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Krisha Dahlke - Vampirjäger aus Tradition

06.11.2008 | 00:01 Uhr
Krisha Dahlke - Vampirjäger aus Tradition

Oberhausen. Krisha Dahlke hat im Musical „Tanz der Vampire” eine historische Rolle übernommen. Der 21-jährige Essener spielt den Alfred, den Roman Polanski in der Filmvorlage unsterblich gemacht hatte.

Was für ein Gefühl es denn sei, am Freitagabend im Oberhausener Metronom Theater als Alfred bei der Premiere des Musicals „Tanz der Vampire” auf der Bühne zu stehen und zu wissen, dass Roman Polanski im Publikum sitzt, der diese Rolle in seinem genialen Film 1967 selbst gespielt hat. „Ich bin bestimmt nicht nervöser als sonst, im Gegenteil finde ich das super, wenn er mich sieht”, sagt Krisha Dalke. Bestimmt sechs-, sieben Mal hat er sich den Film in den letzten Tagen angesehen, sogar in der Originalfassung, „der Film ist einfach nur großartig”.

13 Jahre jünger

Ein Werbeplakat für "Tanz der Vampire" am Gasometer in Oberhausen. (Fotos: WAZ, Tom Thöne/Ulla Emig)

Krisha Dalke ist gar noch 13 Jahre jünger als der damals 34-jährige „Alfred” Roman Polanski, und wenn er einem so gegenüber sitzt, hat er Mühe, glaubwürdig zu machen, dass er schon einen Studenten spielen kann. Am 16. Dezember 1986 in Wuppertal geboren, schafft er unter der Schwebebahn gerade noch den Kindergarten, dann ziehen die Eltern nach Sprockhövel-Haßlinghausen. Dort besucht er die Grundschule, wechselt ans Carl-Duisberg-Gymnasium in Wuppertal. 20 Minuten pro Strecke mit dem Bus, und die Freunde sind alle an der Gesamtschule Haßlinghausen. Bald auch Krisha – bis zur Mittleren Reife.

Da widerfährt dem stimmlich und schauspielerisch begabten Teenager Seltenes, er bekommt die Chance, ohne Abitur an der Folkwang- Hochschule Essen Musical zu studieren. Zwei bis drei solcher Studienplätze höchstens gibt es pro Semester. Im Januar 2004 besteht Krisha Dalke, soeben 17 geworden, die Aufnahmeprüfung.

Morgens Ballett, dann Gesangsunterricht

Schauspiel, Gesang und Tanz sind die Schwerpunkte des Musical-Studiums, das vollen Einsatz erfordert in der weißen Mühle, wie das wunderschöne Folkwang-Domizil am Baldeneysee genannt wird. Morgens Ballett, dann Gesangsunterricht, Liederinterpretation mit Korepetitor, Jazzgesang und Jazzdance, dreimal pro Woche Sprecherziehung, zwei Einheiten in der Gruppe, eine als Einzelunterricht. Und natürlich Schauspielunterricht, „wie an einer normalen Schauspielschule”.

Krisha Dahlke nennt das Studium „eine lehrreiche Zeit, ohne diese harte Ausbildung könnte ich das hier mit acht Vorstellungen pro Woche nicht durchhalten”. Der 21-Jährige hat im Oberhausener „Tanz der Vampire” die einzige Rolle ohne Perücke. Im natürlichen Kostüm ist er der junge Student, der die Geschichte erzählt. Krisha empfindet es als Herausforderung, sich nicht hinter einer Verkleidung, hinter Vampirzähnen verstecken zu können.

Letzte Prüfungsarbeit im Dezember

Schauspieler Krisha Dalke in der Rolle des Alfred und die estische Schauspielerin Nele-Liis Vaiksoo in der Rolle der Sarah. (c) ddp

Es ist seine zweite Rolle bei Stage Entertainment, bei der Berliner „Elisabeth” war er von Januar bis August 2008 schon im Ensemble und als Zweitbesetzung in der Rolle des Kronprinzen Rudolf und von Elisabeths Mörder Luigi Lucheni im Einsatz. Obwohl er streng genommen noch Student ist – eine letzte Prüfungsarbeit muss er im Dezember schreiben.

Sein Diplom hat er im Januar 2008 schon erhalten. Selbst da steht Krisha Dalke bereits als Profi auf der Bühne, im zweiten Halbjahr 2007 hat er nach einigen kleineren Aktivitäten u.a. in der Essener Weststadthalle ein Engagement am Friedrichstadtpalast in Berlin. Denn dort war 2005 der Bundeswettbewerb Gesang ausgetragen worden, und Krisha Dalke hatte einen Preis gewonnen. Nun spielt er auf der legendären Bühne die Titelrolle in der Kinderrevue „Der Zauberer von Camelot”.

Der Wechsel nach Oberhausen

Als sein Engagement endet, ist der Kinofan drei Tage später in den Proben zu „Elisabeth” in Berlin. Der Wechsel nach Oberhausen geht noch schneller. Abends die letzte Vorstellung in Berlin, am nächsten Morgen beginnen im Ruhrgebiet die Proben zum „Tanz der Vampire”.

Gern ist er hier. Er wohnt wieder in Essen-Werden nahe der Weißen Mühle, mit Bus und Bahn – Krisha hat weder Auto noch Führerschein – klappt das Pendeln prima. Meist nimmt er von der Neuen Mitte aus den Nachtexpresss. „Nach einer Vorstellung kann ich nicht sofort nach Hause fahren, der Adrenalinspiegel ist zu hoch. Dann gehen wir mit Kollegen irgendwo hier im Umfeld noch ein Bier oder einen Wein trinken. Ich bin ein Nachtmensch, schlafe morgens gerne länger.”

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Michael Schmitz

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