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Kulturpolitik

Die Kleinen klagen bitterlich über die Gema

04.09.2009 | 09:07 Uhr
Die Kleinen klagen bitterlich über die Gema

Essen. Nicht alle singen gerne das Lied der Gema - Abgaben an den Musikrechte-Verwerter Gema machen Veranstaltern zu schaffen. Über 100 000 Konzertveranstalter, Musiker und weitere Kulturschaffende unterschrieben eine Petition an den Bundestag und machten ihrem Ärger Luft.

Live-Musik Adieu! So müsste das Wuppertaler Stadtteilfest „Barmer Herbst” an diesem Wochenende (4.9.09) eigentlich überschrieben sein. Schließlich werden die Besucher, die an Bauernmarkt, Kunsthandwerk und Karussell entlang schlendern, höchstens von Musik aus der Konserve berieselt. Der Veranstalter verzichtet in diesem Jahr auf das musikalische Bühnenprogramm, weil niemand die hohen Gebühren des Musikrechte-Verwerters Gema bezahlen will.

Wutschrei? Auch bei "Bochum Total" ist man auf die Gema nicht gut zu sprechen. (c) Jakob Studnar

Das Fest in Wuppertal-Barmen ist längst kein Einzelfall mehr. In einer Petition an den Bundestag machen 106 575 Konzertveranstalter, Musiker und weitere Kulturschaffende ihrem Ärger über die Gema Luft. Sie fordern, dass die Arbeit des Musikrechte-Verwertes „auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird.” Hinter dieser trockenen Formulierung verbirgt sich der Vorwurf, die Verwertungsgesellschaft, die treuhänderisch die Urheberrechte ihrer 63 000 Mitglieder verwaltet, würde absurde Summen verlangen. Harter Tobak, der den Petitionsausschuss des Bundestages im November beschäftigen wird.

„Die Gema benutzt eine willkürliche Abrechnungsmethodik, die nur ihrer Gewinnmaximierung dient”, kommt aus den Reihen der Interessengemeinschaft (IG) Barmen harsche Kritik. Die Einzelhändlergemeinschaft, die den „Barmer Herbst” veranstaltet, hält in ihrem Fall Gebühren in Höhe von rund 600 Euro für angemessen. Die Gema würde jedoch in etwa das Zehnfache fordern. Grund für diese gravierende Diskrepanz ist die unterschiedlich Auffassung über die Bemessungsgrundlage: Die IG bezieht ihre Rechnung auf den Platz, auf dem die Bühne steht, und der beschallt wird. Die Gema schließt jedoch die gesamte Fußgängerzone, rund 13 400 Quadratmeter, in ihre Rechnung mit ein. „Haarsträubend ist das. So wird Kulturleben zerstört”, meint ein IG-Mitglied dazu.

Kein gutes Haar an der Gema

„Ich kenne keinen Veranstalter, der nicht über die Gema stöhnt”, fasst Mark Schulz von der Veranstaltungsagentur Stamm & Belz die Stimmung in der Musik-Branche zusammen. „Wenn wir in der Essener Zeche Carl eine Party mit Musik aus der Konserve veranstalten, müssen wir schon 300 Euro bezahlen”, erklärt er. Die Gebühr berechne sich nach Eintrittspreis und Größe der Halle. Dabei greife diese sogenannte Gema-Pflicht für eine Veranstaltung, sobald dort ein einziges Gema-pflichtiges Musikstück gespielt werde. „Da ist schon ein bisschen Abzocke dabei.”

Kein gutes Haar an der Gema lässt auch Marcus Gloria. Er veranstaltet das eintrittsfreie Stadtfestival „Bochum Total”, das sich im Wesentlichen über Sponsoren, Getränkeverkauf und Standgelder finanziert. In diesem Jahr flatterte eine Forderung in Höhe von 15 000 Euro auf seinen Schreibtisch. Wie soll das funktionieren?”, fragt Gloria. Dass aufgrund der Wetterkapriolen an zwei von vier Veranstaltungstagen nur wenige Besucher den Weg nach Bochum fanden, berücksichtige die Verwertungsgesellschaft überhaupt nicht.

„Wo bleibt der Rest der 15 000 Euro?”

"Tarif-Dschungel" mit Verschleierungstaktik. (c) imago

Was ihn so richtig auf die Palme bringt, ist die undurchsichtige Umverteilung: „Selbst wenn alle Künstler auf dem Festival Gema-Mitglieder wären, würden sie insgesamt nur 1000 Euro erhalten”, erläutert Gloria. Dabei gebe es bei dem Festival kaum Bands, die bei ihren Auftritten auf Songs anderer Künstler zurückgreifen würden. „Wo bleibt also der Rest der 15 000 Euro, die wir als Veranstalter zahlen sollen?”

