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Neil Young: Ein Hauch von Woodstock am Rhein

21.06.2009 | 14:25 Uhr
Neil Young: Ein Hauch von Woodstock am Rhein

Köln. Man mag es wirklich glauben, an diesem fast kitschig-romantischen Abend in Köln: „Rock’n’Roll will never die“. Neil Young arbeitet seit 40 Jahren auf den Bühnen der Welt – vom legendären Woodstock im August 1969 bis zum Tanzbrunnen am Rheinufer. Da zieht Zeitlosigkeit ein.

„Hey, hey, my, my, Rock’n’Roll will never die”: Man mag es wirklich glauben, an diesem fast kitschig-romantischen Freitag-Abend in Köln. Als der „Meister“ anhebt, zuerst seine Gitarren und dann seine Mundharmonika zu streicheln - und zu quälen. Der 63-jährige Kanadier arbeitet seit 40 Jahren auf den Bühnen der Welt – vom legendären Woodstock im August 1969 bis zum Tanzbrunnen am Rheinufer. Da zieht Zeitlosigkeit ein, in der Neil Young allerdings ein paar Haare verloren und ein paar Pfunde zugelegt hat.

Ein schöner Sommerabend: Der auffrischende Wind bläst den kratzigen Sound der Gitarrenriffs hin und her, verweht ihn fast, und der Nachbar fragt: „Wird er Like a Hurricane spielen?“ Das bleibt bis zum Ende spannend, aber nicht wirklich entscheidend, denn: Neil Young hat eine ganz Schatzkiste voller Klassiker dabei. Die meisten Stücke stammen aus seinen alten Tagen - der Schwarzrillenzeit. Entsprechend das Publikum. Die Woodstock-Generation, verliebte silbrighaarige Frauen kuscheln sich an Männer mit üppigen Mittelscheiteln. Bereits im vergangenen Jahr war Neil Young in Deutschland auf Tournee, jetzt zeigt er mit seiner „Electric Rock Show", dass es kein Ende nehmen will mit dem Meister – hoffentlich niemals.

Reine Musik, keine Sonntagsreden

Mit markanter dünner Stimme und den genialen Kontrapunkten zwischen kratzigen, schnarrenden, manchmal ohrenbetäubenden Disharmonien und wohltuenden Erholungspausen auf der Akustikgitarre hörte man den gewohnten Sound des Neil Young, der auch nach dem Sundowner seine Sonnenbrille weiter trug. Wie immer reine Musik, keine Sonntagsreden ans Publikum, nicht einmal eine Begrüßung und ein ganz besonderer Abschied. Statt zur Gitarre griff der Musiker zum Xylophon. Drei Anschläge. Das war’s nach zwei Stunden. Kein Goodbye, dafür vorher aber noch eine Zugabe der ganz besonderen Art: der alte Beatles-Drogen-Song „A day in life“, die Pilzköpfe hätten sich verwundert die Augen gerieben. Aber: Respekt, nicht schlecht gemacht! Der Nachbar jedenfalls lächelt zufrieden und sagt: „Doch kein Like a Hurricane“.

Auf der Setlist besonders erwähnenswert wären „Words“ vom Harvest-Album (1972), „Don’t let it bring you down“ mit dem berühmten Flageolett-Griff am Ende, das hitverdächtige „Comes a time“ und natürlich an erster Stelle: „Down by the river“, satte 13 Minuten. Auch gut: „Mansion on the Hill“, „Ready for the Country“, „Pocahontas“, „Cinamon Girl” und “Mother Earth”.

P.S.: „Keep on rocking in a free world“ sorgte sogar auf der Herrentoilette für mächtig Stimmung, der Refrain wurde nur leicht uminterpretiert: „Keep on pissing in a free world“.

Martin Tochtrop

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Kommentare
21.06.2009
23:29
Neil Young: Ein Hauch von Woodstock am Rhein
von pjg | #3

Der Verfasser hatte wohl einen schlechten Tag - er sei ihm gegönnt... Und das Bild ist tatsächlich nicht vom Freitag,

21.06.2009
20:14
Neil Young: Ein Hauch von Woodstock am Rhein
von Pörschke Elke | #2

Tja, ob der Verfasser tatsächlich in Köln war, frage ich mich auch anhand des Fotos. Denn wenn ich mich recht erinnere, trug Herr Young in Köln ein schwarzes Hemd. Was soll´s, nix und niemand, auch nicht die dusselige Einlassorganisation, die eine Tür (genau die, an der ich seit 13.30 Uhr gewartet hatte) später öffneten, kann mir den Spaß an Neil vermiesen. Nach immerhin 22 Jahren Konzerterfahrung mit dem Kanadier überrascht und erfreut mich noch immer die Titelauswahl, die sich an keinen Erwartungen orientiert. Der alte Mann macht was er will. Es war einfach grandios, danke an das Publikum, das vor allem bei den leiseren Tönen wunderbar mitgesungen hat und sich nicht zum dumpen Mitklatschen hinreißen ließ. Es zeigt Respekt und Kenntnis, und ein Neil- Young-Publikum ist wohl das einzige, das Beifall zollt, wenn eine Gitarre auf die Bühne getragen wird. Long may you run, OldBlack.

21.06.2009
11:20
Neil Young: Ein Hauch von Woodstock am Rhein
von Joerg Hagenschulte | #1

War der Verfassser des Artikels wriklich beim Konzert anwesend? Ich war da und das das Publikum nur aus Leuten der Woodstock-Generation bestand ist schlichtweg Quatsch. Bin 1966 geboren, war zu Woodstock Zeiten also erst drei Jahre alt. Kaum ein Musiker bringt soviele Generationen zusammen, bei jedem Konzert trifft man Menschen von 12 bis 70, viele bringen Ihre Kinder oder/und Enkel mit

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