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"Rock'n'Soul"-Tour

Julia Neigel und Edo Zanki zünden die Nacht an

11.04.2010 | 14:17 Uhr
Julia Neigel und Edo Zanki zünden die Nacht an

Recklinghausen. „Gib mir Musik!” Dieser Klassiker von Edo Zanki, dem Vater der deutschen Soulmusik, war das Motto eines mitreißenden Konzertes in der Vest-Arena Recklinghausen. Denn dort machten Zanki und Rockröhre Julia Neigel am Freitag Halt auf ihrer „Rock'n'Soul'”-Tour.

Ihre Stimmen haben die 80er Jahre geprägt, die Rockröhre Julia (damals noch Jule) Neigel und damals die deutsche Soulstimme Edo Zanki. In den letzten Jahren ein wenig in der Versenkung verschwunden, zeigten beide eindrucksvoll, dass ihre Musik zeitlos ist. Eine ungewöhnliche Kooperation zweier Künstler, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Neigel erobert Bühne und Publikum im Nu

Lässig kommt der 57-Jährige Zanki zur Musik der Band auf die Bühne, groovt, lächelt schelmisch wie Lausbub ins Publikum und stimmt „Unsere Zeit wird kommen” an. Er steht da wie der Fels in der Brandung, den nichts erschüttern kann. Und dann fegt sie auf die Bühne: Julia Neigel, erobert Bühne und Publikum im Nu. Gibt Zanki noch den Ton beim ersten Song an, so übernimmt Julia Neigel mit „Alles, was Du brauchst”, wenig später das Kommando.

Der Wirbelwind springt ins Publikum, zerrt fast jeden Fans einzeln vor die Bühne. „Ich will eure Hände sehen, das sieht so fantastisch aus”. Man kann sich dieser Energie kaum widersetzen, das Publikum wippt, tanzt unversehens im Rhythmus mit.

Julia Neigel und Edo Zanki am 8. April in der Vest-Arena Recklinghausen. Foto: WR/Andreas Winkelsträter

Es ist ein Abend voller musikalischer Überraschungen. Denn die beiden haben nicht nur eigene Klassiker wie "Wir zünden die Nacht an" oder "Schatten an der Wand" mitgebracht. Sie interpretieren Spliffs „Heut Nacht” von dem legendären Album „85 555” oder auch Rio Reiser „Lass uns ein Wunder sein” und Ulla Meineckes „Die Tänzerin” (mit Zanki an den Keyboards) auf geniale Weise. Mit der exzellenten Band wird gejammt, wird „Papa Was A Rolling Stone” oder auch „Proud Mary” angestimmt. Das Publikum geht mit, stimmt mit ein.

Leidenschaftlich, rockig - einfach unverkennbar

Julia Neigel nutzt die Chance dieser „Rock'n'Soul”-Tour auch dazu, einige neue Stücke vorzustellen mit ihrer markanten, rauchigen Stimme. „Ich fühl' nichts” oder „Teufel”. Unverkennbar - das sind Songs von der Neigel, voller Leidenschaft, rockig.

Dramaturgisch bestens inszeniert dieser Abend, perfekt, mit vielen musikalischen Überraschungen. Beide genossen ihren Freiraum auf der Bühne, um dann im richtigen Moment wieder gemeinsam zu musizieren. „Das sollten die wiederholen”, war die einhellige Meinung über den rockigen Soulabend.

Julia Neigel und Edo Zanki zünden die...

Andreas Winkelsträter

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