Nach Ansicht Glorias verfolge die Gema mit ihrem „Tarif-Dschungel”, in dem sich bis vor kurzem auch die Sparte „Zirkusveranstaltungen mit Liliputanern” verbarg, eine bewusste Verschleierungsstrategie: 70 Prozent der Gema-Auszahlungen gingen an die kleine Gruppe ihrer stimmfähigen Mitglieder (3251). Der Rest der 63 000 Mitglieder würde benachteiligt.

Marc Wiegand

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Kommentare
14.01.2011
13:46
Die Kleinen klagen bitterlich über die Gema
von rakuscha | #3

und nun wird auch noch in den Kindergärten
abkassiert-schändiches treiben !!!!!

Wer da alles mitkassiert und legalisiert ?

05.09.2009
11:49
Die Kleinen klagen bitterlich über die Gema
von Detlef Lauster | #2

Betreff: Ich bin kein Gelegenheits Komponist
GEMA ein unsozialer Verein der Reiche reicher und Arme ärmer macht.


wie kann man nur so gemein sein. Die GEMA schreibt öffentlich
Fundament der GEMA bilden, eine relativ kleine Zahl
ausmachen, während die Urheber, deren Repertoire nur gelegentlich genutzt wird, zahlenmäßig überwiegen.


Die ordentlichen Mitglieder, die den Großteil des wirtschaftlich relevanten Repertoires in die GEMA einbringen,
sollen bei der Entscheidungsbildung nicht durch die Vielzahl der außerordentlichen oder angeschlossenen
Mitglieder dominiert werden.



Ich bin außerordentliches GEMA Mitglied. Überall wo meine Musik gespielt wird, die ich komponiert habe, rechnet die GEMA nicht ab und erfast mich auch namentlich nicht als Koponist und Texter.Das ist, wenn Musik von mir gespielt wird in Fußballstadien, Internetradios,Discotheken,kleineren TV-Sendern, Kneipen, Kirmes. Überall wird nur eingeschätzt und in einen großen Topf geworfen, der später den Ordentlichen GEMA Mitgliedern angerechnet wird. Das das so ist , haben die Ordenlichen GEMA Mitglieder so entschieden. Die Angeschlossenen und Außerordentlichen GEMA Mitglieder haben ja kein Mitspracherecht.Wir, die An. und außerordentlichen GEMA Mmitglieder über 60 000 wir sind keine GEMA Mitglieder vom Gesetz aus und haben deshalb auch kein Stimmrecht , was bewusst von den ordentlichen GEMA Mitgliedern gewollt ist.

Das gemeine von der GEMA ist, sie behauptet, angeschlossende und außerordentliche GEMA Mitglieder haben keine Mitbestimmungsrechte weil sie so wenig erwirtschafften.
Dabei ist die GEMA so ungerecht, sie erkennt die erwirtschafteten Einnamen der Außerordentlichen und Angeschlossenen nicht an, die in Fußballstadien, Internetradios,in Discotheken,in Kneipen.kleine TV Sender, gespielt werden.



Schmeißt die Einnahmen in einen großen Topf, die den Ordentlichen Mitgliedern angerechnet wird.Begründung! Genaues abrechnen kostet zu viel Geld der GEMA. Da wo korrekt abgerechnet wird, dort kommen die meisten Außer und Angeschlossen Mitglieder nicht rein. In den in den großen Radiosendern (Wo auch Ordentliche GEMA Mitglieder sitzen also doch auch entscheiden können was gesendet wird und was nicht).Das ist der Trick wie die organisierten Ordentlichen GEMA Mitglieder arbeiten. Sie sagen alle werden gleich behandelt ob an, außer oder ordentliche. Dabei wird nur korrekt abgerechnet wo die ordentlichen GEMA Mitglieder sitzen , in den Großen Radiosendern auch Öffentlichrechtlichen. Und der Bürger bezahlt noch die Ungerechtigkeit mit Steuern und GEZ



Wenn man als Koponist oft in den Großen Radiosendern wie Öffentlichrechtlichen gesendet wird, dann bleibt und wird man auch Ordentliches GEMA Mitglied.Und wenn man CD´s auf den Markt hat und es schafft(für organisierte kein Problem) regemäßig in den 12 Regionen (Pro verfahren)auftreten zu lassen, kann man durch die GEMA reich werden.So zocken die Ordenlichen GEMA Mitglieder die Mehrheit der Komponisten und Texter dieser Welt ab und das im Sinne des Deutschen Staates der seinen Segen erteilt und dadurch seine Aufsicht und Überwachungspflicht vernachlässigt und damit seinen Kulturauftrag vernachlässigt. Meiner Meinung nach hat das Deutsch Patenamt versagt , ging den einfachen Weg zu Gunsten der ordentlichen GEMA Mitglieder. Politiker und Parteien erhalten die Gunst der ordentlichen GEMA Mitglieder, weil sie für ihre Werbeaktionen geringer als andere für Werbung genutzte Musik bezahlen müssen.



