20 000 feiern beim Juicy Beats
03.08.2009 | 12:29 Uhr 2009-08-03T12:29:00+0200Dortmund. Besucherrekord beim 14. Juicy Beats im Dortmunder Westfalenpark. 20 000 Musikfreunde mussten teilweise lange warten, bis sie Zugang zu einer der Bühnen und Tanzflächen hatten. Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz.
Sommer. Endlich. In der warmen Dortmunder Luft liegt ein süßer Fruchtcocktail aus Himbeere und Banane, mit dem nächsten Windzug strömt ein Hauch von Kirsche durch die stählernen Zaungitter des Westfalenparks. Würde man gerne sagen. Aber das ist natürlich Quatsch. In Wahrheit riecht es an den Eingängen zum Juicy Beats genauso wie bei jedem anderen Musikfestival auch: Nach zu süßem Parfum, Zigarettenqualm und Bier. An einem Mülleimer duftet es dann tatsächlich ein bisschen nach Obst. Aber das kommt von den Fruchtsimulationsgetränken mit einem Fruchtgehalt von maximal zehn Prozent, die darin entsorgt werden. Mitgebrachte Getränke müssen draußen bleiben.
Bierlachen und Glassplitter
Deshalb stehen viele Tausende schon am frühen Nachmittag in Bierlachen und auf Glassplittern. Und sie stehen zum Teil richtig lange. Obwohl es sechs Eingänge gibt, geht es etwa an der Ruhrallee nur schleppend voran. Möglicherweise fällt das unter die Kategorie „Luxusprobleme“, die Veranstalter Carsten Helmich am Abend bei einer ersten Bilanz aufmacht. 20 000 Leute sind angeblich gekommen, so viele wie nie zuvor. Damit muss man umgehen. „Wir sind in die erste Liga der Festivals aufgestiegen!“ So sieht Helmich das.
Diejenigen, die im Park angekommen sind, müssen sich erst einmal orientieren. Gar nicht einfach auf einem Gelände, das so groß ist, dass es locker ein paar Obstplantagen aufnehmen könnte. Zwischen den sechs Bühnen und 14 Tanzflächen, an denen DJs auflegen, gibt es viel Platz, um Ruhe zu haben. Die sucht aber keiner, sondern die Entertainer des Vertrauens.
Raven gegen Deutschland
Vor der „FZW-Stage“ sind viele für Frittenbude aus München stehen geblieben. Da geht es nicht wirklich um Pommes, sondern um „Raven gegen Deutschland“. Man muss das nicht zu ernst nehmen, sondern eher mit einer „Yippie Yeah“-Mentalität. Dazu später mehr.
Wer zum ersten Mal da ist, schaut ein wenig verzweifelt in die Programmhefte und muss lernen, dass ein und dieselbe Bühne drei Namen haben kann. Die „Mainstage“ ist die Festwiese ist der Apfel. Der „Vibra DJ-Floor“ ist das Café Rizz ist die Melone. Komplett wird die Verwirrung, wenn die Goldenen Zitronen ausgerechnet bei den Brombeeren (oder sind es Himbeeren?) spielen und nicht an der Zitrone. Dort gibt es dafür später New Rave im Café Auszeit. Da hat man den Obstsalat.
Die schwerelosesten Bierbäuche der Unterhaltungsbranche
Am besten, man lässt sich treiben, von Bühne zu Bühne, von Tanzfläche zu Tanzfläche. Dann wird einem schnell klar, dass Juicy Beats sehr zu Recht als „vielfältig“ bezeichnet wird. Mal gibt’s den Zorn der „Goldenen Zitronen“ auf die Ohren, dann Minimal Techno, dann so genannte Weltmusik aus Frankreich, dann pulsierenden House, dann ein Mädchen am Piano. Loveparade trifft Jazzfrühstück. Ungefähr so kann man sich das vorstellen.
Vor der Hauptbühne (Sie wissen schon: Festwiese, Apfel) wird es am Abend richtig voll. Hier glühen Ravemädchen und Indiejungs mit Alter Ego für den größten Auftritt des Festivals vor – den von Deichkind.
Extra für die Hamburger haben sie eine größere Bühne angeschafft. Die Deichkind-Show, von einem Konzert wollen wir hier lieber nicht reden, braucht eben eine Menge Platz. Dank Trampolinen und Gummiseilen erleben 20 000 die schwerelosesten Bierbäuche der Unterhaltungsbranche. Und a propos Bier: Ein riesiger Pilz über dem Publikum, erzeugt mit spritzendem Dosenbier, ist ein optisches und olfaktorisches Erlebnis. Apfelsaft hätte das niemals geschafft.
11:56
„Wir sind in die erste Liga der Festivals aufgestiegen!“ So sieht Helmich das.
Damit meint er wohl vor allem die Preise. 22 Euro Eintritt ist ja bei der Anzahl der Bands noch okay, aber 0,3 l Bier für 3 Euro, ist, dafür dass man keine eigenen Getränke mitnehmen darf, echt eine Frechheit.
Aber dafür gabs ja die kostenlose Show von den bemüht konzentrierten Securitys, die bei jeder unauffälligen Zaun-anäherung sofort in den Busch gerannt sind, um Getränke einzusammeln.
Zusätzlich sollte man in die Programmbeschreibung nächstes Jahr folgender Text aufgenommen werden Nach den Konzerten kann auf den verschiedenen Floors noch bis in die Morgenstunden abgezappelt werden (sofern sie dort Platz zum Tanzen finden)
11:46
@Spasshaber
Hmm,das kam vielleicht falsch rüber, auch ich hatte MORDSMÄßig Spaß.. :) - aber wie gesagt, hauptsächlich das lange anstehen (wie zur Hölle hast du das so schnell geschafft) am Eingang und für Bier war dann doch ziemlich nervig..
