Hauptsache, der Swing lebt weiter
06.12.2007 | 08:16 Uhr 2007-12-06T08:16:00+0100Drei Fragen an den Pianisten und Saxofonisten Chris Hopkins, der bald in der Bochumer Jahrhunderthalle aufspielt.
Bochum. Mit seiner Band spielt der Pianist und Saxofonist Chris Hopkins an die 100 Konzerte im Jahr. In Deutschland, aber auch in Neuseeland, den USA, Japan oder gar auf den Fidschi-Inseln. In Sachen Swingmusik haben "Echoes Of Swing" und der Deutsch-Amerikaner Hopkins längst eine Weltkarriere hingelegt. Zum zehnjährigen Bandgeburtstag gibt es am 16. Dezember eine große Jazzgala mit "E-choes Of Swing" in der Bochumer Jahrhunderthalle. Mit Chris Hopkins sprach Christoph Giese.
NRZ: Warum ist es der Swing geworden?
Hopkins: In meiner Kindheit bin ich daheim mit Barockmusik bombardiert worden. Ich habe dann auch Cembalo gelernt. Meine Eltern aber hatten eine Jazzplatte in ihrer Sammlung, eine Doppel-LP mit tollen Swing-Aufnahmen aus den 20ern, 30ern und 40ern. Ich habe mir das angehört und wusste sofort: Das gefällt mir.
NRZ: Und warum sind Sie mit "Echoes Of Swing" in erster Linie Traditionsbewahrer?
Hopkins: Mein Hauptanliegen war immer, swingende Musik zu spielen. Das wird mir in Deutschland oft zu negativ angesehen. Hier scheint in erster Linie der moderne Jazz wertvolle Kunstmusik zu sein. Dass Jazzmusik vor 1945 alter Kakao sein soll, ist für mich Quatsch. Wenn auf den Galapagosinseln Schildkröten aussterben, gibt es einen Riesenaufschrei. Wenn eine Musikrichtung wie der Swing aus-stirbt, interessiert das keine Sau.
NRZ: Als purer Nostalgiker wie ein Max Raabe mit seinem Palast Orchester sehen Sie sich aber nicht?
Hopkins: Nein. Was Raabe macht, ist schon gut. Aber ich verkleide mich nicht im Stile der 20er Jahre. Ich beziehe mich auf die Tradition und versuche, sie lebendig und frisch zu gestalten. (NRZ) Karten für den 16. 12. (17 Uhr) : Tel: 01805/234 400.
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