Hubert von Goisern zwischen Volks- und Weltmusik
11.08.2009 | 11:56 Uhr 2009-08-11T11:56:00+0200
Wattenscheid. Der Österreicher Hubert von Goisern hält auf seiner Tour in NRW und begeistert noch einmal sein Publikum. Danach ist erstmal Schluß mit Musik aus allen Stilrichtungen - bis 2011. Solange ist das Mannsbild mit der Ziehharmonika, der weitere 186 Instrumente beherrscht, auf Reisen.
Das Liedgut der Bergvölker war uns lange fremd. Wer zurückkehrte von einer Expedition nach Bayern oder Österreich, berichtete von wundersamen Kieksern, auch „Jodeln” genannt, vorgetragen von „Mannsbildern” mit Ziehharmonika und „Dirndln” mit Mieder. Oha, dachten wir, wenn wir das Liedgut der Bergvölker hörten. Schunkeln mit Lederhose.
Irgendwann in den Achtzigern kletterte dann ein Mannsbild mit Krachlederner auf die Bühne einer Rock-Arena. Pumpte nicht nur Luft in seine Ziehharmonika, sondern setzte auch eine Fender-Gitarre unter Strom. Rappte zum Beat, als ob das Salzkammergut in der Bronx läge, und besang im nächsten Atemzug den Frieden der Alm, gern auch dreistimmig mit Engelschor in lichter Sphäre. Es nannte sich Hubert von Goisern, das Mannsbild, und am Sonntag war es in Wattenscheid.
Lappland, Tibet, Afrika
Die dortige Freilichtbühne ist ein unterschätztes Kleinod. Wie geschaffen für einen wie Hubert von Goisern, der eigentlich Hubert Achleitner heißt und sich den Künstlernamen als Tribut an seinen Heimatort Bad Goisern gab. Was im Nachhinein vielleicht nicht ganz glücklich war, wenn man bedenkt, dass auch Jörg Haider aus Goisern stammt, und dem Haider steht der Hubert nun wirklich nicht nah.
Aber wir schweifen ab, was vielleicht an diesem wunderschönen Abend in der Freilichtbühne liegt. Die mächtigen Bäume wiegten sich im Takt, und die Dunkelheit legte sich sanft über die Gemeinde der Goisern-Fans, die sich vor der Bühne sammelte und alles, alles mitsang. Zwischen den Liedern, wenn der Hubert von seinen Reisen erzählte und wie er einmal in Lappland war, oder in Tibet, oder in Afrika, bellte ein Hund und krähte ein Kind. Und als er von einem Auftritt in Burkina Faso erzählte, wo nach schrecklicher Dürre ein einziges Lied, natürlich das berühmte „Regen”, die Schleusen des Himmels öffnete und man ihm seine Ziehharmonika abkaufen wollte, für die nächste Dürre – da haben wir nach oben geschaut, obwohl doch keine Wolke zu sehen war, aber an diesem magischen Abend schien alles möglich.
187 Instrumente
Für die jetzt zu Ende gehende „S'Nix”-Tour hat der Mann, der Volksmusik und Weltmusik und Rock und Reggae und Rap aufs Müheloseste vereint, der 187 Instrumente beherrscht, wieder mal eine neue Band zusammengestellt. Die Musiker waren großartig wie die legendären „Alpinkatzen” und der Sound bei Klassikern wie „Weit weit weg” oder „Heast as net”, was, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfuhren, „Hörst Du es nicht” bedeutet, genial. Auch wenn man sich in Wattenscheid gewissen Lärmauflagen fügen muss.
Die Tour geht zu Ende, danach geht Hubert auf Reisen (Lappland? Tibet? Burkina Faso?), aber 2011 kehrt er zurück auf die Bühne. Und sagt dann nicht, liebe Leute, die ihr diesen großen Abend verpasst habt, dass man euch nicht rechtzeitig alarmiert hätte.
19:19
3 Stunden unterschiedlichste Musik, perfekt vorgetragen, das Publikum wurde einbezogen. Im Vergleich zum Grottengig von U2 ein unvergessliches Erlebnis, Bono und seine Tontechniker hätten sich das mal ansehen sollen
09:26
#1
das kann ich nur bestätigen. Ich bin meinem Mann zuliebe mitgegangen und war hinterher total begeistert. Ein sehr schöner, rundherum gelungener Abend
08:08
Ein unvergesslicher Abend! Wir waren total begeistert!