Die Fantastischen Vier: "Immer locker bleiben"
26.08.2008 | 15:33 Uhr 2008-08-26T15:33:00+0200
Bochum. Der Abend beim Zeltfestival Ruhr sollte unfreiwillig unter dem Motto "immer locker bleiben" laufen. Gut, dass Die Fantastischen Vier sogar einen solchen Song im Repertoire haben. Trotz großer Panne rocken die Hip-Hopper aus Stuttgart souverän die Bühne am Kemnader See.
Brachial kommen "Die Fantastischen Vier" auf die Bühne. „Yeah, Yeah, Yeah“ dröhnte es aus den riesigen Boxen, die die kleine Bühne beim Zeltfestival Ruhr flankieren. Die Fans springen und hüpfen. Sofort schwappt die typische Fanta-Vier-Stimmung aufs Publikum über. Party pur. Der letzte Beat schlägt ein. Es knallt. Stille. Dunkelheit. Ein Akt der Dramaturgie? Mensch, wie sich die Jungs aus Stuttgart – mittlerweile sind sie gestandene Männer – immer wieder selbst inszenieren. Es wird doch wohl gleich weitergehen? Ernüchterung macht sich breit, als Thomas D., von einer Taschenlampe ins Licht gesetzt, den Kopf schüttelt. Das Stromaggregat ist durchgebrannt. Zuviel Stimmung? Zu laute Musik? Oder hat Jan Delay am Freitag dem Generator die letzten Nerven geraubt?
Kreatives Publikum
„Und selbst bei Katastrophen gehen wir noch zum Kacken raus”, heißt es im ersten Song. Dem einzigen Song an diesem Abend. Bislang. Thomas D. glättet die Wogen und geht auf Tuchfühlung mit den Fans in der ersten Reihe. Ein paar Reihen weiter hinten kann man nur ahnen, wie sehr im Hintergrund nun geschwitzt wird. Schon irgendwie peinlich für den Veranstalter. Obwohl so etwas ja durchaus passieren kann. Das sehen die Fans auch so. Es herrscht allgemein lustige Betriebsamkeit. Ein „ich musste eh noch aufs Klo“ hier oder ein „bestimmt ist der Bierstand jetzt rappelvoll“ dort, und diejenigen, die nichts zu erledigen haben, singen einfach den von der zurückliegenden Europameisterschaft bekannten Gassenhauer „Seven Nation Army“ von den White Strips. Und es wird sogar kreativ: „Es könnt’ alles so einfach sein, ist es aber nicht“, zitieren die Fans nun die Band, die eigentlich auf der Bühne stehen sollte. Eine gute Dreiviertelstunde geht so ins Land - es wirkt länger - als von draußen ein immer lauter werdendes Surren die Aufmerksamkeit der Gäste gewinnt. Das hört sich gut an. Und so ist es.
Premiere in 19 Jahren Bühnenerfahrung
Brachial kommen Die Fantastischen Vier auf die Bühne. „Yeah, Yeah, Yeah“ dröhnte es durch die riesigen Boxen... als wenn nichts gewesen wäre. „In 19 Jahren Bühnenerfahrung ist uns das noch nicht passiert“, grinst Smudo und bedankt sich für die Geduld der Fans. „Immer locker bleiben“, passte dann irgendwie wie die Faust aufs Auge.
Natürlich nehmen die Profis den Stromausfall immer wieder in ihren Zwischenmoderationen auf. Und man hat das Gefühl, dass die Fantas mit ihrem lauten und rockigen Set das neu angelieferte Stromaggregat bis an die Leistungsgrenzen bringen wollen. Jetzt erst recht. Michi Becks „Sie ist weg“ singt die Masse von alleine mit, „Pipis und Popos“ mit Smudos Heliumeinlage sorgt für große Belustigung, und „Was geht“ bringt das Kondenswasser vom Zeltdacht zum tropfen. Ein Zeichen, dass geschwitzt wird.
