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Musikwirtschaft

Fünf Fragen zur c/o pop an Norbert Oberhaus

17.08.2009 | 17:05 Uhr

Köln. Mit über 30 000 Besuchern bei 50 über Köln verteilten Konzerten und Shows hat die c/o pop-Messe einen neuen Besucherrekord aufgestellt. DerWesten sprach mit Norbert Oberhaus, Geschäftsführer der c/o pop, über die Zukunft von Musik und Kreativwirtschaft.

Norbert Oberhaus, Geschäftsführer der Cologne on pop GmbH (Foto: Alfred Jansen / c/o pop)

Während die Popkomm - ursprünglich auch in Köln beheimatet - in diesem Jahr ausfällt, fand die c/o pop im sechsten Jahr erfolgreich statt. Wie hat die c/o pop „die Kurve gekriegt“?

Norbert Oberhaus: Wir sind einfach konsequent unseren Weg gegangen. Und wir haben uns dabei immer aktualisiert. Was ursprünglich mit einem urbanen Festival für die Stadt begonnen hat, wurde  um eine Konferenz erweitert. Und dort haben wir die Fragen gestellt, die die auf der Popkomm nicht mehr zu hören waren: Wo geht’s lang, wie kann man auch in Zukunft mit dem Thema Musik noch Geld verdienen?

Lange Zeit war die c/o pop das Festival der elektronischen Musik, nun kommen vermehrt so genannte Indiebands dazu.

Oberhaus: Wir haben uns in den ersten Jahren auf elektronische Musik fokussiert, weil sie eine positiv besetzte Visitenkarte ist und auf eine lange Tradition in der Stadt verweisen kann. Aber schon im ersten Jahr des Festivals hatten wir zum Beispiel mit Franz Ferdinand und Phoenix Bands im Programm, die das Popkulturverständnis von c/o pop verdeutlichten.

Wo sehen Sie die Vermarktungsmöglicheiten von Musik in den nächsten Jahren?

Oberhaus: Das ist ja genau die große Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Natürlich muss Musik auch auf die Games-Branche schielen, da zeigt sich ja schon länger ein großes Potenzial. Oder Musik in der Werbung: Nahezu jeder Markenartikler hat heutzutage seine eigene Compilation. Dann die Möglichkeiten der Eigenvermarktung und das Live-Segment. Aber einen Königsweg gibt es schon lange nicht mehr.

Kleine Firmen mit Ideen oder große Firmen mit Geld: Wer steht in der Krise besser da?

Oberhaus: Prinzipiell gilt, dass man höchst flexibel sein muss und auch mit Mut in die Lücken gehen sollte. Dafür sind kleinere Units natürlich wesentlich besser geeignet als große Companies. Die Majors haben das natürlich zum Teil auch schon erkannt, sind aber auf Grund ihrer Strukturen und Besitzverhältnisse nicht in der Lage, das umzusetzen.

Was bedeutet die c/o pop für Köln?

Oberhaus: c/o pop ist das Aushängeschild für Köln als Musikhauptstadt und zeigt, dass Köln nach dem Weggang der Popkomm und VIVA genug eigene Ressourcen hatte, um etwas Neues aufzubauen. Wir sind einstmals aus dem Windschatten der Popkomm heraus gestartet und befinden uns nun nach sechs Jahren in der Pole-Position. Aber auch wir hätten uns das damals nicht träumen lassen.

Hans-Martin Gross

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