Luxuslärm: Ausgezeichnete Newcomer
15.11.2008 | 09:16 Uhr 2008-11-15T09:16:00+0100
Iserlohn. Luxuslärm ist preisgekrönt. Der Rock-und Popmusikerverband zeichnet die Combo am Wochenende aus, unter anderem für das beste deutschsprachige Album. Die Band aus Iserlohn unterstützt außerdem den Schülerbandwettbewerb "SchoolJam". Sängerin Janine Meyer im Interview mit DerWesten.
Anfang Oktober ist ihr erstes Album "1000 km bis zum Meer" erschienen. Die gleichnamige Single steht in den Charts auf Platz 86. Die Newcomerband Luxuslärm mit einer eigenen Rock- und Popmusikschule in Iserlohn wird ausgezeichnet: Am Wochenende sind ihnen in Friedrichshafen Preise sicher, die der Deutsche Rock- und Popmusikerverband vergibt: Der Preis für die beste Rocksängerin, für den besten deutschsprachigen Song ("Unsterblich") und für das beste deutschsprachige Album. Mit ihrem Live-Auftritt bewirbt sich Luxuslärm noch um die Titel als "Beste Popband" und "Beste Rockband". Im Dezember tritt die Band im Vorprogramm von Thomas Godoj auf. Zudem unterstützen die Musiker, die ohne Plattenfirma ihren eigenen Weg gefunden haben, das Projekt SchoolJam. SchoolJam ist ein Bandwettbewerb, bei dem die beste Schülerband gesucht wird. DerWesten ist dabei Medienpartner.
Wieso ist Lärm Luxus? Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?
Janine Meyer: Unser Schlagzeuger Jan ist früher nach der Schule immer zu seiner Oma gegangen. Zu ihr hat er immer gesagt ‚Oma ich geh’ jetzt in den Proberaum’. ‚Mach’ doch nicht wieder so einen Lärm’, war ihre Antwort. 'Ich mache schönen Lärm’, sagte Jan. Und so kam die Idee für unseren Bandnamen. Schöner Lärm ist Luxuslärm.
Ihr seid erst als Coverband Blue Cinnamon aufgetreten und habt dann die Band Luxuslärm gegründet. Wie hat sich das ergeben?
Janine Meyer: Wir hatten schon vier Jahre lang als Coverband zusammengespielt. Die Besetzung hatte sich immer wieder geändert. Die damalige Sängerin war öfters krank, da bin ich eingesprungen. Das hat so gut geklappt, dass wir zusammenbleiben wollten. Bei Konzerten wurden wir dann gefragt, ob wir nicht etwas Eigenes schreiben wollten.
Wie wichtig ist ein kreativer Bandname?
Janine Meyer: Bei Blue Cinnamon haben wir gemerkt, dass der Name zu kompliziert ist. Zwei englische Worte, die nicht zusammenpassen. Luxuslärm bleibt definitiv besser im Gedächtnis, genauso wie die Abkürzung ‚LL’. Viele Firmen, mit denen wir früher zusammenarbeiten wollten, fanden den Namen furchtbar und haben uns andere Vorschläge gemacht, zum Beispiel ‚Da Vinci Code’. Wer will denn so was? Das passt nicht. Das war der Punkt, an dem wir gedacht haben, es ohne Plattenfirma zu versuchen. Drei Jahre ist das jetzt her. Für mich war das der viel ehrlichere Weg. Wir haben es geschafft mit der Single ‚1000 km bis zum Meer’ in die Singlecharts zu kommen - allein, aus eigener Kraft.
Von Coversongs zu einem persönlichen Album
Welche Songs habt ihr gecovert?
Luxuslärm sind: Henrik Oberbossel (Gitarre, Gesang), Jan Zimmer (Schlazeug), David Rempel (Keyboard, Gitarre), Eugen Urlacher (Bass) und Janine Meyer (Gesang). Ihr erstes Album "1000 km bis zum Meer" ist Anfang Oktober erschienen.
Janine Meyer: Musik von Rage against the Machine, Pink, Melissa Etheridge. Bei unseren eigenen Songs wussten wir gar nicht so genau, ob wir auf Deutsch oder auf Englisch singen sollen. Wir haben im Proberaum versucht, einen Song zu schreiben. Herausgekommen ist „Ohne dich“. Diesen Song haben wir an unseren heutigen Produzenten Götz von Sydow geschickt, der uns auch live gesehen hatte. Er hat ihm so gut gefallen, dass er mit uns zusammenarbeiten wollte. Mit ihm haben wir dann angefangen, an eigenen Stücken zu arbeiten. Ich habe Tagebucheinträge mitgebracht und gesagt, worüber ich gerne singen würde. Unser Album „1000 km bis zum Meer“ ist also ein superpersönliches Album.