Die GEMA ist ein Verein der organisierten ordentlichen Mitglieder die sich die Gelder mit Ungerechtigkeit in ihre Tasche erwirtschaften. Zum Nachteil der nicht GEMA Mitglieder die An und Außerodentlichen GEMA Mitglieder.

Ich bitte die GEMA um Stellungnahme da ich mich ungerecht als Außerordentliches GEMA Mitglied behandelt fühle.


Möchte ich ihnen ganz dringlich sagen. Ich fühle mich von der GEMA beleidigt! Ich bin kein Gelegenheits Komponist. Es ist eine Frechheit, das die GEMA an und außerordentliche so darstellt.

Die GEMA soll mal korrekt abrechnen und nicht nur da wo die Ordentlichen GEMA Mitglieder sitzen in den großen Radiosendern.



Die GEMA bleibt sich treu .Sie macht Reiche reicher und Arme ärmer und das von Jahr zu Jahr mehr wie man in den Statistiken erkennen kann.Eine Schande:



Meine Meinung : die GEMA ist eine Schande in unserem Sozialstaat. Das kann man daran erkennen ,wohin die riesigen Einnahmen (800 Millionen € Einnahmen in einen Jahr. Ein kleiner Teil hat fast alles bekommen) fließen ,mit ausgeklügelten Verfahren und Sytem werden die an und außerodentlichen GEMA Mitglieder benachteiligt und denonziert( Gelegenheits- Koponisten). Man kann an den Statistiken erkennen, wie in den Jahren die Ordentlichen sich immer mehr Geld zugespielt haben.Durch ungerechte Abrechnung´s verfahren die ich an meinem eigenen Leibe als Außenordentlichen -GEMA Mitglied seit 1994 erfahren muss.

Die GEMA ist ein Elite- Verein . Durch die künstlich gemachte 2 Klassengesellschaft der Elite, die Ordentlichen und die nicht GEMA Mitglieder an und außerordentliche ist ein großer Schaden entstanden. Nicht nur das dadurch in großen Mengen Arbeitplätze vernichtet worden sind sondern auch Musikkultur die durch die ordentlichen GEMA Mitglieder im Keime erstickt worden sind. In dem Sie z.B.in dem große Radiosender, Musik von an und außerordentlichen ausgegenzt worden sind im Sinne der Musikindustrie in dem die ordentlichen GEMA Mitglieder stecken. Stellen Sie sich mal vor der Deutsche Staat würde funktionieren wie die GEMA , dann dürfte nur die erfolgreiche Elite zu den Wahlen gehen. Dann würde Deutschland das sein was die GEMA ist. Ein Verein der Reiche reicher macht und Arme ärmer. Das wäre das Mittelalter.

Beispiele wie Kultur vernichtet worden ist, durch die ordentlichen GEMA Mitglieder die auch besteht aus den großen Plattenfirmen in Form der Verleger.
Ruhrgebiet ist Kulturhauptstadt von EUROPA. Es gibt nicht mal 3 bekannte Ruhrgebietslieder, weil diese im Sinne der Musikindustrie (GEMA) nicht in Radiosendern gesendet worden sind.



Künstler wie Marius Müller Westerhagen, Wolfgang Petry,Peter Maffay, Udo Lindenberg die Stadien gefüllt haben, sind so gut wie nie in den 70zigern, 80 zigern,90zigern im Radio gesendet worden.Weil die Musikindustrie noch mehr Geld mit Amerikanischen Künstlern machen konnte.Kleine Künstler sind im Keime erstickt worden weil ihnen das wichtigste Forum Radio und Fernsehen entzogen worden ist.Das ist Kulturvernichtung im großen Stil.

Ich bitte den Deutschen Staat, STOPPT die Zweiklassengesellschaft GEMA, ich bitte um Gerechtigkeit für die Mehrheit der Koponisten und Texter, für die Kunst und der waren Kultur. Es kann nur Gerechtigkeit entstehen, wenn jeder Koponist und Texter, der sich bei der GEMA anmeldet, gleichwertiges Stimmrecht hat. Nur so ist soziales und demokratisches Sein gewährleistet.Die Grundvoraussetzung einer Demokratie.



Mit freundlichen Grüßen

Detlef Lauster

05.09.2009
09:22
Die Kleinen klagen bitterlich über die Gema
von P. Homberg | #1

Diese Leute reden mir aus der Seele!
Wir mussten einmal über 200 Euro für eine Kinderkarnevalsveranstaltung zahlen, in der ganze 9 Lieder gespielt wurden. Das sind über 20 Euro pro Song! Bei 200 Besuchern eine absolute Abzocke! Eine andere Veranstaltung über 8 Tage dagegen wurde pauschal mit ca. 350 Euro berechnet bei ca. 100 Besucher/Tag. Wo ist hier die Verhältnismäßigkeit?

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