Rex Gildo - Tod eines Schlagersängers
24.10.2009 | 12:06 Uhr 2009-10-24T12:06:00+0200
Essen. Vor zehn Jahren stürzte sich Rex Gildo aus dem Fenster. Die Umstände sind immer noch rätselhaft. Vorher hatte der Schlagersänger seine Homosexualität verborgen und über seinen Lebenslauf gelogen.
Zum Jubiläum hatte das „Wohnparadies” in Bad Vilbel einen Stargast verpflichtet. Rex Gildo live! Auf Fiesta Mexikana hatten sich die 3000 Gäste besonders gefreut, doch irgendwie sprang der Funke diesmal nicht über. „Gut drauf war der nicht”, verriet Dieter Hübner später der „Frankfurter Rundschau”, doch wie dieser 23. August 1999 enden sollte, das konnte der Küchenberater des Möbelmarktes nun auch nicht absehen: Wenige Stunden nach dem Auftritt stürzte Rex Gildo aus dem Toilettenfenster seines Appartments im zweiten Stock. Die Verletzungen waren so schwer, dass er drei Tage später in einem Münchner Krankenhaus starb.
Zweifel an der Todesursache mehren sich
Zehn Jahre nach dem Tod eines der beliebtesten deutschen Schlagersänger mehren sich die Zweifel an der Todesursache. Das war kein Selbstmord, heißt es im Freundeskreis eines Mannes, der wie kaum ein anderer die schlichten Träume der Sechziger vertonte. Urlaub, Party, hoch die Tassen und Sirtaki tanzen, und natürlich „Hossa! Hossa!”, der Kampfruf aus der „Fiesta Mexikana” – so sah er nun mal aus, der deutsche Schlager, mit dem Rex Gildo noch Jahrzehnte nach dem letzten Top-Ten-Hit durchs Land tingelte.
Man darf bezweifeln, dass Rex Gildo glücklich war. Zu groß waren die Lügen, mit denen er sich tarnen musste. Dass er natürlich nicht Rex Gildo, sondern Ludwig Franz Hirtreiter hieß, war bekannt. Dass er aber entgegen seiner eigenen Wahrnehmung weder bei den Regensburger Domspatzen gesungen noch eine Ausbildung an einer Münchner Schauspielschule genossen hatte, kam erst vor kurzem ans Licht. Man kann nur ahnen, was es heißt, wenn man jahrein, jahraus als sonnenbankgegerbter Berufsjüngling auf die Bühne springt und „Hossa! Hossa!” ruft, wenn man eigentlich Elvis „The King” Presley als Vorbild hat.
Gerüchte um Alkoholmissbrauch und Medikamentensucht
Den ersten Plattenvertrag erhielt Rex Gildo im Jahr 1959, der erste Hit hieß „Sieben Wochen nach Bombay”.
Zahlreiche Platten und erfolgreiche Filme unter anderem mit Conny Froboess oder Gitte folgten. Nach dem Niedergang des Schlagers tingelte Rex Gildo durch Baumärkte und Möbelhäuser, kassierte aber immer noch pro Auftritt bis zu 20 000 Mark.
Kaum etwas im Leben des Rex Gildo war so, wie es aussah. Um seine Homosexualität vor den zumeist weiblichen Fans zu verbergen, heiratete er eine gewisse Marion Hirtreiter, seine Cousine. Seinen letzten Partner Dave gab er als Chauffeur aus. Dave war es auch, der nach einem Streit am 23. Oktober 1999 Polizei und Notarzt alarmierte. Als die Helfer eintrafen, stürzte sich Rex Gildo aus dem Fenster.
An Selbstmord glaube sie überhaupt nicht, behauptet Cornelia Froboess auch heute noch. Ein so um sein Aussehen besorgter Mann hätte als Todesart doch keinen Fenstersturz gewählt, ungeschminkt, mit verrutschtem Toupet und einem abgewetzten Jacket, glaubt auch der Konzertveranstalter Manfred Schulte.
Es gab schon länger Gerüchte um Alkoholmissbrauch, Medikamentensucht, alles wie immer abgestritten von einem Mann, der noch im Tod die Wahrheit biegt: Seine letzte Ruhestätte auf dem Münchner Ostfriedhof teilt Ludwig Franz Hirtreiter mit einem gewissen Fred Miekley. Offiziell der Manager, eigentlich aber auch der langjährige und vor ihm gestorbene Lebenspartner.
18:29
Warum Alkohol - Drogen - u. Tablettenmissbrauch bei so vielen int. u. nat. Künstlern dermaßen verbreitet sind, läßt sich nicht so einfach erklären. Denn es trifft sowohl die Erfolgreichen als auch die Gescheiterten. Ich denke, jeder, der innerlich zufrieden ist und ein intaktes Umfeld hat, wird dahingehend keine Probleme haben. Bei Rex Gildo war es meiner Meinung nach nicht die berufliche Unzufriedenheit, sondern wenn man sein Leben lang sich selbst verleugnet und eine Lüge lebt, kann das nicht gut gehen.
00:23
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20:31
Watt`n Quatsch.
Hermann Brood machte die Musik die er wollte, keinen Elvis Mainstream Kitsch und sprang auch, in Amsterdam, vom Hoteldach.
Aber Rock`n Roll ist wenn man den Zettel dabei hat: (sinngemäß)
Kein Bock mehr
18:29
Es ist anscheinend schon immer Usus gewesen,dass sich nicht mehr gefragte Film -und Schlagerfuzzies aus dem Fenster stürzen,oder aber film-und schlagzeilenreich aus dem Irdischen scheiden.
17:44
Manche Leute beherrschen die einfachsten Regeln des Anstandes nicht.
Eine der Regeln lautet:
Tote lässt man ruhen.
Rex Gildo hat unzähligen Menschen viel Freude gebracht.
Nur das zählt.
17:17
Huhu das Sall Maychen klärt uns wieder auf. Diesesmal nicht über die Politik und dass sie es besser kann, sondern über das Internet. Jaja die bösen Werbeeinschaltungen, aber selber eine Internetwerbebutze im Internet betreiben.
Immer dran denken das Internet vergisst nichts:
http://demosthenes33.blogspot.com/2007/03/akte-sall-may-4-2007_3609.html
oder
http://nurmeinstandpunkt.wordpress.com/2009/08/19/liebe-frau-sall-may/
oder
http://unkreativ.net/wordpress/?p=7316
Das kannte ich bisher nicht. Sehr interessant.
16:40
applaus an #1genau so sehe ich das auch
16:04
@ #1,2,3: Eure Wunsch-Tageszeitung ist auch nur eine DIN-A4-Seite groß, nicht wahr?
13:57
Interessant ist daran nur, das Medien daran verdienen. Je länger sich so ein Thema hält, desto mehr Auflagenstärke und Einnahmen haben diese. Für das Internet bedeutet das, je mehr Werbeeinschaltungen erhält man, da macht man auch vor solchen Pietätlosigkeiten oft keinen halt? Das sollte man mal bedenken.
Tote Menschen sollte man ruhen lassen, und aufhören auch noch mit ihnen Kommerz machen zu wollen. Doch wer hat solche Wertevorstellung noch?
Michael Jackson war auch ein Mensch, der jetzt nicht mehr lebt und den man mal endlich ruhen lassen können sollte. Alles andere mutet mehr als nur pervers an, oder?
13:12
Was ist eigentlich am Tod von Michael Jackson so interessant, dass man 4 Monate später immer noch von seiner Beisetzung schreibt. Er ist nun mal tot und das ist auch gut so. Man konnte fast seine Stimme und das ewige Eier schütteln nicht ertragen.