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Der beste "Mime" aller Zeiten: Tenor Helmut Pampuch ist tot

26.03.2008 | 21:16 Uhr

Hagen. Wenn das Stichwort Bayreuth fällt, denken die Musikfreunde seinen Namen gleich mit dazu: Der Tenor Helmut Pampuch, seit 1978 immer wieder auf dem Grünen Hügel zu Gast, ist tot. ...

... Er starb bereits am Gründonnerstag nach langer, schwerer Krankheit mit nur 68 Jahren, wie die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf/Duisburg jetzt mitteilte.

Der am 30. Januar 1940 in Oberschlesien geborene Pampuch gehörte von 1973 bis 2005 dem Ensemble der Rheinoper an, die ihm die Auszeichnungen Kammersänger und Ehrenmitglied für sein engagiertes und künstlerisch herausragendes Wirken verlieh. An der Rheinoper hat Pampuch nahezu alle Partien des Tenorbuffo- und Charakterfaches mit großem Erfolg verkörpert, zuletzt den Dr. Blind in der "Fledermaus".

Bei Musikfreunden in aller Welt bekannt und verehrt wurde Pampuch aber als Mime in Wagners "Ring des Nibelungen". Patrice Chereau, der berühmte Regisseur, hat seinen "Jahrhundert-Ring" mit Pampuch in der Rolle des Nibelungen-Zwerges inszeniert - und ihn für Alban Bergs "Lulu" nach Paris geholt. 2006 stand er zum letzten Mal in Bayreuth auf der Bühne. Auch in München, an der Mailänder Scala, der Metropolitan Opera, der Pariser Grand Opera und der San Francisco Opera hat er mit seinem spielfreudigen und sängerisch vielschichtig gestalteten Charakterporträt der Wagner-Figur die Herzen des Publikums erobert. Vor wenigen Jahren war der begeisterte Sportfan und Bayern-München-Anhänger Pampuch im Konzerthaus Dortmund als Mime zu erleben: in der halbszenischen "Ring"-Inszenierung zu Ehren des Dirigenten Hans Wallat.

Das Geheimnis dieses bemerkenswerten Sänger-Lebens bestand darin, dass für Pampuch keine Rolle zu unbedeutend oder zu unwichtig war, um stets sein Bestes zu geben. "Große und kleine Partien hat er mit der gleichen Professionalität und Leidenschaft verkörpert. Es erfüllte ihn mit Glück, auf der Bühne stehen zu können um Theater zu spielen", so würdigt Prof. Tobias Richter, Intendant der Rheinoper, das Wirken des verehrten Tenors. Sein Tod bedeutet einen schmerzlichen Verlust für die gesamte Opernwelt.

Von Monika Willer



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