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Interview

Klazz Brothers: Beethoven kriegt den Groove

27.05.2009 | 08:09 Uhr
Klazz Brothers: Beethoven kriegt den Groove

Hagen. Sie werden von Salsa-Fans und Klassik-Liebhabern gleichermaßen geliebt: Die Klazz Brothers. Bassist Kilian Forster spricht im Interview über ungewöhnliche musikalische Brückenschläge und "Symphonic Salsa".

Mozart tanzt Cha Cha. Möglich machen das die Klazz Brothers, die von Klassik-Liebhabern und Salsa-Fans gleichermaßen gefeiert werden. Ein „Echo Klassik” belegt, wie populär das Ensemble ist. Die Hagener Philharmoniker laden die Musiker am 6. Juni zur „Symphonic Salsa” ein. Klazz-Brothers-Bassist Kilian Forster erzählt im WP-Interview, warum es so spannend ist, Beethoven, Bach und kubanische Rhythmen zu verknüpfen.

Warum ist der Brückenschlag zwischen Klassik, Jazz und kubanischen Rhythmen beim Publikum so beliebt?

Kilian Forster: Wir verwenden die besten Teile, die bekanntesten Melodien und Ohrwürmer, die nicht nur die Klassiker kennen und mischen sie mit Salsa, Merenge, Bolero, Cha Cha und anderen kubanischen Rhythmen. Dadurch entsteht eine Melange, mit der man viel mehr Leute erreichen kann als mit reiner Klassik oder reinem Jazz. Interessant ist, dass es das in dieser Form noch nicht gab.

Wie reagieren die Philharmonien, zum Beispiel die Hagener Philharmoniker, mit denen Sie zusammenspielen?

Kilian Forster: Die Orchester sind immer ganz begeistert. Es ist eine riesige Herausforderung für die Musiker, denn die Stücke sind schwieriger zu spielen als im Original, weil es rhythmisch so vertrackt ist. Für das Orchester geht es nicht nur darum, die Synkopen zu spielen, sondern die Synkopen zu leben. Dann kriegt das eine eigene Dynamik, den Groove.

Sie haben Beiträge zur Filmmusik für Kassenschlager wie „Collateral” oder „Hitch” geliefert. Was fasziniert Sie daran, die „Kleine Nachtmusik” im Bomba-Rhythmus zu arrangieren?

Kilian Forster: Ich war zehn Jahre lang Solobassist der Dresdner Philharmonie. So sehr man die Klassik liebt, eines Tages kommt doch der Wunsch dazu, mit Musik noch mehr zu gestalten. Für mich ist Jazz eine Weiterführung der Klassik nach Ravel und Debussy. Auch davor gibt es schon Rhythmen, die man heute mit Jazz verbindet, wenn man bedenkt, was Bach im Wohltemperierten Klavier gemacht. hat. Bei Salsa ist es wieder ein bisschen anders, da passen Mozart und Beethoven besser als Barockmusik.

Salsa im Sitzen? Wie reagiert das Publikum auf die rhythmische Herausforderung in Ihren Konzerten?

Kilian Forster: Es kann vorkommen, dass es die Leute so zuckt, dass sie an den Rändern anfangen zu tanzen. Das ist uns jetzt im Wiener Musikvereinssaal passiert. Aber wir spielen ja nicht nur reine Tanznummern, da sind auch langsame und sehr emotionale Stücke im Programm. Bei den Zugaben gibt es allerdings wirklich die Aufforderung zum Tanz.

Symphonic Salsa mit den Klazz Brothers und den Hagener Philharmonikern: Samstag, 6. Juni, 20 Uhr, Stadthalle Hagen. Karten: www.theater.hagen.de

Monika Willer

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