MP3-Piraten und die Ohnmacht der Musikindustrie
14.08.2009 | 10:28 Uhr 2009-08-14T10:28:00+0200
Köln.Wohl kaum eine Branche ist durch die technischen Errungenschaften des digitalen Zeitalters derart aus dem Konzept gebracht worden wie die Musikindustrie. Auf der Fachmesse c/o pop diskutieren Musik-Experten über die Zukunft ihrer Branche. Konsens gibt es dabei eher selten
Die technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters haben wohl kaum eine Branche derart durchgeschüttelt wie die Musikindustrie. Eine ganze Generation ist es mittlerweile gewohnt, ihre Musik kostenlos aus dem Internet herunterzuladen anstatt dafür Geld auf die Ladentheke zu legen. Leidtragende dieser Entwicklung ist die Plattenindustrie. Seit Jahren klagt sie über massive Einbrüche bei den CD-Verkäufen. Laut dem Bundesverband Musikindustrie sanken die Alben-Verkäufe von 209 Millionen im Jahre 1999 auf 145 Millionen Stück in 2008.
Einen wie Radiomoderator und Mediendesigner Johnny Haeusler lässt dieser klare Trend ziemlich kalt. „Für reine Musik habe ich ohnehin noch nie bezahlt”, sagt der Gründer des medienkritischen Blogs Spreeblick. Er bezahle vielmehr für Artwork, Texte und Beilagen sowie für die „dauernde Verfügbarkeit über die Musik”. Beispielsweise für eine CD, die er hören kann, wann und wo er will. Beim Herunterladen von MP3-Dateien handele es sich nur um das kostenneutrale Kopieren einer Datei, so Haeusler lakonisch.
Flatrate keine Lösung
Treibt das meist noch illegale Herunterladen von Musik den Niedergang einer ganzen Branche voran? Georg Oeller vom Musikrechte-Verwerter Gema antwortet darauf mit einem halben Ja: „Hier werden Inhalte bewegt, und an diesen Inhalten haben wir Rechte”, erklärt der Gema-Vorstand. Beim illegalen Herunterladen von Musik gingen „die Kreativen, die für den Kulturstandort Deutschland prägend sind, leer aus. Das ist ein Skandal!”
Die beiden Kontrahenten trafen zum Auftakt der sechsten c/o pop, dem Popkomm-Nachfolger, in den Opernterrassen aufeinander. Dort debattierten Experten über „Die Zukunft der Musikindustrie”. Seltene Einigkeit herrschte in der Runde beim Thema Flatrate. Dabei soll für das unbegrenzte Herunterladen von Musik-Stücken aus dem Internet eine feste Gebühr erhoben werden. „Die Auswertung wäre ein Horror”, so Haeusler. Er verweist auf die komplizierte Verteilung der Gebühren auf die Künstler, deren Werke genutzt wurden: „Diese Beträge wären zu gering, als dass sie den Urheberrechten gerecht würden.”
Nicht Plattenfirma, sondern Musik-Entertainer
Einen anderen Aspekt im Zusammenhang mit der Flatrate sieht jedoch Sascha Lazimbat von Warner Music. „Interessant” findet der Managing Director Angebote, die den Erwerb eines Handys mit einer Flatrate verknüpfen. „Wir müssen versuchen, das Musikkaufen wieder attraktiver zu machen”, forderte er Innovation und Initiative. Aufwändig gestaltete CD-Boxen seien ein Ansatz, zudem gehe es darum, „die Künstler 360 Grad zu vermarkten”: mit Live-Konzerten, Merchandising und künstlerbezogener Mode. „Wir verstehen uns nicht mehr als Plattenfirma, sondern als Musik-Entertainer.” Zumindest Lazimbats Elan bewies, dass sich die Musikindustrie mit dem Untergang ihrer Branche noch nicht abgefunden hat.
Wegen der Absage der Popkomm in Berlin ist die c/o pop in diesem Jahr wohl das wichtigste Forum der Musikwirtschaft. Das Musikfestival mit angeschlossener Fachmesse läuft bis Sonntag an verschiedenen Standorten im Kölner Stadtgebiet.
11:40
Warum soll ich 17 € für eine CD bezahlen, auf der 45 Minuten Musik sind? Auf der gleich teuren DVD bekomme ich 2 - 3 Stunden Musik. Gute Musik wurde schon immer verkauft. Sie muss nur einen vernünftigen Preis haben.
10:55
Das wollten wr iegentlich, nur leider war das Panel schon zuende, bevor wir noch Lösungsvorschläge machen konnten.
Stefan Herwig
(Musikheini)
13:56
Das Problem ist doch relativ einfach zu lösen: Bringt vernünftige Musik zu vernünftigen Preisen auf den Markt. Dann klappt es auch wieder. Früher hat eine neue CD 15 - 17 DM gekostet. Jetzt bezahl ich das gleiche in Euro und bekomme nur noch Müll zu hören. Man nehme die Bravo-CD´s: 40 Stücke drauf, 35 davon kann man in die Tonne hauen. Und daüfr soll ich dann auch noch 20 € bezahlen!? Was kriegen denn die Künstler von heute noch gebacken? Nach 2 Maxi-CD´s kommt schon das erste Bestof-Album. Also Musikheinis, nicht jammern sondern besser machen!!
10:25
Das sind doch alles Debatten von vorgestern.Als Anfang des 20.Jahrhunderts das Radio auf der Weltbühne erschien witterte die Musikindustrie schon damals ihren Untergang und verbot die öffentliche Ausstrahlung von Grammophon-Platten weil man die Auffassung vertrat , wenn die Leute kostenlos die Musik im Radio hören würde keiner mehr die Platten kaufen.Die Radio-Stationen entschlossen sich also selbst Aufnahmen von Konzerten zu tätigen und auszustrahlen.Die ersten Plattenfirmen genehmigten dann die Sendungen und siehe da-das Radio machte ihre Platten erst richtig bekannt.Als in den 50er Jahren die ersten Tonband-Geräte auf den Markt kamen gab es wieder die selbe Diskussion.Diesmal einigte man sich mit den Herstellern jedes Gerät und jedes Magnetband mit einer Abgabe zu belegen.20 Jahre später mit dem aufkommen der Cassettenrekorder gab es wieder diese Diskussion.Und weil die Musikindustrie mit dem Internet die Entwicklung verschlafen hat erleben wir erneut den selben Schmarrn.Nur mit dem Unterschied das die potenziellen Kunden kriminalisiert werden.Meiner Ansicht nach wird die Lösung wieder darin bestehen eine Abgabe sowohl auf jeden PC als auch auf jede Disk zu tätigen.Eine andere Lösung gibt es nicht.Denn heutzutage haben die PC-Nutzer doch längst legale Möglichkeiten an jeden Song kostenlos zu kommen- Indem sie einfach dass gewünschte Lied mit Aufnahme-Programm als mp3 abspeichern.Oder eines der vielen Radio-Ripp Programme nutzen.Wie will man das verhindern?
20:23
das wird alles unter dem oberbegriff globalisierung subsumiert ...
20:09
Die Erfindung der CD hat doch die Plattenpreise fast verdoppelt, dan kam mp3(frauenhofer Institut Deutschland, mit Fördermitteln des Staates subventioniert, und die mayor labels bekommen die Krise. Alternative gibt es podcast, welche in US in Clubs mitschneiden dürfen, um die Bands bekannt zu machen. Das ist Networking, Marcel