Festival
Das wolln wir sehn bei Bochum Total
02.07.2009 | 07:44 Uhr 2009-07-02T07:44:00+0200
Bochum. Vier Tage, 83 Bands und Künstler: Bochum Total stellt uns jedesmal vor eine schier unlösbare Aufgabe. Alles sehen geht nicht, alles kennen auch nicht. Damit der Durchblick nicht verloren geht, haben wir mal ins Programm von heute bis morgen geschaut. Und persönliche Höhepunkte gefunden.
Bermudadreieck. Vier Tage, 83 Bands und Einzelkünstler: Bochum Total stellt die Besucher in jedem Jahr vor eine schier unlösbare Aufgabe. Alles sehen kann niemand, alles kennen auch nicht. Damit beim größten Straßenfestival des Reviers der Durchblick nicht verloren geht, haben wir mal ins Programm von heute (17 Uhr) bis Sonntag (22 Uhr) geschaut. Und fanden ganz persönliche Höhepunkte.
Luxuslärm
Es sind nur „1000 Kilometer bis zum Meer”. Doch dieses Mal schauen wir nicht den Wellen hinterher. Wir machen am Sonntag selbst eine: bei Luxuslärm. Fünf sympathisch ungestylte Iserlohner spielen guten deutschen Pop-Rock. Und wenn wir ab 19.30 Uhr an der Eins-Live-Bühne die Augen schließen, fühlen wir uns an Silbermond oder Juli erinnert. Und an den Luxuslärm-Titel: „Alles wird gut”. (mar)
Boppin' B
Sasha hat ihnen den Weg bereitet: Als der bis dato smarte Popsänger sich in den Rockabilly-Star Dick Brave verwandelte, nahm er Boppin'B mit auf Tour – und die bedankten sich mit einem Album, das ausschließlich auf den Stil der 50er Jahre umgearbeitete Sasha-Hits versammelte. Am Sonntag um 18.15 Uhr steht die Band aus Aschaffenburg auf der WAZ-Bühne. (mb)
Fire In The Attic
Was auf die Ohren? Sicher doch! Mein Weg wird mich am Samstag zu Fire In The Attic (20.45 Uhr, Eins-Live-Bühne) führen. Das Hardcore-Quintett aus Bonn hat gerade eine Frischzellenkur hinter sich, Sänger Ole Feltes stieg während einer Tour aus. Und jetzt verrichten die Stimmbänder des Engländers Thomas Prescott die Schwerstarbeit am Mikrofon. (kim)
Dennis Lisk
Man kennt ihn als Denyo, als Dennis Dubplate, als Dennis Deutschland. Als Mitglied der Absoluten Beginner. Nun tritt Dennis Lisk am Freitag (19.30 Uhr, Eins-Live-Bühne) unterm bürgerlichen Namen auf, mit neuem Musikstil. Hip Hop war gestern, heute präsentiert sich der Hamburger mit lupenreinen Popsongs. Vielleicht wird man ihn daher bald vergessen haben: den Denyo, den Hip Hopper . . . (Gold)
Escape With Romeo
Als Escape With Romeo mit „Somebody” einen düster-romantischen Tanzflächen-Füller schufen, stand die Mauer noch. Acht Alben später sind die gitarrenlastigen New-Wave-Heroen noch immer Underground-Ikonen. Freitag, 18.15 Uhr, WAZ-Bühne. (how)
Motosushi
Sonic Youth war gestern, jetzt ist Motosushi. Die Bochumer Avant-Pop-Band zeigt, wohin der Weg führte, den Kim Gordon & Co. einst einschlugen. Sound trifft Krach, Rhythmus trifft Geräusch. Weiche Melodien und explodierende Gitarren. Und 'ne Sängerin, die sich sehen lassen kann! Donnerstag, 19 Uhr im Freibeuter. (JBS)
Oliver Uschmann
Als Erfinder der berühmten Bochumer-WG-Protagonisten „Hartmut und ich” darf Oliver Uschmann natürlich nicht fehlen. Immerhin hat er das Festival in seiner vermutlich bald fünfteiligen Buchserienwelt schon hingebungs- und humorvoll gewürdigt. Hoffen wir, dass ihm keine Skater- und Emo-Jungs in die Lesung wehen – die sicher gut besucht wird, nicht nur von Studenten. Samstag, 20.15 Uhr, Fiege-Wortschatz-Bühne. (no)
My Baby Wants To Eat...
Eine Band, die sich „My Baby wants To Eat Your Pussy“ nennt, will auffallen. Und das gelingt vor allem live spektakulär. Auf dem schmalen Grat zwischen Glam-Rock und Trash feiern sie mit ihrem Publikum. Die Band ist ein Gesamtkunstwerk, das muss man nicht nur hören, sondern sehen: am Freitag um 19.30 Uhr, WAZ-Bühne. (ilja)
The Black Sheep
Vier kleine Mädchen, die auf Girlgroup machen? Nein, trotz ihres zarten Alters begeisterten „The Black Sheep” mit ihrem radiotauglichen Emo-Rock als Vorgruppe von „In Extremo”. Dass die Kölner nun von Eins-Live gesetzt sind für „Das erste Mal” (Freitag, 18.15, Eins-Live-Bühne), stellt sie in eine Reihe mit Reamonn, Wir sind Helden, Clueso. Wer „The Black Sheep” live gesehen hat, weiß warum. (tom)
Culcha Candela
Die Überraschungsgäste. Na klar, die sind uns die liebsten. Culcha Candela sind spätestens nach ihrem Nummer-Eins-Hit „Hamma” ein Muss. Um ehrlich zu sein: Die frühen Sachen gefielen uns besser. Schauen wir mal, was sie spielen am Freitag, 20.45 Uhr, auf der Eins-Live-Bühne. Soll ja eine Überraschung sein. (pek)

18:22
Also ich würde dieses Jahr bei Bo Total gerne weniger besoffene Teenies, keine zerbrochene Flaschen (was die seltsame Eigenart seine Getränkeflaschen wo man geht und steht einfach auf den Boden zu stellen mit einbeschliesst) und vor allem weniger Agressivität sehen.
15:17
Mich reizen in diesem Jahr nur 2 Bands, Daniel Wirtz und natürlich LUXUSLÄRM, denn die sind live wesentlich rockiger als auf CD und die Frau geht tierisch ab, das muss man gesehen haben!
10:56
Bochum Total ist mir dieses Jahr (leider!) absolut egal! Dem Programm fehlen einfach Bands, die in den Jahren zuvor so schön polarisiert haben. Ein Motto für die diesjährige Veranstaltung könnte daher lauten: Kapitulation! Vorgetragen vor zwei Jahren von Tocotronic, die damals auf der 1Live-Bühne die Menschen in Wallung brachten.
08:58
Absolut mieses Lineup.
Und das meine ich nichteinmal weil die Acts schlecht sind. Ganz im Gegenteil sie sind sehr gut. Aber es geht am eigendlichen Geist des alten BoTos vorbei. Früher spielten viel mehr NoNames mit. Jungkünstler konnten sich besser präsentieren und vor allem alternative Stilrichtungen wurden mit freuden bedient. Doch seid gut 2 Jahren kann man BoTo genausogut in 1Live Total umbenennen. Die Schwarze Szene mit ihren festen BoTo teilnehmern wurde mitlerweile komplet entfernt, obwohl die Szene mit die friedlichste und (mit) am stärsksten vertretene war.
Heute ist für viele das BoTo nurnoch ein großes Besäufniss... traurig wie es den bach runter gegangen ist. Auf Kosten erhöhter Gewinnsucht.
Danke für nichts.