Wieso singt ihr auf Deutsch?
Janine Meyer: Es ist das Natürlichste, berührt die Menschen und ist der ehrlichste Weg, dem Publikum zu zeigen, was wir empfinden.
Könnt ihr von der Musik leben?
Janine Meyer: Wir sind alle Berufsmusiker, bis auf unseren Keyboarder. Er arbeitet als Physiotherapeut. Das ist echt super, weil er uns vor und nach den Konzerten immer richtig durchkneten kann. Außerdem haben wir in Iserlohn eine Rock- und Popmusikschule. Der Jüngste ist fünf, die älteste Schülerin 70. Alle Bandmitglieder sind Lehrer. Klar haben meine Eltern gesagt, dass ich was Richtiges lernen soll. Aber nach drei Semestern Studium auf Lehramt hab’ ich festgestellt, dass das nicht das Richtige für mich ist.
Wie war euer erster Auftritt?
Janine Meyer: Nach den Cover-Gigs waren wir eigentlich nicht mehr aufgeregt. Im Januar 2007 war unser erster Auftritt als Luxuslärm. Ein halbes Jahr lang hatten wir uns im Proberaum verschanzt, um das irgendwie live hinzukriegen. Wir waren meganervös. Klar, dass du ein Publikum mit Coversongs immer auf deine Seite kriegst. Aber mit deiner eigenen Musik bist du unsicher. Wir haben damals beim Contest „Beste NRW-Rocknewcomer Band" 2007 in Gronau mitgemacht. 150 Bands hatten sich beworben. Wir sind mit sieben anderen ins Finale gekommen. Und dann kam die Verkündung. Wir wussten gar nicht: Sollen wir auf die Bühne gehen oder nicht? Platz drei, Platz zwei, Platz eins: Luxuslärm. Wir waren fix und fertig und superstolz auf den ersten Auftritt. Auch wenn’s im Proberaum mal Ärger gab: Das hat uns gestärkt. Es war gigantisch, vor 300 bis 400 Zuschauer zu spielen und gleich zu gewinnen.
Fan von Roxette
Habt ihr Vorbilder?
Janine Meyer: Wir kommen alle aus unterschiedlichen Bereichen. Ansonsten hören wir alle gerne Evanescence, Red Hot Chili Peppers oder die deutsche Band Rivo 3. Super Musiker. Richtige Vorbilder hatte ich, als ich klein war. Ich war ein großer Fan von Roxette und habe versucht, jedes Konzert mitzumachen. Ich dachte, wenn ich mal so singen könnte...
Was würdest Du Nachwuchsbands raten?
Janine Meyer: So wenig wie möglich abzugeben, kann ich jedem nur empfehlen. Es läuft immer mehr darauf hinaus, dass Plattenfirmen nicht mehr so viel in Nachwuchsbands investieren können und wollen. Wer einmal in einem Vertrag gefangen ist, der hat es oft schwer, eigene Ideen durchzusetzen. In der Musikschule haben wir außerdem festgestellt, dass junge Bands oft kein Durchhaltevermögen haben und ihre Leute austauschen. Ich kann sie nur ermutigen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, nicht so schnell aufzugeben oder sich reinreden zu lassen.
Was hältst Du von Projekten wie SchoolJam?
Janine Meyer: Ich glaube daran und freue mich darauf, gemeinsam mit den anderen Bands aufzutreten.
Wie war es, das erste eigene Album in den Händen zu halten?
Janine Meyer: Anfang Oktober, als "1000 km zum Meer" herauskam, habe ich mir selbst eine Original-CD gekauft. Das war so aufregend. Du hälst es in den Händen und freust dich einen Ast.
Was hat sich auf dem Weg, bekannt zu werden, verändert?
Janine Meyer: Wir sind weniger zuhause als früher. Ab Dezember spielen wir im Vorprogramm von Thomas Godoj. Das geht den ganzen Dezember. Da gilt es, gut zu organisieren: die Stunden in der Musikschule, ein Tourbus. Aber im Endeffekt ist es genau das, was wir immer wollten. Wenn ich Artikel oder Einträge von unseren Fans im Gästebuch lese, wie toll unsere Musik ist, habe ich immer noch Tränen in den Augen.
20:04
Die sind Super...!!!
Hab sie in Bo. als Vorgruppe live gesehen...
Locker Silbermond-Nivau....
Weiter so bitte....