Mir gehts um die Tendenz der Veranstalter von Jahr zu Jahr trotz steigender Besucherzahlen gerade in diesen elementaren Bereichen wie Security etc, augenscheinlich zu sparen.
22:45
Ich weiß ja nicht, warum hier so rumgeheult wird!!
ich war von 16 bis 5 uhr da, hatte weder probleme mit getränken (mit rein nehmen und an den ständen zu bekommen) noch mit antsehen an den Eingängen. hat ca 15 min. gedauert, also völlig okay. Über die Musik kann man streiten wenn man will, aber dann muss man vll. besser zu hause cd hören.
Das publikum war sehr gemischt wie ich fande und Stress hab ich keinen mitbekommen, es wird sicher hier und da welchen gegeben haben, aber auf Veranstaltungen dieser größe auch völlig normal.
Mein Fazit war auf jeden fall positiv das einzige was zu bemägeln war war das kaos mit den unterschiedlichen Bühnennamen, aber auch das Problem war bewältigen.
Also ich werde nächstes Jahr auch wieder da sein so wie die letzten Jahre auch und ich denke das die Besucherzahlen trotz der paar pessimistten hier weiter steigen werden. Für mich wars eine geile Party.
17:38
Ok, mal Bilanz ziehen:
- Sechs (!) Securitys am Haupteingang und zwei (!!) Kassen geöffnet. Resultat: Zwei (!!) Stunden anstehen um reinzukommen, da wars dann natürlich für das bis 15 Uhr großzügig erlaubte Getränk + Picknikkorb zu spät
- Halbe Stunde Anstehzeit für Bier
- Diesmal war es sooo voll, dass vernünftiges Tanzen auf den Floors nachher total unmöglich war.
- Richtig geil wars natürlich wenn man so gegen 3 oder 4 dann zum HBF wollte UND NICHT MEHR MITGENOMMEN werden konnte, weil die Bahn zu voll ist..
- 3€ für 0,3 Bier ist natürlich auch garnicht happig, besonders wenn man nix mitnehmen darf, und nach evtl. Verlassen des Geländes wieder 2Std anstehen muss
Also liebe Veranstalter: Passt euch mal n bisschen der Zahl der Menschen an, größere Floors, mehr Security/Eingänge, bessere Beschilderung am Eingang, mehr Bierwagen etc etc.
Aber eines hat man gelernt dieses Jahr: Es gab zahlreiche Wasserhähne auf dem Gelände (letztes Jahr musste ich völlig dehydriert von den JOHANNITERN Wasser schnorren damit ich nicht umgeklappt bin).
Ich muss leider sagen, mittlerweile is JuicyBeats echt stressig geworden, auch wegen dem neuen Clientel die noch nicht so richtig verstanden haben, dass Techno-Parties eigentlich nicht der Ort sind um betrunken Streit anzuzetteln. (&Bei der Zuganreise dachte ich ich fahr auf ne Ballermann Party)
17:15
leider hat mich das dieses jahr nicht überzeugt. Inkompetente security wollte mein onlineticket einkassieren (wie komme ich dann wieder nach hause, das ist eine fahrkarte?), ein getränk zu ergattern war eine echte kunst. Selten wurde man vom ausschankpersonal so professionell ignoriert. was war mit klaus fiehe los? da hat kein einziger übergang bein dj-set gepasst. aber deichkind war sehenswert.trotzdem: für so einen schrott fahre ich nächstes jahr nicht mehr von hamburg in den pott.
16:05
@2
alles völlig richtig.
erfahrene früchtchen schaffenn es allerdings jedes jahr wieder große weinschläuche aufs gelände zu bringen.
das würde ich zum beispiel beim http://www.olgas-rock.de/ nicht unterstützen iss aber die richtige antwort auf ddr-grenzer die den zutritt zu südfrüchten verweigern wollen.
das juicybeats verliert leider ähnlich krass an charme wie das fzw selbst.
15:51
gespannt sein darf man weiter auf den ersten prozess den die eltern von dehydrierten teenagern gegen die veranstalter mit ihrern peinlichen türstehern führen werden.
aber gut, täglich grüßt ja das deichkind und sorgt für flüssigen nachschub, das langweilt zwar inzwischen sehr, aber die kids freuen sich und irgendwie ist es ja auch herrlich absurd bierdosen in ein publikum zu werfen dem man vorher tetrapaks wasser abgenommen hat.
15:46
Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz?
Naja, da es um 18 Uhr bereits kein Wasser mehr zu erweben gab, um 20 Uhr keine Biermischgetränke und auch um 24 Uhr ein Bier nur noch schwer zu bekommen war, muss das Ergebnis anscheind durchaus positiv gewesen sein.
Frage ist nur, wie zufrieden die Besucher waren.
Bei einem Eintrittspreis ab 19 EUR, was ich als ziemlich happig empfinde, kann man ja auch schließlich nichts erwarten. Nicht mal einen ordenltichen Getränkefluss, aber das konnte man im Westfalenpark noch nicht...
OK, die An- und Abreise mit dem ÖPNV war im Ticketpreis inklusive. Zu schade nur, dassShuttle & Co dem Besucherrekord leider nicht angepasst wurden, was sich mal wieder als Armutszeugnis der Stadt Dortmund auszeichnet.
Vielleicht lernt Dortmund ja dieses Jahr endlich einmal, wie es nicht laufen sollte, sondern wie man es besser machen könnte.
In diesem Sinne und mit der stetigen Hoffnung, dass es vielleicht nächstes Jahr besser läuft...
15:35
Yep! Juicy Beats 14 war großartig!