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Konzert

Herzschmerz eines Eichhörnchens

21.11.2011 | 17:05 Uhr
Herzschmerz eines Eichhörnchens
The Miserable Rich.

Haldern.Es ist schwer auf den Punkt zu bringen, was der Band The Miserable Rich bei ihrem Konzert in der Haldern Pop Bar fehlte. Starker Gesang, hervorragende Instrumentalisten, vielschichtige Kompositionen, ein toller Klang – eigentlich stimmte alles. Aber nach dem Konzert blieb kaum ein Lied im Kopf. Höchstens ein atmosphärisches Gesamtbild.

So spaltete sich das Publikum: Die einen spendierten Beifall aus ganzem Herzen. Die anderen applaudierten deutlich zurückhaltender. In jedem Fall war es für die rund 70 Besucher ein unterhaltender Abend. Zu Beginn des Konzertes war zu erfahren, dass die Lieder in einem Geisterhaus geschrieben worden seien, so Sänger James de Malplaquet. Dann muss man sich fragen: Etwas mehr Spuk und Grusel hätte den Liedern gut getan.

Sänger de Malplaquet besticht durch eine helle, kräftige Stimme mit leichtem Vibrato. Dazu eine klare Aussprache mit sympathischem britischen Akzent. So konnte der Zuhörer den Geschichten folgen.

Mal wieder konnte sich ein Künstler mit Deutschkenntnissen verständlich machen. De Malplaquet erklärte, dass ein Lied von Herzschmerz handele: „Vom Herzschmerz eines Eichhörnchens.“

Wie eine Studioaufnahme

Die Kammer-Folk-Pop-Musik, die das britische Sextett bot, funktionierte hervorragend auf der kleinen Bühne. Der Ton war so sauber und klar, es hätte eine Studioaufnahme werden können. Sehr gut kann man sich vorstellen, dass The Miserable Rich das Klangvolumen für eine große Bühne aufbauen können. Für die Konstellation zwei Streicher (oder ein Streicher und Klavier), Kontrabass, Gitarre, Schlagzeug war die flotte Rhythmik außergewöhnlich dominant und tiefgreifend. Viele Lieder starteten langsam und atmosphärisch und nahmen zunehmend Fahrt auf.

Die meisten Stücke ähnelten sich allerdings. Exkurse waren die Ausnahme, so etwa ein Song, der den Charme eines gesitteten Zigeuner-Liedes hatte. Oder eine a capella-Passage, die an die Housemartins erinnerte. Bleibt das Fazit: Handwerklich eine außerordentliche reife Band, es fehlt das gewisse Etwas in der Komposition.

Marco Virgillito

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