Mit starkem Konzert-Programm klangvoll ins neue Jahr
04.01.2010 | 09:14 Uhr 2010-01-04T09:14:00+0100
Essen. Konzertereignisse im Januar: New Yorks Philharmoniker kommen mit ihrem Chefdirigenten Alan Gilbert ins Dortmunder Konzerthaus und das deutsche Sopranwunder Annette Dasch singt in der Philhamonie Essen Haydn-Lieder.
Gefahr, dass der zu Jahresbeginn ganz natürliche Wirbel um Ruhr 2010 das aktuelle Konzertangebot in den Schatten stellt, besteht nicht. Dafür ist das Januar-Programm einfach zu stark. New Yorks Philharmoniker, die Star-Sopranistin Annette Dasch und viele andere bestücken den Konzertwinter. Eine Auswahl.
Mit Dasch gewaschen
Sie finden die Überschrift taktlos? Wir erlauben sie uns nur, weil die deutsche Sopranistin selbst den Wortwitz liebt. Schließlich heißt die Kultstatus genießende Personality-Show „Dasch-Salon”. Annette Dasch nennen sie das deutsche Sopranwunder, aber ihr Ruhm strahlt längst über die Grenzen der Republik. Vor gerade mal fünf Wochen gab sie ihr gefeiertes Debüt als Gräfin in Mozarts „Le nozze di Figaro“ an der New Yorker Met. Nun hat sie ihr Essener Debüt. Mitglieder der Berliner Philharmoniker, das berühmte „Scharoun Ensemble”, begleiten sie zu Haydn-Liedern. Außerdem auf dem Programm: Kammermusik – eine Uraufführung von Georg Friedrich Haas und Dvoraks G-Dur-Quintett.
Philharmonie Essen, 24.1., 17 Uhr, Karten (ab 22 €) unter 0201-812 2200. www.philharmonie-essen.de
Faust tiefromantisch
„Don Quichotte für Kinder“ ist ein Angebot der Essener Philharmonie. Junge Konzertbesucher lauschen Telemanns Musik zu diesem berühmten Stoffe der Weltliteratur. Im Konzert werden Instrumente vorgestellt - Klassik anschaulich also am 19. Januar, 15 h. Zu den Klassik-Höhepunkten für Erwachsene zählt im Januar gewiss der Dortmunder Mahler-Liederabend mit Christian Gerhaher (14.01) und am gleichen Ort das Konzert von Kit Armstrong (27.01.). Essen begrüßt mit dem Chorwerk Ruhr indes Schubert in New York. Romantik trifft Moderne und zwar am 29. Januar
Duisburgs Philharmoniker gestatten sich zum Jahresanfang einen Auftakt der Leckerbissen. Mendelssohns „Reformationssinfonie” folgt auf Henzes schillernde Klangmagie in der Bassariden-Suite. Der große deutsche Gegenwartskomponist ist ja 2010 eine Schlüsselfigur, die den klangvollen Titel der Kulturhauptstadt nähren soll. Nicht nachstehen wird diesen Programmpunkten der Auftritt Isabelle Faust. Top-Dirigenten reißen sich um die charismatische Schwäbin. Auf ihrer Stradivari erklingt eines der größten Violinkonzerte der Musikliteratur: Faust spielt Brahms. Man muss kein Prophet sein, um bei diesem Doppelabend auf ein hochrangiges Konzertereignis zu hoffen.
Mercatorhalle. 1. und 14.1., je 20 Uhr, Karten ab 8 €. 0203-3009100, www.duisburger-philharmoniker.de
Schöne neue Welt
„Amerika, Du hast es besser”, sagt Goethe. Was das Orchesterleben angeht, ist man in dieser Hinsicht entschieden unentschieden. Einerseits ist es in der schönen neuen Welt viel selbstverständlicher, dass große Firmen und reiche Privatiers Klangkörpern finanziell üppige Unterstützung zuteilen. Andererseits geht ohne Sponsoring nichts, was mitunter auch ein feingesponnenes Netz von Abhängigkeiten bedeuten kann. Sei’s drum. Das „New York Philharmonic” gilt seit Jahrzehnten als eines der besten Orchester des westlichen Riesenreichs. Nun kommt es mit seinem 2007 gewählten Chef nach Dortmund. Alan Gilbert hat kein Schmuseprogramm im Gepäck, wohl aber Musik, die die Möglichkeiten eines souveränen Klangkörpers bis ins Letzte fordert. Rachmaninows zweite Sinfonie folgt auf ein Werk des 1947 geborenen Komponisten John Adams. „The Wound-Dresser”. Adams bezieht sich auf einen Text des amerikanischen Poeten Walt Whitman. Was der Mensch dem Menschen antut, was Helden sind, das erzählt diese Komposition, die im Baritonpart prominent besetzt ist: Thomas Hampson reist mit den New Yorkern.
Konzerthaus Dortmund, 30.1., 20 Uhr, Karten ab 24 €. 0231-22696200. www.konzerthaus-dortmund.de
Bochum wie neu
Klassik von gestern ist schön, Musik von heute gehört dazu. Nach diesem Motto verfahren Bochums Symphoniker schon lange mit Erfolg. 2010 geht es weiter. Es gibt eine deutsche Erstaufführung - und eine von Rang. Philip Glass ist nicht irgendwer im Reich lebender Komponisten. Der Sohn eines Schallplattenhändlers ist eine der umtriebigen Vertreter der Minimal Music und dazu als Film- („The Truman Show”) und Opernkomponist unterwegs. Die „Bosys” haben sich für Glass’ Zweite mit Dennis Russell Davies einen Experten als Dirigenten geholt. Um Glass herum erklingt Haydns Sinfonie Nr. 70 und Strawinskys Klavierkonzert.
Audimax der Ruhr Universität, 14. und 15.1., je 20 Uhr. Karten 0234 / 33 33 55 55. www.bochumer-symphoniker.de
0mitdiskutieren