Ein Set, vornehmlich mit neueren Songs der Platten "Fornika" und "Viel" endet nach dem zweiten Zugabenauftritt, wie der Abend begonnen hat. Zack, Dunkelheit. Mit dem Unterschied: Die Besucher jubeln, das komplette Programm gehört zu haben. Und irgendwie passt dieser Abschluss. Smudo entschließt sich zu einem spontanen Stage-Diving und den Veranstaltern fällt ein Stein vom Herz. „Es ist toll wie das Publikum reagiert hat, aber auch die Künstler hinter der Bühne sind total cool geblieben.“
Getreu dem Motto: „Immer locker bleiben.“
Sehen Sie das Video vom Soundcheck mit Thomas D
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14:11
Wer sagt denn, dass das Konzert abgebrochen wurde? Der Generator ist einfach erneut ausgefallen und da es eh das letzte Stück gewesen ist, war somit das Konzert zu ende. Ich sehe das ähnlich wie selber-denken-hilft - das ist ein Konzert, an das ich mich noch lange erinnern werden - wegen der lustigen Stimmung in der Strompause!
13:28
Eben darum gehts, die Fantas waren Klasse und haben das Beste aus der Lage gemacht.
Aber dem Veranstalter war wohl vieles egal, hauptsache die Kasse stimmt.
Es ist eine Frechheit einem Konzert einfach den Strom abzustellen. Das hat mit Mega-Veranstaltungen überhaupt nichts zu tun. Und wenn wir die alle so mögen würden, warum waren wir wohl alle da?
Selber denken hilft wirklich, sollte man dann aber auch machen!
11:00
@selber-denken-hilft: na klar, du kennst uns ja....
E geht ja gar nicht um die Panne vorher und niemand hat was gegen das Konzert an sich gesagt. Aber man ist halt enttäuscht, wenn bei so einer Bombenstimmung mittendrin der Strom abgestellt wird.
Da kann man nix schönreden mit außergewöhnlicher Stimmung. Ja, die war da und der Veranstalter hat sie am Ende komplett ignoriert! Populär zuende spielen lassen und man hätte das auch so beenden können.
09:58
es muß eben immer alles ganz glatt gehen. .
dabei war die stimmung so doch viel außergewöhnlicher - die musik kam trotzdem und am ende war´s ein schöner abend. aber ihr zahlt ja alle lieber für mega-veranstaltungen in stadien, in denen gar nix dem zufall lüberlassen wird und das konzert in münchen genauso ist wie das in dortmund - und ihr die künstler auf dem videowürfel bewundern könnt..
ich guck mir solche konzerte nicht mehr an, klein aber fein und eben auch mal mit ein wenig improvisation gefällt mir da besser
09:37
Zu sagen wäre noch, dass man trotz des stolzen Preises von 40 Euro und all der Pannen, noch 50 Cent für die Toilettenbenutzung zahlen musste. Problem war nur, das aufgrund des Stromausfalls die Spühlung nicht ging und man sich nicht die Hände waschen konnte......
07:05
Da kann ich nur zustimmen!
Peinliche Vorstellung des Veranstalters!
23:31
Kleine technische Pannen? Das Konzert fing ca. 21Uhr an, von klein kann da nicht die Rede sein, und wurde schön um Punkt 22:30Uhr beendet. Nur diesmal nicht durch eine kleine Panne, sondern völlig beabsichtigt vom Veranstalter. Das nenne ich peinlich und unverschämt bei einem Kartenpreis von knapp 40Euro und Getränkepreisen von 3 Euro. Mitten im Lied abzubrechen ist wirklich unmöglich und passte meiner Meinung nach überhaupt nicht zu dem Konzert.
Man kann wirklich von Glück sagen, dass die Fanta4 wissen, wie man ein Konzert gestaltet, im Gegensatz zum Veranstalter.
Ach ja, ein Bus mehr gegen Konzertende wäre fürs nächstemal auch zu erwägen.
Bleibt nur zu entschuldigen, dass das Ganze noch in den Kinderschuhen steckt.... trotzdem...