxofonist Steve Norman. "Ich denke, das ist passiert und das ist der Grund, warum wir auseinanderbrachen. Niemand hat damals gedacht, dass wir gegeneinander prozessieren würden. Aber in der Rückschau ist das auch positiv, weil wir in einem großen reinigenden Gewitter alles hinter uns gelassen hatten. Als wir vor einem Jahr erstmals wieder in einem Raum zusammen waren, merkten wir, dass wir uns vermisst hatten. Die nächste Sache war: Können wir noch zusammen Musik machen?"

Norman lebte die vergangenen 20 Jahre viel auf Ibiza, mischte in der Clubszene mit, wurde Produzent und Komponist. Sänger Tony Hadley versuchte eine Solokarriere - mit mäßigem Erfolg. Die Brüder Gary und Martin Kemp erhielten als Schauspieler in dem Film "The Krays" gute Kritiken, Schlagzeuger John Keeble spielte unter anderem bei Soloprojekten von Fish und Hadley.

Energie und Magie

Steve Norman, Saxofonist von Spandau Ballet. (c) Getty Images

"Wir waren seit der Schule Freunde, uns gab es schon als Schülerband", sagt Norman. Bis zum Bruch 1989 sei man sehr eng zusammen gewesen. Solange es die Band gab, teilten sich die fünf auch die Tantiemen aus den Songs, die von Gitarrist Gary Kemp geschrieben worden waren. Gary ging dagegen nach dem Ende der Band gerichtlich vor und bekam Recht. Eine Reunion schien damit unmöglich geworden zu sein.

Bei dem Treffen vor einem Jahr habe man einen der alten Songs gespielt, erzählt Norman. "Als wir fertig waren, haben wir uns mit offenen Mündern angestarrt. Da war eine Energie und eine Magie im Raum, einfach unglaublich und überwältigend. Uns wurde klar, dass Spandau als Quintett so viel stärker als jedes einzelne Bandmitglied ist und dass das immer so sein wird. Von dem Tag an schoben wir alle unsere Probleme (miteinander) zur Seite, als ob es sie nie gegeben hätte, und fingen an wieder Kumpel und Freunde zu werden. Es fühlt sich wieder wie eine Familie an, wir sind glücklich zusammen."

"Als Musiker besser geworden"

Das, betont Norman, sei ein großer Unterschied etwa zur Police-Reunion von Sting, Andy Summers and Stewart Copeland 2007/2008: "Die hassen sich! Wir machen das nicht nur des Geldes wegen. Natürlich müssen wir mit dem, was wir machen, auch was verdienen, der Antrieb ist aber viel mehr: Wir wollen den Leuten zeigen, das wir eine fantastische Live-Band sind. Auf der Bühne werden wir lebendig: Je größer die Arena, das Stadion, was immer - umso besser. Und als Musiker sind wir in den vergangenen 20 Jahren noch besser geworden."

Die Reunion über einen Fernsehauftritt in einer populären britischen Show hinaus sei von ihrer Plattenfirma vorangetrieben worden, berichtet Norman. "Die Universal-Leute haben uns spielen sehen und großes Potenzial in uns gesehen. Sie sagten, wir könnten wieder eine zeitgenössische Band werden, nicht nur eine, die ihre alten Songs für Leute spielt, die auf einem nostalgischen Trip sind. Und das ist toll. Ich habe kein Problem damit, den Leuten das Vermächtnis von Spandau Ballet vorzuführen, ich bin stolz auf unsere Arbeit in den 80ern."

Die Plattenfirma habe eine Ballade als neue Single haben wollen. "Once More" sei wie ein Lichtstrahl in die Zukunft, die ein Spandau-Ballet-Album mit komplett neuen Songs bringen solle. Das Reunion-Album sei "Unplugged" quasi live eingespielt worden - und das habe die Band wieder zusammengeschweißt. Der wuchtige Sound mit Gitarren und Synthesizern solle aber, zusammen mit den musikalischen Erfahrungen der einzelnen Mitglieder in ihren Solojahren, das nächste Projekt prägen.

Tourdaten: 05.03.10 München (Zenith), 06.03.10 Berlin (Columbiahalle), 07.03.10 Düsseldorf (Philipshalle).

(AP)

DerWesten

Kommentare
08.03.2010
21:45
Spandau Ballet ist zurück
von Josef Uhlenbruch | #4

Ich war ebenfalls in Düsseldorf und muß sagen, dass ich mit den Tränen gekämpft habe.
Für mich waren/sind die Spands immer noch die Größten, und...
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2009-12-10 09:01
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